Verfasst von: eleucht | 9. August 2020

Musik, die Mut macht

Playing For Change heißt ein Projekt, in dem mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios Musiker aus fünf Kontinenten Gemeinsamkeit demonstrieren, indem sie alle zusammen ihren Beitrag für einen Song leisten, ohne gemeinsam im Studio gewesen zu sein.

Vergangene Woche gab es in Playing For Change Musik von und mit Keith Richards zu hören. Da sind die Rolling Stones nicht weit. Und Keith Richards war nicht immer so entspannt wie in diesem Video. Bekanntermaßen ging recht oft sein Temperament mit ihm durch. 1989 spielten die Rolling Stones ein Konzert in Atlantic City. Promoter war ein gewisser Donald Trump. Da die Stones keinen gesteigerten Wert darauf legten, mit diesem Mann in Verbindung gebracht zu werden (das war 1989!), musste dieser versprechen, nicht selbst in Erscheinung zu treten und seinen Namen keinesfalls in Anzeigen zu nennen. Inzwischen kennt man Trump auch hierzulande gut genug, sodass es niemanden wirklich überraschen dürfte, dass der sich natürlich nicht an das Versprechen hielt, Als die Band in der Stadt eintraf, erkannten die Musiker schon von weitem ein Plakat mit der Aufschrift: „Donald Trump presents The Rolling Stones“. Muss noch erwähnt werden, dass Trumps Name mit größeren Buchstaben geschrieben war, als der der Stones? Ich glaube nicht. Als Trump schließlich auch noch backstage zu den Musikern vordringen wollte und sich dabei als Promoter zu erkennen gab, platzte vor allem Keith Richards der Kragen. Es wird erzählt, und das ist keine Legende, dass er daraufhin ein Messer zog. Nachdem er den Manager der Band vor die Alternative „er oder wir“ stellte, musste Trump klein beigeben und gehen.

Dieses legendäre Konzert soll demnächst als Live-Album und Film unter dem Titel „Steel Wheels Live“ veröffentlicht werden. Man kann gespannt sein. Und nach Erwähnung dieses Umstands bin ich wohl verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Was ich hiermit tue. Und natürlich werde ich keinen Cent dafür bekommen.

Heute gibt es an dieser Stelle einen Klassiker der Rolling Stones zu hören, und zwar „Gimme Shelter“, ein Stück, das so intensiv gespielt ist, dass das Original eigentlich nicht zu toppen ist. In dieser Version sind wieder Musiker aus fünf Kontinenten beteiligt, die die Atmosphäre dieses Stückes gekonnt einfangen und ihr ein Gesicht geben. It is in the shelter of each other that the people live. (Irisches Sprichwort)

Verfasst von: eleucht | 7. August 2020

Der Untergang des Abendlandes

Manche wussten es ja schon immer, der Untergang des Abendlandes ist nahe. Von wegen Lisbeth spielen den Soundtrack dazu. Und wenn Roberts Saxofon uns dabei begleitet, dann wird das eine recht stimmungsvolle Sache. Tja, und nun verstehe auch ich wovon die Leute immer reden …

Verfasst von: eleucht | 2. August 2020

Musik, die Mut macht

Playing For Change heißt ein Projekt, in dem mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios Musiker aus fünf Kontinenten Gemeinsamkeit demonstrieren, indem sie alle zusammen ihren Beitrag für einen Song leisten, ohne gemeinsam im Studio gewesen zu sein.

Wonder of Words ist ein Song, den Keith Richards geschrieben hat. Natürlich beteiligt auch er selbst sich an den Aufnahmen zu diesem Video. Er macht dabei einen sehr entspannten Eindruck, während man die anderen Musiker durch die vielfältigen Landschaften ihrer jeweiligen Heimat begleiten kann. Jamaica-Feeling kommt auf, nahtlos geht der Song in Bob Marleys Get Up Stand Up über. Neue Musiker gesellen sich dazu, dabei unter vielen anderen der Bluessänger Keb‘ Mo. Bob Marleys Hymne, die dazu auffordert, für seine Rechte einzustehen und zu kämpfen, ist heute aktueller denn je.

