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Posted by: eleucht | 13. September 2026

Classic Rock Sunday

Kevin Rowland hat die Liebe entdeckt. Mit inzwischen 72 Jahren. Kevin Rowland ist der Sänger, der 1982 mit den Dexys Midnight Runners in blauem Denim in den Straßen tanzte und Come On Eileen sang. Was ein Welthit für die Band wurde.

Kevin Rowland saß die vergangenen Jahrzehnte nicht auf der faulen Haut, er produzierte weiterhin fleißig Alben und gab Konzerte. Den Namen seiner Band hatte er auf Dexys verkürzt. Dabei handelt es sich, nebenbei bemerkt, um ein szenebekanntes Aufputschmittel, das den Ravern hilft, die langen Nächte hindurchzutanzen. Kevin Rowland selbst galt in Bezug auf Drogen allerdings als extrem streng, er duldete bei seinen Musikern weder Drogen noch Alkohol. Nach vierzig Jahren nun produzierte er sein neues Album unter dem altbekannten Namen Dexys Midnight Runners und das nannte er schlicht und ergreifend Love. Darauf belichtet er viele unterschiedliche Spielarten der Liebe, die Liebe zum Enkelkind zum Beispiel (da kennt sich ein Zweiundsiebzigjähriger natürlich aus), die erste Liebe, die Liebe zu seinem verstorbenen Vater und vieles mehr.

Als Alterswerk wäre das natürlich ein guter Abschluss seiner Karriere. Aber man soll ja bekanntlich niemals nie sagen.

Hier ein Stück aus dem Album Love, und zwar Once a Man, twice a Child.

Posted by: eleucht | 12. September 2026

Funky Time im Bergkeller

In den heiligen Hallen des Bergkellers in Reichenbach gehört es schon zum guten Ton, dass man von den auftretenden Künstlern persönlich begrüßt wird, was für die familiäre Atmosphäre in diesem Rockclub spricht. Für vergangenen Freitag hatte der Veranstalter vor, im Wohnzimmer des Prog neue Wege zu gehen. Die Band 3Times7 aus dem UK steht für Soul, Blues und Funk. Das Publikum an diesem Freitagabend war recht überschaubar. Die Band hätte ein volles Haus verdient gehabt. Man sollte doch inzwischen wissen, dass die Acts, die der Bergkellerbesitzer auf die nicht vorhandene Bühne holt, stets bestes Entertainment und sogar Spektakel versprechen.

Richtige Profis zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch vor kleinem Publikum alles geben. Vollblutmusiker wie diese vier können wahrscheinlich auch gar nicht anders, vor allem, wenn man solch einen energiegeladenen Funk im Repertoire hat. Die individuellen Qualitäten der vier Musiker auf ihren Instrumenten und natürlich am Mikro sind über jeden Zweifel erhaben. Jenny Lawrence hat eine beeindruckendes Stimmvolumen, das sie gekonnt zu nutzen weiß, dazu kommt der Spaß, den sie auf der Bühne hat und der das Publikum mitreißt. David Holdstock, der Gitarrist, beherrscht das ganze Spektrum von messerscharfen Funkriffs über gefühlvollen Blues bis zu verspielten, krachenden Rocksoli. Bassist Nick Butcher, der sein Instrument auch schon mal perkussiv spielt, hat den Funk im Blut und Stuart Nelmes legt mit seinem Rhythmus am Schlagzeug die Basis, auf der die anderen Musiker ihr Können zeigen können.

3Times7 spielten Eigenes, Coverversionen wie zum Beispiel von Aretha Franklin (eine Gänsehautversion von Natural Woman), von Stevie Wonder und von Peter Gabriel (eine eigens für Jennys Stimme umarrangierte Version von Sledgehammer), Bluesstandards wie Hootchie Cootchie (in diesem Fall) Woman und zusammengestellte Medleys aus verschiedenen Hits. 21 Songs in sechs bis sieben Minuten. 3Times7 eben.

Insgesamt ein energiegeladenes Konzert voller Power und Gefühl. Als letzte Zugabe gab es schließlich noch Queens Somebody To Love zu hören. Da hätte auch Freddy keinen Moment gezögert, Jenny Lawrence für ihre gesangliche Leistung begeistert Beifall zu klatschen.

Posted by: eleucht | 7. September 2026

Das schönste Blau des Sommers

Der sonnige August ging fast nahtlos in den September über. Das erste Wochenende des neuen Monats zeigte sich von seiner besten Seite, mit klarem blauen Himmel und Sonnenschein, aber auch mit den bekannten Folgen von Trockenheit.

Der Strandweg an der Talsperre Pirk, unserem Naherholungsgebiet, war breiter als gewohnt. Es fehlt einfach des Wasser. Die Talsperre hat während der Hitzewellen eine Menge davon verloren. Das verbliebene Wasser aber wetteifert mit dem Himmel um das schönste Blau dieses Sommers.

