Wer träumt nicht von ewiger Jugend, während sich beim Menschen mit zunehmendem Alter diverse Gebrechen bemerkbar machen? Katzen sind, zumindest äußerlich, diesem Ziel sehr nahe. Was Aussehen und Verhalten betrifft, ändert sich bei ihnen wenig bis gar nichts, sie sind weiterhin verspielt, schmusen oder jagen gerne. Auch Unarten werden beibehalten. Nichts da mit wachsender Vernunft im Alter. Schwächen oder Schmerzen lassen sich Katzen so gut wie nicht anmerken. Das ist ihrem Instinkt zu verdanken. In der Natur schützt sie das vor möglichen Angriffen anderer Tiere.
Umso wichtiger ist es, mit älteren Katzen regelmäßig den Tierarzt oder die Tierärztin aufzusuchen, denn diese können den Zustand einer Katze auf jeden Fall besser beurteilen.
Soul-Musik war traditionell die Musik der Schwarzen in Amerika, die sich aus Rhythm and Blues und Gospel entwickelte. Es war vor allem auch die Musik der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die gegen die Rassentrennung protestierte. Die in Detroit gegründeten Temptations waren eine der angesagtesten Bands des Soul, die bei Motown unter Vertrag waren. Als erste Musiker dieses Labels gewannen sie einen Grammy.
1968 erlebte die Band eine große Veränderung – David Ruffin verließ die Temptations, für ihn kam Dennis Edwards und mit ihm der Produzent Norman Whitfield. Der verpasste den Musikern einen zeitgemäßen Sound, bei dem die schwarze Soul-Musik mit Elementen der weißen Rockmusik verschmolz und sich auch psychedelischen Einflüssen nicht verschloss. Manche der neuen Stücke sprengten die 3-Minuten-Grenze der charttauglichen Songs. Runaway Child, Running Wild aus dem Album Cloud Nine ist fast zehn Minuten lang, Papa Was A Rolling Stone aus dem 1972er Album All Directions war ein ähnliches langes und sehr erfolgreiches Musikstück, Masterpiece aus dem 1973 erschienenen gleichnamigen Album lief sogar knapp 14 Minuten. Die Texte der Temptations waren in dieser Zeit zunehmend gesellschaftskritischer geworden. In Masterpiece werden ohne einen inneren Zusammenhang düstere Szenen vom Leben im Ghetto geschildert. Das Stück beginnt mit einem langen instrumentalen Intro und läuft mit einem ebenso langen instrumentalen Outro aus. Die Sänger der Temptations sind nur etwa drei Minuten lang zu hören. Komponist Norman Whitfield nannte das Stück Masterpiece, weil es seiner Meinung nach eine perfekte Verschmelzung aller Instrumente und Studiotricks darstellt.
Es war keineswegs so, dass sich nur die Soul-Musik dem Rock öffnete, es funktionierte auch umgekehrt. Gerade bei Prog-Rock-Gruppen in der DDR tauchten in den Siebzigern Stücke wie Papa Was A Rolling Stone oder Masterpiece im Repertoire auf. Auch in Eigenkompositionen wurde der Einfluss dieser Musik sichtbar, der Kampf um den Südpol der Stern Combo Meißen oder der Soldat vom Don der Dresdner Gruppe Lift sind zumindest von dieser Art Musik inspiriert.
Am Anfang ist stets das Wort. Das sich mit anderen Wörtern verbindet. Im besten Fall entwickeln sich aus dem Geflecht der Wörter Geschichten, spannende, lustige, bewegende, interessante, fantasievolle, ungewöhnliche, die von Schicksalen, von Helden und Heldinnen, von Verlierern oder Siegern und von außergewöhnlichen, weltbewegenden oder unbedeutend erscheinenden Ereignissen berichten. Genau davon handeln die Geschichten in der von Thomas Opfermann herausgegebenen Anthologie „Geschichtenerzählen“. Sie haben die Geschichten hinter den Geschichten und deren Verfasser zum Thema. Im Falle dieser Anthologie sind es 34 Autorinnen und Autoren, die in Prosa oder lyrischer Form über ihre Erfahrungen beim Schreiben und Erzählen berichten.
