Status Quo ist eine der langlebigsten englischen Bands, die mit ihrem stampfenden Boogie-Rock zudem stets sehr erfolgreich war. 33 Studioalben haben sie bisher veröffentlicht, dazu ein paar Livealben. Frontmann und Mastermind Francis Rossi war auch als Produzent und Autor tätig. So produzierte er unter anderem Demis Roussos, Graham Bonnet und Mickey Jupp. Seit 1996 hat Francis Rossi in unregelmäßigen Abständen auch immer wieder Soloalben veröffentlicht. The Accidental, sein neuestes Solowerk, das im Januar diesen Jahres veröffentlicht wurde, kam ziemlich überraschend. Rossi gibt zu Protokoll, dass das Album unerwartet entstanden ist, während er im Studio „ein paar Dinge probierte“. Was am Ende herauskommt, wenn ein 76 Jahre alter Francis Rossi im Studio herumprobiert, ist schon erstaunlich, es gibt straighten, lauten Old-School-Rock zu hören, der einfach ins Ohr geht. Als Musikbeispiel gibt es Somethimg In The Air (Stormy Weather) zu hören.
Classic Rock Sunday
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Schrödingers Wal

Nun befindet sich Buckelwal Timmy also real in einer Situation, wie sie Erwin Schrödinger für ein Gedankenexperiment mit der berühmten Katze beschreibt. Der Wal lebt und ist gleichzeitig tot, er wurde gerettet und gleichzeitig dem Tod überantwortet. Gewissheit könnte erst eine Messung bringen, indem irgendjemand den Wal fröhlich durchs Wasser ziehen sieht oder ihn tot auf dem Meeresboden findet. Bis dahin ist er weder das eine noch das andere, er ist beides gleichzeitig. Ein Zustand also, den sowohl die Retter als auch die Kritiker der Rettungsaktion für sich in Anspruch nehmen können.
Die neuen Leiden des jungen T. – da hat man den gestrandeten Wal also mit einer Barge (nun weiß auch die Landratte, was das ist) vom flachen Wasser und den Sandbänken der Ostsee kilometerweit ins offene Meer geschleppt. Wale besitzen einen ausgesprochen guten Gehörsinn, das ist ihr primäres Sinnesorgan. Sie empfangen die Schallwellen über Unterkiefer und Gewebe, die sie ins Ohr weiterleiten. Nun krachte Timmy bei hohem Seegang immer wieder gegen die Wände der Barge, wie es in den Meldungen hieß, was dem verletzten und geschwächten Wal einfach nicht gut tun konnte. Außerdem dürfte sich das Tosen der Wellen gegen das Blech der Barge für den Wal angehört haben, wie wenn ein Freund des gepflegten Schlagers einem stundenlangen Heavy-Metal-Konzert ohne Pausen ausgesetzt ist. Wobei ich behaupten möchte, dass dieser Vergleich wohl eher noch unzureichend ist.
Es ist schon erstaunlich, dass beinahe jeder Moment mit Timmy ins Netz gestreamt wurde, vom Zeitpunkt der Aussetzung in die Freiheit aber gibt es … nichts. Gar nichts. Gerede von Vitaldaten von Timmy, als würden GPS-Sender Vitaldaten übertragen. Vielleicht hat er ja eine Smartwatch getragen. Man weiß es nicht. Dafür streiten sich die Retter mit der Crew des Schiffes und dem Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern wie die Kesselflicker. Will man von der eigentlichen Frage ablenken: Wie geht es Timmy? Wenn der Wal zu schwach zum Schwimmen, zum Tauchen und wieder Auftauchen ist, dann ist er einem furchtbaren Tod durch Ersticken erlegen. Wer möchte dafür die Verantwortung übernehmen nach dem wochenlangen Medienspektakel?
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte immerhin eine fünfzigprozentige Chance gehabt, dass die Sache, für die er sich engagiert hat, gut für ihn ausgeht, wenn er sich der Wissenschaft verschließt und dafür den lautstark pöbelnden Schwurblern Gehör schenkt.