Posted by: eleucht | 6. September 2026

Classic Rock Sunday

Die unsterbliche Queen des Country, Dolly Parton, wird auf der ganzen Welt geschätzt und erfährt nach ihrem Tod größte Ehren. Selbst der große Orange im Weißen Haus versucht etwas vom Glanz, den Dolly Parton auch jetzt noch abstrahlt, abzubekommen, indem er KI-generierte Bilder, die ihn mit der Sängerin zeigen, teilt. Jedem dürfte der Ursprung dieser Bilder bekannt sein, weswegen die Peinlichkeit dieser Aktion kaum zu übertreffen ist. Aber wann hätte Trump so etwas auch nur im Geringsten gestört?

Eine besondere Ehre sollte Dolly Parton durch das „Dollyfest“ erfahren, ein Event, das zu ihrem 80. Geburtstag geplant war, bei dem sie natürlich auch selbst auftreten sollte. An zwei Wochenenden sollte in Nashville (wo auch sonst?) und in London die sechzig Jahre lange Karriere der Country-Queen gefeiert werden. Leider ist es dazu nicht mehr gekommen.

Das „Dollyfest“ wird nun aber doch stattfinden, und zwar 2027. Damit wird der große Traum von Dolly Parton doch noch wahr. So können Freunde, Musiker, Weggefährten und Fans auf der ganzen Welt trauern und feiern. Das dürfte ganz im Sinne von Dolly Parton sein, die kein reines Trauerfest wollte. Der Termin und das Line-up werden noch geklärt.

Ich erinnere mich noch, dass 1989, im letzten Jahr der DDR, das Trio-Album mit Dolly Parton, Emmylou Harris und Linda Ronstadt als Lizenzausgabe bei der staatlichen Plattenfirma Amiga erschienen ist, zwei Jahre nach der Originalfassung. Deswegen soll es jetzt ein Stück dieser drei Iconic Voices des Country zu hören geben, und zwar To Know Him Is To Love Him, live vorgetragen.

Posted by: eleucht | 5. September 2026

Wohlfühlfestival

Man wollte eine kritische Stimme zum Schweigen bringen – nämlich die von Alphaville. Erreicht haben die Veranstalter des Glücksgefühle-Festivals genau das Gegenteil. Schon am ersten Tag des Festivals erhoben Künstler während ihres Auftritts die Stimme. Und sie haben eine eindeutige Botschaft. Der Beitrag auf T-Online bringt das klar genug rüber::

https://koeln.t-online.de/region/koeln/id_101421448/gluecksgefuehle-festival-von-podolski-stars-machen-deutliche-ansage.html

Posted by: eleucht | 1. September 2026

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Katzen sollte man lieber nicht tief in die Augen blicken. Das verstehen sie meist als Bedrohung. Okay, Mulder und Scully haben nach all den Jahren sicher kein Problem damit, wenn ich sie intensiver in Augenschein nehme. Die beiden sind das gewöhnt, dass man sie ab und zu mal etwas genauer ansieht oder untersucht.

Wer die Zuneigung einer Katze sucht, sollte sie am besten erst einmal ignorieren. Katzen gehen gern auf Menschen zu, die den Eindruck machen, als wollten sie gar nichts mit ihnen zu tun haben. Der Grund ist, dass Katzen es gar nicht mögen, bedrängt zu werden. Sie allein wollen bestimmen, wann und mit wem sie schmusen oder kuscheln wollen. Auf diese Weise gewinnt man mit der Zeit ihre Zuneigung.

Posted by: eleucht | 31. August 2026

Sieht nach Sommerausklang aus

Die letzte Woche im August, blau weißer Himmel, die Temperatur im Wohlfühlbereich normaler mitteleuropäischer Sommer, eine angenehm frische Brise weht vom Wasser des Untreusees her. Nicht zu übersehen sind die Ebereschen, die voller roter Früchte hängen, den Vogelbeeren. Dann weiß man, der Sommer neigt sich dem Ende zu.

Auf den ersten Blick fällt auf, der Untreusee im Naherholungsgebiet der oberfränkischen Stadt Hof hat während der Hitzewellen der letzten Wochen ebenfalls Wasser verloren. Die Bootsstege stehen jetzt komplett auf dem Trockenen. Nichtsdestotrotz tummeln sich jede Menge Besucher am und um den See, schließlich gibt es mehr zu sehen und zu erleben, neben Spielplätzen zum Beispiel einen Kletterwald, ein Labyrinth und Wanderwege. Und das Restaurant am See ist auch bestens besucht. Vom Baden im See wird zur Zeit wegen der Vermehrung der Blaualgen sowieso abgeraten. Ein Ausflug an den See lohnt sich trotzdem immer.