Manchmal geschieht es, dass eine Geschichte von einem Autor den nächsten Tag nicht erlebt und in Vergessenheit gerät. So geschehen in meiner Story „Vergessene Welt“, eine Geschichte in einer Geschichte.
Timmy, der Wal, macht weiter Schlagzeilen. Er wurde in dänischen Gewässern entdeckt. Tot. Vielleicht ist dem einen oder anderen der sogenannten Walretter die neue mediale Aufmerksamkeit gar nicht so recht. Wo man doch sonst keine Möglichkeit ausgelassen hat, sich in die Schlagzeilen der klickorientierten Empörungsmedien zu drängen. Man verstand es auch, mit der Matjessemmel in der Hand sein Mitgefühl für den gestrandeten Wal gekonnt zum Ausdruck zu bringen. Könnte nicht irgendwie, in einer dunklen Ecke des Bewusstseins, der Eindruck entstehen, dass es sich bei der ganzen Aktion weniger um eine Walrettung, als vielmehr um ein Pushback gehandelt hat? Hat vielleicht jemand herausgefunden, dass es sich bei Timmy gar nicht um einen deutschen Wal handelt? Dann müssen natürlich die harten Einreisebestimmungen unseres Innenministers konsequent umgesetzt werden. Deutsche Sandbänke den deutschen Walen! Wo kämen wir hin, wenn jeder dahergeschwommene Wal sich einfach auf einer deutschen Sandbank niederlässt? Irgendwann gehen Deutschland noch die Sandbänke aus! Aber wie gesagt, dass sind so Gedanken, die einen kommen könnten, wenn der vermeintlich gerettete Wal plötzlich tot jenseits der deutschen Grenze auftaucht. Ja, tatsächlich, er ist aufgetaucht und dient nun, so hart das klingen mag, als Möwenfutter. Immerhin haben die aufrechten Walretter damit für volle Bäuche der gefräßigen Möwen gesorgt. Wer sich an Walfleisch labt, mopst den Leuten an Land nicht den Matjes vom Brötchen.
Tatsache ist, dass man im Fall Timmy eine Menge Geld und Ressourcen investierte und man dabei ein Medienereignis inszenierte, während die Expertise der Wissenschaftler in gewohnt deutscher Retterarroganz und falsch verstandenem Mitgefühl ganz einfach ignoriert wurde. Die sogenannten Retter hatten ihre Viertelstunde Superstar, durften sich kurz als Helden fühlen, die, natürlich ganz uneigennützig, das Leben eines Wals zu retten versuchen. Die Berichte der Crews der beiden Boote, die Timmy ins offene Meer transportierten, belegen, dass Wal Timmy beim ersten Mal gar keine Anstalten machte, die (für ihn offenbar sichere) Barge zu verlassen. Man nenne mir bitte ein wild lebendes Tier, das nicht jede Gelegenheit nutzt, um in Freiheit zu entkommen. Man musste bei Timmy wohl „etwas“ nachhelfen. Einzelheiten sind nicht bekannt, die Aussagen der Beteiligten dazu widersprüchlich.
Wer wirklich die Absicht hat, Wale zu retten, hätte andere und bessere Möglichkeiten. Jährlich sterben etwa 300.000 Wale und Delfine als Beifang in den Stell- und Fischernetzen. Das sind mehr, als während der Zeit des industriellen Walfangs, der erst in den späten 60ern nach weltweiten Protesten endete, abgeschlachtet worden sind. Reste eines solchen Netzes hatte auch Timmy an seinem Maul, was wohl der Grund für seinen schlechten Zustand war.
Aber was versteht eine Landratte schon vom Fischfang und von der Walrettung. Es könnte ja sein, dass jemand auf die Idee kommt, seinen schwerkranken Cousin aus der Palliativstation des Krankenhauses zu zerren, weil der sich über ein bisschen Zuwendung freut und deswegen mit einem leisen Lächeln reagiert. Dann würde man von ihm sicher auch gleich verlangen, dass er allen beweisen soll, wie gut es ihm geht, indem er einen Hürdenlauf über hundert Meter hinlegt. Was wissen denn schon die Ärzte!
Ich hoffe, der heilige Timmy wird als Mahnung an zukünftige wohlmeinende Retter wiederauferstehen.
UND SO WARD TIMMY ZUM SCHUTZPATRON DER GUT GEMEINTEN ABSICHTEN.