Aber wie gesagt, Schrödingers Wal befindet sich im Augenblick noch in zwei verschiedenen Zuständen …
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Classic Rock Sunday
Einer der letzten Aufrechten der Generation Woodstock, der von der Kultur des Protestsongs beeinflusst war, hat am 7. März diesen Jahres das Zeitliche gesegnet. Sein Debütalbum war ein Tribut an Woody Guthrie. Country Joe McDonald, der mit dem Gitarristen Barry „The Fish“ Melton ein Duo bildete, aus dem später die Gruppe Country Joe & The Fish hervorging, erlangte seine Popularität vor allem wegen seines Auftritts im legendären Woodstock-Festival. Seinen Protestsong gegen den Vietnamkrieg I-Feel-Like-I‘m-Fixin‘-To-Die Rag eröffnete er mit den legendären Rufen „Give me an F, give Me a U, give me C, give me a K – What‘s that spell? What‘s that spell?“ und die Gemeinde seiner Anhänger skandierte lautstark ihre Verachtung gegen das System und den Vietnamkrieg.
1983 veröffentliche Country Joe McDonald das Album Animal Tracks, das ausschließlich das Thema Umwelt zum Inhalt hatte. Was viele Fans überraschte. Er war einer der Ersten, der diese Thematik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte. Vorausgegangen war eine jahrelange Zusammenarbeit mit Greenpeace, bei der sich Country Joe McDonald an einer Aktion mit dem Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior in British Columbia beteiligte, in dessen Folge er mit dem Stück Blood On The Ice gegen das jährliche Robbenschlachten protestierte.
Country Joe McDonald war 84 Jahre alt, als er im März starb.
Wenn es jetzt den Song Save The Whales aus dem Album Animal Tracks zu hören gibt, dann ist das keineswegs mein Beitrag zum Wal, der sich in der Ostsee verirrt hat und zum Medienspaktakel wurde. Das ist ein Protestsong, den man im Kontext der damaligen Zeit sehen muss, als das industrielle Abschlachten von Walen eine breite, weltweite Protestbewegung hervorrief. Vor allem soll es eine Erinnerung an einen der ganz großen Singer Songwriter sein. Einer wie er wäre in Zeiten wie diesen besonders wichtig.
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The Cat Files – Neues von Mulder und Scully
Es ist nicht einfach, Streuner als Wohnungskatzen aufzunehmen. Der Drang nach draußen ist bei den meisten zu groß. Aber wie überall gibt es Ausnahmen, da Katzen ja auch eigene Persönlichkeiten sind. So gibt es bestimmt auch Freigänger, die sich nach der Geborgenheit eines ruhigen Heims sehnen, in dem sie einen oder mehrere gemütliche und warme Schlafplätze finden. Es braucht dafür natürlich auch verständige Herrchen und Frauchen, die etwas Erfahrung im Umgang mit den sensiblen Tieren haben. Es kommt eben immer auf einen Versuch an.

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Classic Rock Sunday
Ein Klassiker ist das folgende Lied eher nicht, es ist ja erst vor wenigen Tagen veröffentlicht worden. Es ist sozusagen brandneu, hat aber das Zeug, zum Klassiker zu werden wie viele Songs von Farins Band Die Ärzte. Es ist eine Vorab-Single aus dem neuen Album von Farin Urlaub, das in nicht ferner Zeit erscheinen soll. Musikalisch klingt Happy 2bD eher nach dem Rumpelrock der Neuen Deutschen Welle als nach dem Fun-Punk, wie man ihn von den Ärzten kennt. Umso drastischer führt uns der Sänger die aktuelle Situation in Deutschland vor Augen. Happy to be Deutsch, da gibt es viel mehr zwischen „Bratwurst, Bockbier, Beckenbauer und Benz“ zu entdecken, zum Beispiel auch eine sprichwörtliche Warnung von Bert Brecht, der im Lied zitiert wird. Also, Happy 2bD.
