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Posted by: eleucht | 2. Oktober 2026

Lesoir zum Zweiten

Am Donnerstag war wieder einmal Prog-Zeit im Wohnzimmer des Prog, im Bergkeller Reichenbach. Lesoir aus den Niederlanden waren angesagt, die ich vom ersten Mal noch in guter Erinnerung hatte und demzufolge keinen Grund sah, sie nicht noch ein zweites Mal live zu erleben. Zumal sie ein neues Album („Tomorrow Is Now Today“) im Gepäck haben, von dem es sicher auch einiges zu hören geben würde. Und siehe da, der Bergkeller war mit Fans gut gefüllt, auch wenn die Band ein paar mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Es waren trotzdem wesentlich mehr als letztens zu Funk und Southern Rock.

Das Konzert begann mit einem schweren Bassrhythmus, der durch den Saal wummerte, und mir war klar es geht los mit Is It Nothing?, einem Stück aus dem neuen Album. Die Dramatik steigerte sich, wie man das von Werken des Prog Rock gewöhnt ist, bis zum hymnischen, hoffnungsvoll stimmenden Ende.

So verlief der Abend mit altem und neuem Material. Vieles kannte ich, die neuen Sachen klangen vielversprechend und machten neugierig auf das Album.

Die Besetzung der Band hat sich zwischenzeitlich etwas geändert. Es gibt nur noch eine Frau in der Gruppe, die Multiinstrumentalistin Maartje Meessen, die vom Mikro zu den Keyboards wechselt, akustische und elektrische Gitarre spielt und den detailverliebten Sound der Band auch mit ihrem Querflötenspiel bereichert. Die zweite Frau bei Lesoir wurde durch den Gitarristen Rutger Martens ersetzt, der sich gelegentlich auch an die Pedal Steel setzt und dieser atmosphärische Töne entlockt und nebenbei auch Backgroundgesang beisteuert. Insgesamt ein großartiger Abend, der die Erwartungen voll und ganz erfüllt hat, auch wenn bei einer Zugabe einiges schief lief (das falsche Sample war programmiert) und es deswegen dreier Anläufe bedurfte. Live is Life eben.

Posted by: eleucht | 1. Oktober 2026

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully


Mit wenigen Handgriffen ist aus dem Sommersofa mit der kühlenden Oberfläche ein flauschiges, kuscheliges und warmes Sofa für die kalte Jahreszeit geworden. Darin lässt sich hervorragend ruhen und schlafen, wie man an Mulder sieht.

Posted by: eleucht | 27. September 2026

Classic Rock Sunday

Natalie Imbruglia wurde, wie auch ihre Kollegin Kylie Minogue, durch eine Rolle in der australischen Seifenoper Nachbarn bekannt, bei der sie 1991 einstieg. 1994 hatte sie die Serie bereits wieder verlassen und zog nach England. Ihre Popularität half ihr bei ihrer neuen Karriere als Sängerin. Der Song Torn wurde 1997 ein Welthit. Es handelt sich dabei um die Coverversion eines Liedes der dänischen Sängerin Lis Sørensen. In England schaffte es Torn auf Platz 2 der Charts. Ihr Debütalbum Left of the Middle wurde auch in den USA ein großer Erfolg und enthielt mit Big Mistake und Smoke zwei Hitsingles. Das Nachfolgealbum, 2001 veröffentlicht, konnte die hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen.

Der große Erfolg von Torn blieb nicht ohne Folgen für Natalie Imbruglia. Der plötzliche Ruhm erzeugte einen Druck, dem sie nicht gewachsen war. Die Sängerin setzte sich später in vielen Interviews mit diesen Problemen auseinander. Sie litt unter Angstzuständen und Depressionen, dazu kamen Schreibblockaden und Versagensängste. So zog sich öfters aus dem öffentlichen Leben zurück. In den letzten Jahren ging Natalie Imbruglia sehr offen mit ihren mentalen Problemen um. Zwischenzeitlich kehrte sie auch auf die Leinwand zurück (sie spielte an der Seite von Rowan Atkinson) und arbeitete als Model.