Bei AC/DC führt der Highway bekanntlich direkt in die Hölle, in Nina Hagens neuem Album folgt man dem Highway dagegen in die entgegengesetzte Richtung, in den Himmel. Highway To Heaven ist nach Personal Jesus das zweite Album von Nina Hagen, auf dem sie Coverversionen spiritueller Lieder singt.
Die Ziehtochter von Wolf Biermann, deren DDR-Erbe der unsägliche Farbfilm ist, den ein gewisser Michael vergessen hat, reiste 1976 nach Westberlin aus. Dort trimmte sie die Politrockband Lokomotive Kreuzberg auf Punk. Die Zusammenarbeit mit der exzentrischen Künstlerin setzte dem Projekt jedoch bald ein Ende, aus der Nina Hagen Band wurde Spliff, die große Erfolge feiern konnten, aus der Sängerin wurde die Godmother des Punk.
Spiritualität hat im Leben Nina Hagens schon immer eine große Rolle gespielt, sodass ein Album mit Gospelsongs nicht wirklich überraschend für sie ist. Überraschend sind höchstens zwei Duett-Partnerinnen auf dem neuen Album, die man eher im Schlager verortet, Gitte und Nana Mouskouri.
So wie Nina Hagen über ein enorm breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, so kontrovers endeten manche Fernsehdiskussionen mit der Exzentrikerin.
Everybody Gonna Have A Good Time Up There sangen auch schon Johnny Cash und Pat Boone.
Katzen reagieren sehr sensibel auf Stress und unangenehme Erlebnisse und sie verfügen über ein ausgezeichnetes Langzeitgedächtnis. Wenn Katzen also ein Trauma erleiden, so verfolgt sie dieses ihr ganzes Leben lang. Schlechte Erfahrungen mit Menschen oder bestimmten Menschengruppen werden nicht vergessen. Es bedürfte schon einer sehr langen und gezielten Behandlung und es bräuchte viel Geduld, um Katzen darüber hinwegzuhelfen.
Die schlechtesten Erfahrungen haben Mulder und Scully mit der Türklingel gemacht. Den schrillen Ton mögen sie gar nicht, auch nach vielen Jahren nicht. Wenn sie ertönt, verschwinden sie meist an einen sicheren Ort, von dem aus sie alles genau beobachten können. In bestimmten Fällen wissen sie auch, mit wem zu rechnen ist, dann bleiben sie entspannt.
Status Quo ist eine der langlebigsten englischen Bands, die mit ihrem stampfenden Boogie-Rock zudem stets sehr erfolgreich war. 33 Studioalben haben sie bisher veröffentlicht, dazu ein paar Livealben. Frontmann und Mastermind Francis Rossi war auch als Produzent und Autor tätig. So produzierte er unter anderem Demis Roussos, Graham Bonnet und Mickey Jupp. Seit 1996 hat Francis Rossi in unregelmäßigen Abständen auch immer wieder Soloalben veröffentlicht. The Accidental, sein neuestes Solowerk, das im Januar diesen Jahres veröffentlicht wurde, kam ziemlich überraschend. Rossi gibt zu Protokoll, dass das Album unerwartet entstanden ist, während er im Studio „ein paar Dinge probierte“. Was am Ende herauskommt, wenn ein 76 Jahre alter Francis Rossi im Studio herumprobiert, ist schon erstaunlich, es gibt straighten, lauten Old-School-Rock zu hören, der einfach ins Ohr geht. Als Musikbeispiel gibt es Somethimg In The Air (Stormy Weather) zu hören.
Nun befindet sich Buckelwal Timmy also real in einer Situation, wie sie Erwin Schrödinger für ein Gedankenexperiment mit der berühmten Katze beschreibt. Der Wal lebt und ist gleichzeitig tot, er wurde gerettet und gleichzeitig dem Tod überantwortet. Gewissheit könnte erst eine Messung bringen, indem irgendjemand den Wal fröhlich durchs Wasser ziehen sieht oder ihn tot auf dem Meeresboden findet. Bis dahin ist er weder das eine noch das andere, er ist beides gleichzeitig. Ein Zustand also, den sowohl die Retter als auch die Kritiker der Rettungsaktion für sich in Anspruch nehmen können.