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Classic Rock Sunday
Im Alter von 14 bekam sie von ihrem Vater, einem Musiker, einen Fender Precision Bass aus dem Jahre 1950 geschenkt. Den besitzt Suzy Quatro auch heute noch. Und nicht nur das, sie steht noch immer auf der Bühne, spielt Bassgitarre und singt. Mit 75. Sie wurde in Detroit geboren und erlebte die Protopunkband The MC 5 noch live. So findet sich auf ihrem neuen Album eine Version von deren Kick Out The Jams. Das Stück singt sie im Duett mit einem anderen Musiker aus Detroit – Alice Cooper. Die Wege der beiden haben sich schon früher gekreuzt, was eigentlich unausweichlich war. Suzy Quatro durfte mit ihrer Band in der Garage von Alice Cooper üben und sie war die Vorband während dessen 85er Welcome To My Nightmare Tour. Ihr neues Album, das schlicht Freedom heißt, ist wieder Rock pur, hart und kompromisslos. Und so klingt es, wenn zwei Detroiter Rocker einer Detroiter Rockikone huldigen: Kick Out The Jams. Suzy Quatro und Alice Cooper scheinen eine Menge Spaß im Studio gehabt zu haben. Und bei der Gelegenheit fließen am Ende auch ganz kurz Erinnerungen an die eigene Vergangenheit in die Aufnahme ein.
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Vom Kinderbuchautor ins Regierungsprogramm
Heute wendet sich Lilly mit ihrem Klartext an die CDU-Wähler. Ganz speziell an diese Spezies. Aber natürlich dürfen auch gern alle anderen mit reinhören, wenn sie sich für aktuelle Themen interessieren und wissen wollen, wie die Vorstellungen eines Kinderbuchautoren noch immer Teil der aktuellen Wirtschaftspolitik sind. Und was das für das Volk im Allgemeinen und CDU-Wähler im Besonderen bedeutet.
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„Die Wut ist ein heller Stern“ – Anja Kampmann
Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Beim Lesen dieses Romans hat mich immer wieder ein ungutes Gefühl beschlichen, eine Art Déjà-Vu, das ziemlich verstörend wirkte. Dabei spielt die Handlung des Buches in einer ganz anderen Zeit als der jetzigen. Die Parallelen waren trotzdem nicht zu übersehen. Die Geschichte, die Anja Kampmann erzählt, beginnt im Jahre 1933.
Die Protagonistin des Romans, Hedda Möller, die auch als Ich-Erzählerin fungiert, arbeitet als Artistin in einem Varieté auf der Reeperbahn in Hamburg. Wenn sie hoch oben in ihren Ringen hängt und ihr Revuenummer zeigt, zu der auch zwei Kaimane gehören, fällt ihr auf, dass im Zuschauerraum immer mehr dieser neuen Uniformen auftauchen. Die Welt um sie herum beginnt sich zu verändern, ein neues Land soll nach den Vorstellungen des neuen Reichskanzlers entstehen. Bald wird klar, dass nicht alle Menschen Teil dieser neuen Volksgemeinschaft sein werden. Manche Menschen verschwinden, hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich Geschichten über ihr Schicksal. Manche von ihnen kehren zurück, haben sich aber verändert, wieder andere tauchen unter.
Arthur Wittkowski, der Eigentümer des Varietés „Alkazar“ und einer der realen historischen Persönlichkeiten in diesem Roman, wird zur Zielscheibe für die neuen Machthaber in Hamburg. Sie überziehen ihn mit Prozessen und nehmen ihm Haus und Eigentum. Heddas jüngerer Bruder Paul, der autistische Züge zeigt und Beinschienen trägt, passt nun auch nicht mehr in diese neue Welt, die vor allem von aggressiver Männlichkeit dominiert wird. Bald schon weigert sich auch seine Lehrerin, ihm ein paar Stunden Privatunterricht zu geben. Der ältere der Brüder, Jaan, geht von Hamburg aus auf große Fahrt zum Walfang.