Verfasst von: eleucht | 1. August 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

IMG_7318Ältere Katzen bewegen sich weniger, dafür schlafen sie länger. Manche von ihnen bis 22 Stunden am Tag. Im Alter sehnen sie sich auch nach Sicherheit und gehen möglichst jeder Auseinandersetzung aus dem Weg. Am sichersten fühlen sie sich natürlich in der Nähe ihrer Menschen. Kein Wunder, wenn sie ihnen auf Schritt und Tritt folgen und sich bei ihnen niederlassen. IMG_7430

Verfasst von: eleucht | 31. Juli 2020

Ein Sommertag in Loket

IMG_7582Loket wird gerne als das böhmische Rothenburg bezeichnet. Diesem Vergleich macht die Stadt immer mehr alle Ehre, und das nicht nur wegen der historischen Altstadt, sondern auch wegen der vielen Touristen, die sich in den Straßen, Gaststätten und Cafés, auf der Burg und am Fluss tummeln. Tschechen und Deutsche gleichermaßen. Loket ist auch ein Ausflugsziel für viele Kurgäste aus Karlsbad. IMG_7551Nachdem ich nun eine Weile schon nicht mehr dort gewesen bin – und diese Weile wurde durch Corona um einiges verlängert – fällt mir vor allem auf, dass die Parkplätze verdammt knapp werden, derweil ehemals freie Parkplätze inzwischen kostenpflichtig geworden sind. Immerhin, bei Hochbetrieb wie an diesem Tag steht Servicepersonal bereit, das die Autofahrer hilfsbereit einweist und auch freundlich am Parkautomat behilflich ist. Vielleicht liegt es ja daran, dass gerade Ferienzeit ist und auch viele Tschechen aus bekannten Gründen ihren Urlaub im eigenen Land verbringen. IMG_7550Die Vergoldungsarbeiten am Altar der Kirche St. Wenzel gehen voran. Der Sichtschutz wurde schon entfernt, durch das Gerüst für die Arbeiter kann man die Fortschritte erkennen. Wenn das mal alles fertig ist, wird die Kirche ein richtiges Schmuckstück sein. Ist in Ansätzen schon zu erkennen. IMG_7573IMG_7557Auf dem Fluss Eger (Ohře) herrscht heute Hochbetrieb. Bei dem großartigen Sommerwetter ein angenehmer Zeitvertrieb. IMG_7580Im Amphitheater probt ein Kinderchor. IMG_7584Die meiste Aufmerksamkeit zieht natürlich noch immer die Burg auf sich, die hoch über dem Fluss auf einem Felsen thront.

Vor der Rückfahrt noch ein leckeres Eis. Ein Vogeljunges springt vergnügt und ohne Scheu vor Menschen vor meinen Füßen herum. Es bekommt etwas von meiner Eiswaffel. Die Bröckchen lässt sich der Kleine auch von den Tauben nicht wegnehmen, die gleich darauf angeflogen kommen. Blitzschnell bringt der Kleine seine Beute in Sicherheit. IMG_7592

Verfasst von: eleucht | 26. Juli 2020

Musik, die Mut macht

Playing For Change heißt ein Projekt, in dem mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios Musiker aus fünf Kontinenten Gemeinsamkeit demonstrieren, indem sie alle zusammen ihren Beitrag für einen Song leisten, ohne gemeinsam im Studio gewesen zu sein.