Inzwischen liegt mit Algorithm ein neues Album von ihr vor, das musikalisch gut in die derzeitige Clubszene passt. Als Beispiel gibt es hier Just Drive zu hören.

Posted by: eleucht | 21. September 2026

Under Southern Skies im Bergkeller

Szenewechsel im Reichenbacher Bergkeller, genauer gesagt, Soundwechsel. Nach einem Abend voller Soul und Funk ging es am vergangenen Samstag auf die andere Seite Amerikas, aufs Land. Chris Horses & The Slow Smoke versprachen Country und Southern Rock. Der Bandboss an der Gitarre und am Mikrofon macht mit seinen langen Haaren und dem Cowboyhut tatsächlich den Eindruck eines typischen Südstaatenrockers. Aus dem Süden kommt Chris Horses tatsächlich, allerdings aus dem Süden Europas, aus Italien. Genauso wie die Musiker seiner Band The Slow Smoke. So fühlte man sich an diesem Abend im Bergkeller in ein verlassenes Nest an irgendeinem gottverdammten Highway im mittleren Westen der USA versetzt, in dem eine Band die Besucher einer Kneipe mit Country Rock unterhält. Eigentlich fehlte nur noch das Billard in einer Ecke, um das Klischee perfekt zu machen.

Chris Horses & The Slow Smoke haben gerade ein neues Album am Start – Nowhere Bound –, das natürlich mit vielen Beispielen ausführlich vorgestellt wurde. Neben älteren Songs der Band gab es auch Coverversionen, als Beispiel sei Last Dance With Mary Jane von Tom Petty genannt. Chris Horses im karierten Baumfällerhemd wirkte auch ein bisschen wie ein Neil Young-Epigone. Dieser Eindruck wurde von seinem Gitarrenspiel vom ersten angeschlagenen Akkord an unterstrichen. Chris Horses scheint, was das Gitarrenspiel betrifft, bei Neil Young in die Schule gegangen zu sein. Bei jemandem, der eine so beseelte Version von Cortez the Killer spielt, kann das gar nicht anders sein. Das Stück markierte dann auch den Höhepunkt des Events. Noch erwähnt sei ein anderer Song, den Neil Young geschrieben hat, Ohio. Großartig der Satzgesang der Band, der Erinnerungen an Crosby Stills Nash & Young weckte, die den Protestsong einst als Single veröffentlicht hatten.

Chris Horses, so tat er in einer seiner Moderationen kund, kann keine „Lucky Songs“ schreiben. Macht nichts, Country Rock hat nicht selten die eher dunklen Seiten der menschlichen Beziehungen zum Inhalt. Shine Or Rain aus dem aktuellen Album der Band soll es hier noch zu hören geben.

Posted by: eleucht | 20. September 2026

Classic Rock Sunday

Er war einst The God of Hellfire, zu seinem Song Fire trat er mit einem brennenden Helm auf. Allein dieser Klassiker hat Arthur Brown schon unsterblich gemacht. In seiner Band, The Crazy World of Arthur Brown, begann auch die Karriere von Carl Palmer, der wenig später als Mitglied von Emerson Lake & Palmer zum weltbesten Schlagzeuger gekürt werden sollte. Alice Cooper hat bei Arthur Brown gelernt, wie man Rockmusik mit Horrorelementen kombinieren kann. Eine Erkenntnis im langen Leben des Arthur Brown ist, dass gute Rockmusik auch immer etwas mit Theater zu tun hat.

Nature heißt das neue Album des Arthur Brown, der inzwischen 84 Jahre geworden ist und das er produziert hat, nachdem er in seine alte Heimat North Yorkshire zurückgekehrt ist. Er hat dabei viele Klänge aus der Natur aufgenommen, die auf vielfältige Weise in seiner Musik Verwendung finden, prasselndes Kaminfeuer, wehender Wind, plätscherndes Wasser und mehr. Und über allem schwebt die theatralische Stimme von Arthur Brown. Hören wir jetzt etwas über das Platzen einer Blase, Bursting the Bubble.