Langsam, fast unmerklich sickert der neue Geist in die Gesellschaft, reißt Freunde und Familien auseinander. Ehemals gute Freunde, die man gut zu kennen glaubt, tragen auf einmal diesen speziellen Scheitel oder sogar das Parteiabzeichen am Revers ihrer Jacken. Und im Hintergrund rüstet der neue Staat auf.
Freundschaftliche Beziehungen und familiäre Bande retten so manches Leben. Hedda Möller kann am Ende dank der Heuer ihres Bruders das Land verlassen.
Der Einzelne steht der Entwicklung mit unterdrückter Wut hilflos gegenüber, manchmal erlebt er Solidarität. Der Roman beschreibt am Schicksal einfacher Menschen auf realistische Weise, „wie es dazu hatte kommen können“. Er hält uns damit gleichzeitig den Spiegel vor, wir sind keineswegs dagegen gefeit, wieder in dunkle Zeiten zu fallen.
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The Cat Files – Neues von Mulder und Scully
Katzen können sehr alt werden. Das ist stets eine Frage der Pflege und auch der Ernährung. Außerdem sollten die Stubentiger regelmäßige vom Tierarzt untersucht und geimpft werden. Auch ist es ratsam, jede Art von Stress für die Katzen zu vermeiden. So können sie durchaus 15 bis 20 Jahre alt werden. Die Lebenserwartung von reinen Wohnungskatzen ist im Allgemeinen höher als die von Freigängern, da diese größeren Gefahren ausgesetzt sind. Viele von ihnen fallen dem Verkehr zum Opfer. Als älteste Katze der Welt hat es übrigens eine gewisse Flossie aus England mit 27 Jahren ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. So ein Alter schaffen aber wirklich nur die wenigsten von ihnen.

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Classic Rock Sunday
Ohne große Schlagzeilen und ohne großes Aufsehen verstarb Ende Februar dieses Jahres der amerikanische Sänger und Komponist Neil Sedaka. In der Ära vor den Beatles schrieb und sang er große Hits. Oh! Carol war seiner Jugendliebe Carole King gewidmet. Die später übrigens mit dem Lied Oh! Neil darauf reagierte. Geboren wurde Neil Sedaka 1939 in Brooklyn. Er wuchs unter ärmlichen Verhältnissen auf, lernte als Jugendlicher das Klavierspielen und bekam später einen Studienplatz am Juilliard-Konservatorium. Als Musiker mischte er Doo-Wop mit Rock’n’Roll. Er gründete mit anderen Musikern die Band The Tokens, verließ sie aber bald schon wieder. Und zwar bevor die mit The Lion Sleeps Tonight einen Welthit produzierten. Als Solist arbeitete er für RCA Records, sein erster Hit als Sänger war The Diary.
Nach der British Invasion war es dann mit Hits für Neil Seadaka wie für viele seiner amerikanischen Kollegen erst einmal vorbei. 1972 gelang ihm aber mit seinem Album Solitaire ein respektables Comeback. Der Titelsong wurde von vielen anderen Künstlern wie Elvis Presley oder den Carpenters gecovert. 1974 landete er mit Laughter in the Rain dann sogar wieder ein Nr. 1-Hit in den USA. Auch als Songwriter war Neil Sedaka sehr gefragt und erfolgreich, Is This The Way to Amarillo, interpretiert von Tony Christie, stammt zum Beispiel aus seiner Feder und wurde Nummer 1 in Deutschland. Nebenbei war Sedaka gelegentlich auch als Gastjuror in American Idol tätig, in späteren Jahren wendete er sich mit seinen Kompositionen auch wieder der klassischen Musik zu. Zur Erinnerung an Neil Sedaka gibt es hier einen seiner größten Hits in garantierter schwarz-weißer 60er Jahre Optik: Breakin’ Up Is Hard To Do.
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