All Along The Watchtower stammt aus der Feder von Bob Dylan, wenngleich die Version von Jimi Hendrix wahrscheinlich bekannter sein dürfte. Die Pandemie hat ja auch Bob Dylans never ending tour durch die Welt unterbrochen. War das vielleicht der Grund, dass er Zeit fand, ein Studioalbum mit neuen Songs zu produzieren? Wer weiß das schon? Hier jedenfalls geht einer seiner Klassiker um die Welt. Auf diese Weise lebt der Song den Geist von Bob Dylan. Ganz unaufdringlich stellt sich hier übrigens auch John Densmore, der frühere Schlagzeuger der legendären Doors, mit bescheidenem Equipment in den Dienst des Projekts. Ebenfalls dabei der Rock- und Bluesgitarrist und Sänger Warren Haynes, der ein langjähriges Mitglied der Allman Brothers Band war.

Verfasst von: eleucht | 20. Juli 2020

Bad Steben in Zeiten von Corona

IMG_7494Wenn man schon längere Zeit nicht mehr in Bayern war, dann fällt einem besonders auf, dass das Virus hier noch sehr präsent ist. In Sachsen wurden inzwischen viele Beschränkungen wieder zurückgenommen, einige in Bayern geltende Regeln erst gar nicht eingeführt. In Sachsen, wie auch in den anderen östlichen Bundesländern, waren die Fallzahlen, was Infektionen und Todesfälle betrifft, auch um ein Vielfaches geringer. Föderalismus hat eine Menge Vorteile. IMG_7498Noch größer wird der Unterschied im Vergleich zu Böhmen. Die Tschechen haben ja sehr schnell reagiert, bereits Ende März wurden die Grenzen geschlossen und im ganzen Land ein striktes Ausgangs- und Kontaktverbot verhängt. In einer ersten Stufe der Lockerung nach einigen Wochen durfte das Haus nur mit Mund- und Nasenschutz verlassen werden. Der Erfolg gibt den Tschechen recht, gerade mal rund 13900 Infektionen, von denen mehr als 8700 wieder genesen sind, und 359 Todesfälle. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Tschechische Republik eine hohe Besiedlungsdichte hat. Inzwischen ist dort fast schon wieder Normalität eingekehrt. Mund- und Nasenschutz ist auch in Geschäften und Supermärkten nicht mehr vorgeschrieben. Auch wenn er noch vielfach Verwendung findet. Natürlich gilt diese Regelung nur, so lange es keinen Anstieg der Infektionen gibt. IMG_7504IMG_7499IMG_7520Im Restaurant und Café Aquamarin in der Therme im fränkischen Bad Steben wird man platziert. Die Tische stehen weit auseinander, um den Mindestabstand einhalten zu können. Sie werden nach Benutzung sofort desinfiziert. Der Gast trägt sich mit Namen und Telefonnummer in eine Liste ein. In anderen Lokalen wird auch die Adresse verlangt. Etwas, was man in Sachsen nicht kennt. Die Liste liegt nicht öffentlich aus, die Bedienung nimmt sie sofort an sich. Datenschutz wird also bis zu einem gewissen Grade gewährleistet. Ob die Angaben des Gastes den Tatsachen entsprechen, wird nicht kontrolliert. Im eigenen Interesse sollte man aber bei der Wahrheit bleiben. Die Bedienungen tragen konsequent Mund- und Nasenschutz. Ein harten Job ab gewissen Temperaturen. Die Speisekarte scheint mir ein bisschen reduziert zu sein. Aber das kann täuschen, da die üblichen Speisekarten durch einzelne Seiten ersetzt wurden, die für die einmalige Benutzung gedacht sind. Mir fielen diese Einzelheiten besonders auf, da ein Gaststättenbesuch in Tschechien schon wieder etwas ganz Normales an sich hat. Das Bier schmeckt gut wie immer, der Kurpark strahlt in der Farbenpracht unzähliger bunter Blumen. Auf einer Bank hat jemand ein Buch zurückgelassen. Es ist noch eingeschweißt in Folie. Man wünscht sich beim Lesen des Titels, dass das keine Bedeutung hat. IMG_7501

Verfasst von: eleucht | 19. Juli 2020

Musik, die Mut macht

An dieser Stelle gibt es Sonntags regelmäßig die Stunde der Klassik. Die setze ich nun mal für eine kleine Weile aus. Nennen wir es Sommerpause. Statt dessen möchte ich hier in loser Folge ein Musikprojekt vorstellen, das mir sehr am Herzen liegt.