Posted by: eleucht | 30. August 2026

Classic Rock Sunday

Trotz seines Namens Frank Beard trug der Schlagzeuger von ZZ Top keinen Rauschebart wie seine Kollegen Bill Gibbons und Dusty Hill. Die Bärte sowie die Stetson-Hüte und Sonnenbrillen waren zum Markenzeichen der Band geworden. Nachdem Bassist Dusty Hill bereits 2021 das Zeitliche segnete, hat nun auch Frank Beard am 17. August seine Drumsticks für immer aus der Hand gelegt. Er verbrachte die letzte Zeit in einem Hospiz, starb dann aber auf seiner Ranch im texanischen Richmond.

Die erste Show von ZZ Top fand im Jahre 1970 in Beaumont, Texas, statt. Mit ihrem dritten Album Tres Hombres, 1973 veröffentlicht, gelang ihnen der kommerzielle Durchbruch. In den Achtzigern begann Bill Gibbons mit Synthesizern zu experimentieren. Dem Album El Loco (1981) war kein Erfolg beschieden, umso mehr aber dem zwei Jahre darauf veröffentlichten Longplayer Eliminator. Auch wenn der neue Stil nicht allen gefiel, Eliminator wurde zu einem der größten Erfolge von ZZ Top.

ZZ Top gehen weiterhin auf Tournee. Am Schlagzeug wechseln sich nun Techniker John Douglas und der Drummer Michael Monahan ab. Beide waren früher schon für Frank Beard eingesprungen, wenn gesundheitliche Gründe dessen Auftritt unmöglich machten.

Hier gibt es jetzt La Grange aus der Erfolgsalbum Tres Hombres zu hören. In dem Stück geht es um ein Freudenhaus nahe der texanischen Kleinstadt La Grange.

Posted by: eleucht | 23. August 2026

Classic Rock Sunday

Heute gibt ein weiteres Mal Classic Rock – The Next Generation. Adam Cohen ist Singer Songwriter und der Sohn des großen Leonard Cohen. Er produziert Alben seit 1998. Er hat eine ebenso warme und volltönende Stimme wie sein Vater. Im folgenden Video interpretiert er einen Song, den sein Vater zum Klassiker gemacht hat – The Partisan. Leonard Cohen trug den Song noch in typischer Singer-Songwriter-Tradition vor, so wie man ihn auch an einem Lagerfeuer zur Gitarre singen könnte. Adam Cohen hat das Stück gehörig mit Dramatik aufgeladen und ein richtiges Kunstwerk daraus gemacht. Begleitet wird er dabei von dem irischen Sänger Damien Rice und der kanadischen Singer Songwriterin Cœur de Pirate.

Komponiert hat The Partisan die in Russland geborene Sängerin Anna Marly, den Text schrieb Emmanuel d’Astier de La Vigerie. Das war der Anführer der französischen Résistance. Und der wusste ganz genau, wovon er schrieb. When they poured across the border / I was cautioned to surrender / This I could not do / I took my gun and vanished …

Posted by: eleucht | 20. August 2026

„Die Petrus Verschwörung“ – Jeroen Windmeijer


Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Bei Ausgrabungen nahe der niederländischen Stadt Leiden kommt einiges ans Tageslicht, das besser im Verborgenen geblieben wäre. Zumindest nach Ansicht der Kleriker. Die Dokumente, die unter anderem gefunden wurden, sind von einer Brisanz, dass sie die derzeitige Weltordnung zum Einsturz bringen könnten. Wie ernst es gewisse Leute meinen, dass diese Dokumente niemals öffentlich werden dürfen, wird dem Archäologen Peter de Haan und der Studentin Judith schnell bewusst. Gnadenlos werden sie gejagt, und die Jäger schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Neben diesem Strang der Geschichte, der vordergründigen Haupthandlung, die für Spannung sorgt, erfährt der Leser eine Menge aus der Geschichte von Leiden und der dortigen Pieterskerk, zu der es offenbar eine Verbindung zu einem der Apostel Jesu gibt. In einem weiteren Erzählstrang, der die Grundlage für die Handlung bildet, geht es um den Briefwechsel zwischen Petrus und Judas und ihre Sicht auf die Arbeit von Paulus bei der Missionierung der Menschen. War das von Jesus wirklich so gewollt? Es entsteht dabei nicht nur der Eindruck, dass manches ganz anders verlaufen ist, als im kanonisierten Neuen Testament wiedergegeben. Kein Wunder also, dass es Kräfte gibt, die alles unternehmen, um diesen Briefwechsel in ihre Hände zu bekommen und für immer verschwinden zu lassen. Ein Thriller mit religiösem Hintergrund.

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