Verfasst von: eleucht | 15. Mai 2011

Mittelalter an der Burgruine

Wenn sich im Frühjahr an der Burgruine auf dem Hofer Theresienstein altertümlich gewandete Gestalten herumtreiben und Herolde und Marktschreier in gestelzter Sprache wie weiland Walther von der Vogelweide auf das zahlreich erschienene Publikum einsprechen – zum Glück nicht in alt- oder mittelhochdeutsch, sondern in fränkischem oder sächsischem Dialekt – , wenn Minnesang mit Lauten- und Flötenklang und Schalmeien und Dudelsackklänge ertönen, dann ist wieder einmal das Mittelalter ausgebrochen.

Händler aus nah und fern bieten Waren feil, wie man sie im Supermarkt oder bei C&A garantiert nicht findet. Der neueste Schrei anno 1312. Oder so.

Die mittelalterliche Supernanny war auch schon da und hat auf altbewährte Weise Erziehungsprobleme gelöst. Wer nicht hören will, wird in die stille Ecke gehängt, anderen als mahnendes Beispiel dienend. Verbunden damit ist natürlich ein totales Handy- und Playstation-Verbot.

Wer die Kinder auf diese Art gut aufgehoben weiß, kann sich nun beruhigt in das bunte Treiben stürzen und sich zum Beispiel die Superstars des Mittelalters ansehen und -hören. Stars wurden die Dudelzwerge nicht per Casting-Show – frühere Jahrhunderte hatten das Glück, von Dieter Bohlen und seinen Ergüssen verschont zu bleiben – sie haben sich ihren Ruf, der ihnen wie Donnerhall durch die Zeit folgte, hart erarbeitet.


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