Posted by: eleucht | 6. Juli 2025

Classic Rock Sunday


Die Künstlerin Meg Remy fand ihre Band U.S. Girls mehr oder weniger durch Zufall. Sie sollte auf einem Festival auftreten und brauchte dazu Begleitmusiker. With a little help from her friends fanden diese sich am Ende nicht nur für ein Festival, man ging sogar zusammen in ein Studio und produzierte ein Album. Auf diesem findet sich die Quintessenz all dessen, was amerikanische Musik ausmacht. Perfektion ist nicht so sehr das Ziel von Meg Remy, ihr geht es um Ehrlichkeit. Deswegen wurde nicht einmal ihr Gesang, wie bei vielen anderen Produktionen üblich, nachbearbeitet. Das Ergebnis nennt sich Scratch It, was Rubbellose bezeichnet, die sie als Kind so liebte. Höhepunkt des Albums ist die Single-Auskopplung Bookends, ein Zwölfminutensong, der der kurzen Aufmerksamkeitspanne der meisten Streaming-Konsumenten nicht gerade entgegenkommt. Und darin thematisiert sie ausgerechnet auch noch den Tod! Extralange Single-Auskopplungen sind natürlich keine Erfindung der Neuzeit (um hier auch noch mal auf Yungblud anzuspielen), die waren schon seit vielen Jahren üblich. Bookends beginnt dramatisch, das Video ist, dem Thema angepasst, in düsterem Monochrom gehalten. Doch zum Ende hin kommt Farbe ins Spiel, die Musik wird zum euphorischen Disco-Stampfer. Und der geneigte Hörer lernt, der Tod ist nicht das Ende. Ein optimistischer Ausklang eines langen, interessanten und bewegenden Stückes Musik.


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