Posted by: eleucht | 15. September 2026

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully


Katzen sind zweifellos die am meisten geliebten Haustiere. Allerdings gibt es auch eine andere Seite, denn Katzen sind gleichzeitig die Haustiere, die am meisten vernachlässigt werden. Die Rede ist von den Straßenkatzen. Der Tierschutzbund hat herausgefunden, dass 99 Prozent der Streuner, die zum Tierarzt kommen, krank sind. Dazu zählen sowohl kleine Verletzungen als auch für die Tiere gefährliche Krankheiten. Ein kleines Prozentteil dieser Katzen ist auch dem Tode nahe. Woran man erkennt, Straßenkatzen brauchen Hilfe, und zwar auf vielfältige Weise.

Posted by: eleucht | 13. September 2026

Classic Rock Sunday

Kevin Rowland hat die Liebe entdeckt. Mit inzwischen 72 Jahren. Kevin Rowland ist der Sänger, der 1982 mit den Dexys Midnight Runners in blauem Denim in den Straßen tanzte und Come On Eileen sang. Was ein Welthit für die Band wurde.

Kevin Rowland saß die vergangenen Jahrzehnte nicht auf der faulen Haut, er produzierte weiterhin fleißig Alben und gab Konzerte. Den Namen seiner Band hatte er auf Dexys verkürzt. Dabei handelt es sich, nebenbei bemerkt, um ein szenebekanntes Aufputschmittel, das den Ravern hilft, die langen Nächte hindurchzutanzen. Kevin Rowland selbst galt in Bezug auf Drogen allerdings als extrem streng, er duldete bei seinen Musikern weder Drogen noch Alkohol. Nach vierzig Jahren nun produzierte er sein neues Album unter dem altbekannten Namen Dexys Midnight Runners und das nannte er schlicht und ergreifend Love. Darauf belichtet er viele unterschiedliche Spielarten der Liebe, die Liebe zum Enkelkind zum Beispiel (da kennt sich ein Zweiundsiebzigjähriger natürlich aus), die erste Liebe, die Liebe zu seinem verstorbenen Vater und vieles mehr.

Als Alterswerk wäre das natürlich ein guter Abschluss seiner Karriere. Aber man soll ja bekanntlich niemals nie sagen.

Hier ein Stück aus dem Album Love, und zwar Once a Man, twice a Child.

Posted by: eleucht | 12. September 2026

Funky Time im Bergkeller

In den heiligen Hallen des Bergkellers in Reichenbach gehört es schon zum guten Ton, dass man von den auftretenden Künstlern persönlich begrüßt wird, was für die familiäre Atmosphäre in diesem Rockclub spricht. Für vergangenen Freitag hatte der Veranstalter vor, im Wohnzimmer des Prog neue Wege zu gehen. Die Band 3Times7 aus dem UK steht für Soul, Blues und Funk. Das Publikum an diesem Freitagabend war recht überschaubar. Die Band hätte ein volles Haus verdient gehabt. Man sollte doch inzwischen wissen, dass die Acts, die der Bergkellerbesitzer auf die nicht vorhandene Bühne holt, stets bestes Entertainment und sogar Spektakel versprechen.

Richtige Profis zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch vor kleinem Publikum alles geben. Vollblutmusiker wie diese vier können wahrscheinlich auch gar nicht anders, vor allem, wenn man solch einen energiegeladenen Funk im Repertoire hat. Die individuellen Qualitäten der vier Musiker auf ihren Instrumenten und natürlich am Mikro sind über jeden Zweifel erhaben. Jenny Lawrence hat eine beeindruckendes Stimmvolumen, das sie gekonnt zu nutzen weiß, dazu kommt der Spaß, den sie auf der Bühne hat und der das Publikum mitreißt. David Holdstock, der Gitarrist, beherrscht das ganze Spektrum von messerscharfen Funkriffs über gefühlvollen Blues bis zu verspielten, krachenden Rocksoli. Bassist Nick Butcher, der sein Instrument auch schon mal perkussiv spielt, hat den Funk im Blut und Stuart Nelmes legt mit seinem Rhythmus am Schlagzeug die Basis, auf der die anderen Musiker ihr Können zeigen können.

