Am 30. Januar feierte Phil Collins seinen 75. Geburtstag. Einen wie ihn, von dem man beinahe nur in Superlativen sprechen kann, sollte man natürlich nicht einfach übergehen. Deswegen also lieber später als gar nicht.
Phil Collins war Mitglied einer der weltbesten Bands. Er war der quirlige Arbeiterklassentyp, der bei Genesis Schlagzeug spielte. Nach dem Abgang von Peter Gabriel übernahm Collins auch die Gesangsparts. Damit verlieh er der Band nicht nur einen neuen Ausdruck und ein neues Gesicht, er steuerte den schweren Prog-Rock-Dampfer Genesis auch in den Mainstream. Phil Collins war außerdem als Solist äußerst erfolgreich und er spielte die Hauptrolle in dem Film Buster. Durch seine Omnipräsenz bestimmte er ein ganzes Jahrzehnt. Seine Popularität zeigte sich auch, als er 1985 während des Live-Aid-Konzertes auf zwei Kontinenten auftrat. Nach seinem Auftritt im Londoner Wembley-Stadion wurde er mit einer Concorde nach New York geflogen, per Hubschrauber ging es dann zum nächsten Auftrittsort in Philadelphia. Nebenbei betrieb Phil Collins in den Siebzigern noch ein Hobby-Projekt namens Brand X. Mit der Fusionsband produzierte er experimentelle Instrumentalmusik.
Heute ist Phil Collins nur ein Schatten seiner selbst. Es zereißt einem das Herz, wenn man einen der Großen in diesem Zustand sieht. Nicht nur, dass er längst die Trommelstöcke nicht mehr halten kann, er braucht inzwischen eine Ganztagsbetreuung.
Nun gibt ein längeres Stück von Phil Collins zusammen mit Genesis zu hören. Home By The Sea aus dem gleichnamigen Album, das 1983 veröffentlicht wurde, entstand in einer Phase, in der Vergangenheit und Zukunft von Genesis aufeinandertreffen. Die komplexen Prog-Rock-Strukturen wurden mit eingängigen Melodien schon etwas weichgespült. Diese Entwicklung sollte sich auf späteren Alben fortsetzen. Die Musik von Genesis öffnete sich auf diese Weise größeren Hörerkreisen. Das Stück ist eine zweiteilige Rocksuite, betehend aus Home By The Sea und Second Home By The Sea. Den Text schrieb Keyboarder Tony Banks, an der Musik beteiligte sich die gesamte Band.