Ich weiß nicht, ob Musik die Welt verändern kann, wie es gelegentlich so schön heißt. Aber Musik kann sicherlich auf Menschen wirken, sie beeinflussen, auf jeden Fall kann sie zum Nachdenken bewegen, Gefühle wecken, zum Träumen anregen und Menschen einander näherbringen. Es gibt inzwischen auch eine Menge Songs, die sich ins kollektive Bewusstsein eingebrannt haben, dass es mich wundern würde, wenn das keine Auswirkungen hätte. Welcher Art auch immer.

Musik kann Menschen verbinden, und das überall auf der Welt. Die Sprache der Musik ist universell. Dank der heutigen Technologie kann Musik auch global produziert werden. Playing for Change ist ein Projekt, das Musik von ganz unterschiedlichen Künstlern aus vielen Ländern mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios möglich macht. Das Ergebnis klingt ausgesprochen homogen. Grenzüberschreitende Kooperation von Musikern, die ihre Utopie des friedlichen Miteinanders hörbar machen. Für mich Musik, die Mut macht, ein wichtiges Zeichen in Zeiten wie diesen.

Einer, der für diese Ideale steht, ist Ringo Starr. Der Mann wurde vor wenigen Tagen 80 und sieht so gut und fit aus wie nie. Außerdem ist er ausgesprochen produktiv in den letzten Jahren. The Weight von The Band ist ein absoluter Klassiker der Rockmusik, 1968 auf der LP Music from the Big Pink erschienen. Ringo Starr und Robbie Robertson, der maßgeblich an der Entstehung von The Weight beteiligt war, nahmen zusammen mit Musikern aus fünf Kontinenten aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des Songs eine aktuelle Version auf. Und sie waren dabei nicht einmal zusammen im Studio. So hat man diesen großartigen Song wahrscheinlich noch nie gehört, aber ich bin sicher, man wird nie eine bessere Version davon hören.

Für mich ist damit eine kleine, mehr oder weniger sentimentale Erinnerung verbunden. 1976 gab The Band ihr Abschiedskonzert. Das Ergebnis, The Last Waltz, wurde auf Vinyl und in einem Konzertfilm festgehalten, und ein Klassiker wie The Weight durfte darauf natürlich nicht fehlen. Überraschenderweise wurde dieser Film, wenn auch um einiges später, sogar in DDR-Kinos gezeigt. Klar, dass ich mir den nicht entgehen lassen habe.

Verfasst von: eleucht | 15. Juli 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Der Nasenkuss der Katzen ist vergleichbar mit dem flüchtig hingehauchten Wangenkuss der Menschen. Katzen dient er gleichzeitig zur Überprüfung der Identität anderer Katzen, mit denen sie in einer Gruppe leben. Sie überzeugen sich auf diese Weise von der Friedfertigkeit der anderen. Der entsprechende Geruch ist in ihren Gehirnen gespeichert. Dies tun sie bei fast jeder Begegnung, auch wenn die letzte nur Minuten zurückliegt.

Vor allem Mulder praktiziert dieses Ritual auch oft bei mir. Ob er es wohl aus den gleichen Gründen tut? Oder möchte er einfach nur lieb sein? Fenster 03

Verfasst von: eleucht | 12. Juli 2020

Stunde der Klassik

Im Jahre 1875 nahm der Aufstieg von Antonín Dvořak, der aus einfachen Verhältnissen stammt, seinen Anfang. Ein Wiener Ministerium bewiligte dem böhmischen Musiker ein Stipendium. In dieser Zeit schrieb Dvořak einige seiner wohl schönsten Werke, zum Beispiel die Serenade in E-Dur für Streichorchester. Hier ist der 2. Satz Tempo di Valse zu hören, ein recht melancholischer Walzer.

 

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