Die neuen Leiden des jungen T. – da hat man den gestrandeten Wal also mit einer Barge (nun weiß auch die Landratte, was das ist) vom flachen Wasser und den Sandbänken der Ostsee kilometerweit ins offene Meer geschleppt. Wale besitzen einen ausgesprochen guten Gehörsinn, das ist ihr primäres Sinnesorgan. Sie empfangen die Schallwellen über Unterkiefer und Gewebe, die sie ins Ohr weiterleiten. Nun krachte Timmy bei hohem Seegang immer wieder gegen die Wände der Barge, wie es in den Meldungen hieß, was dem verletzten und geschwächten Wal einfach nicht gut tun konnte. Außerdem dürfte sich das Tosen der Wellen gegen das Blech der Barge für den Wal angehört haben, wie wenn ein Freund des gepflegten Schlagers einem stundenlangen Heavy-Metal-Konzert ohne Pausen ausgesetzt ist. Wobei ich behaupten möchte, dass dieser Vergleich wohl eher noch unzureichend ist.
Es ist schon erstaunlich, dass beinahe jeder Moment mit Timmy ins Netz gestreamt wurde, vom Zeitpunkt der Aussetzung in die Freiheit aber gibt es … nichts. Gar nichts. Gerede von Vitaldaten von Timmy, als würden GPS-Sender Vitaldaten übertragen. Vielleicht hat er ja eine Smartwatch getragen. Man weiß es nicht. Dafür streiten sich die Retter mit der Crew des Schiffes und dem Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern wie die Kesselflicker. Will man von der eigentlichen Frage ablenken: Wie geht es Timmy? Wenn der Wal zu schwach zum Schwimmen, zum Tauchen und wieder Auftauchen ist, dann ist er einem furchtbaren Tod durch Ersticken erlegen. Wer möchte dafür die Verantwortung übernehmen nach dem wochenlangen Medienspektakel?
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte immerhin eine fünfzigprozentige Chance gehabt, dass die Sache, für die er sich engagiert hat, gut für ihn ausgeht, wenn er sich der Wissenschaft verschließt und dafür den lautstark pöbelnden Schwurblern Gehör schenkt.
Aber wie gesagt, Schrödingers Wal befindet sich im Augenblick noch in zwei verschiedenen Zuständen …
Einer der letzten Aufrechten der Generation Woodstock, der von der Kultur des Protestsongs beeinflusst war, hat am 7. März diesen Jahres das Zeitliche gesegnet. Sein Debütalbum war ein Tribut an Woody Guthrie. Country Joe McDonald, der mit dem Gitarristen Barry „The Fish“ Melton ein Duo bildete, aus dem später die Gruppe Country Joe & The Fish hervorging, erlangte seine Popularität vor allem wegen seines Auftritts im legendären Woodstock-Festival. Seinen Protestsong gegen den Vietnamkrieg I-Feel-Like-I‘m-Fixin‘-To-Die Rag eröffnete er mit den legendären Rufen „Give me an F, give Me a U, give me C, give me a K – What‘s that spell? What‘s that spell?“ und die Gemeinde seiner Anhänger skandierte lautstark ihre Verachtung gegen das System und den Vietnamkrieg.
1983 veröffentliche Country Joe McDonald das Album Animal Tracks, das ausschließlich das Thema Umwelt zum Inhalt hatte. Was viele Fans überraschte. Er war einer der Ersten, der diese Thematik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte. Vorausgegangen war eine jahrelange Zusammenarbeit mit Greenpeace, bei der sich Country Joe McDonald an einer Aktion mit dem Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior in British Columbia beteiligte, in dessen Folge er mit dem Stück Blood On The Ice gegen das jährliche Robbenschlachten protestierte.
Country Joe McDonald war 84 Jahre alt, als er im März starb.
Wenn es jetzt den Song Save The Whales aus dem Album Animal Tracks zu hören gibt, dann ist das keineswegs mein Beitrag zum Wal, der sich in der Ostsee verirrt hat und zum Medienspaktakel wurde. Das ist ein Protestsong, den man im Kontext der damaligen Zeit sehen muss, als das industrielle Abschlachten von Walen eine breite, weltweite Protestbewegung hervorrief. Vor allem soll es eine Erinnerung an einen der ganz großen Singer Songwriter sein. Einer wie er wäre in Zeiten wie diesen besonders wichtig.