3Times7 spielten Eigenes, Coverversionen wie zum Beispiel von Aretha Franklin (eine Gänsehautversion von Natural Woman), von Stevie Wonder und von Peter Gabriel (eine eigens für Jennys Stimme umarrangierte Version von Sledgehammer), Bluesstandards wie Hootchie Cootchie (in diesem Fall) Woman und zusammengestellte Medleys aus verschiedenen Hits. 21 Songs in sechs bis sieben Minuten. 3Times7 eben.

Insgesamt ein energiegeladenes Konzert voller Power und Gefühl. Als letzte Zugabe gab es schließlich noch Queens Somebody To Love zu hören. Da hätte auch Freddy keinen Moment gezögert, Jenny Lawrence für ihre gesangliche Leistung begeistert Beifall zu klatschen.

Posted by: eleucht | 7. September 2026

Das schönste Blau des Sommers

Der sonnige August ging fast nahtlos in den September über. Das erste Wochenende des neuen Monats zeigte sich von seiner besten Seite, mit klarem blauen Himmel und Sonnenschein, aber auch mit den bekannten Folgen von Trockenheit.

Der Strandweg an der Talsperre Pirk, unserem Naherholungsgebiet, war breiter als gewohnt. Es fehlt einfach des Wasser. Die Talsperre hat während der Hitzewellen eine Menge davon verloren. Das verbliebene Wasser aber wetteifert mit dem Himmel um das schönste Blau dieses Sommers.

Posted by: eleucht | 6. September 2026

Classic Rock Sunday

Die unsterbliche Queen des Country, Dolly Parton, wird auf der ganzen Welt geschätzt und erfährt nach ihrem Tod größte Ehren. Selbst der große Orange im Weißen Haus versucht etwas vom Glanz, den Dolly Parton auch jetzt noch abstrahlt, abzubekommen, indem er KI-generierte Bilder, die ihn mit der Sängerin zeigen, teilt. Jedem dürfte der Ursprung dieser Bilder bekannt sein, weswegen die Peinlichkeit dieser Aktion kaum zu übertreffen ist. Aber wann hätte Trump so etwas auch nur im Geringsten gestört?

Eine besondere Ehre sollte Dolly Parton durch das „Dollyfest“ erfahren, ein Event, das zu ihrem 80. Geburtstag geplant war, bei dem sie natürlich auch selbst auftreten sollte. An zwei Wochenenden sollte in Nashville (wo auch sonst?) und in London die sechzig Jahre lange Karriere der Country-Queen gefeiert werden. Leider ist es dazu nicht mehr gekommen.

Das „Dollyfest“ wird nun aber doch stattfinden, und zwar 2027. Damit wird der große Traum von Dolly Parton doch noch wahr. So können Freunde, Musiker, Weggefährten und Fans auf der ganzen Welt trauern und feiern. Das dürfte ganz im Sinne von Dolly Parton sein, die kein reines Trauerfest wollte. Der Termin und das Line-up werden noch geklärt.

Ich erinnere mich noch, dass 1989, im letzten Jahr der DDR, das Trio-Album mit Dolly Parton, Emmylou Harris und Linda Ronstadt als Lizenzausgabe bei der staatlichen Plattenfirma Amiga erschienen ist, zwei Jahre nach der Originalfassung. Deswegen soll es jetzt ein Stück dieser drei Iconic Voices des Country zu hören geben, und zwar To Know Him Is To Love Him, live vorgetragen.

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