Verfasst von: eleucht | 2. August 2021

Live Musik – ParkFest Plauen

Manchmal kann man sich auch in diesem Sommer auf ein sonniges Wochenende verlassen. Oder wenigstens auf ein halbes. Sonnabend war es sonnig, ohne heiß zu sein, der Sonntag begann dann schon wieder mit Regen.

Es ist erst ein paar Tage her, dass die Fontäne im Teich des Plauener Stadtparks wieder sprudelt. Umfangreiche Sanierungsarbeiten waren nötig gewesen, die auch dank vieler Spenden ausgeführt werden konnten. Und das pünktlich zum Beginn des KulturSommersPlauen.

Das ParkFest zog trotz des gleichzeitig stattfindenden Rummels eine Menge Leute an, und die kamen natürlich nicht nur aus Plauen. Es wurde für jedes Alter einiges an Unterhaltung geboten.

Auch manche Hunde hatten sichtlich ihren Spaß.

Die meiste Zeit verbrachte ich dann aber vor der Unplugged-Bühne. Denn da gab es Live-Musik zu hören. Damit wurde man in den vergangenen Monaten ja nicht gerade verwöhnt. Auf diese Weise bekamen auch Künstler aus der Region eine gute Möglichkeit, sich den Menschen (in der Region und darüber hinaus) vorzustellen.

Christian Wenzel – Red Face Project – und Markus Löffler -Zami – hatten ihre Gitarren allerdings eingestöpselt, was dem Sound sehr gutgetan hat. Ich hatte vom Red Face Project schon in der Zeitung gelesen, endlich also die Chance, diese Musik auch live zu hören. Die beiden waren überzeugend, auch wenn sie nach dem Motto „ohne Proben nach ganz oben“ aufgetreten sind.

Rein akustisch ging es bei Loreen Zacher und Tino Peisker zu. Deutsche Texte mit Tiefgang und zum Nachdenken anregend. Was man für beide Gruppen sagen kann. Nein, muss.

Ein entspannter Samstagnachmittag mit Kultur und Live-Musik. Da wird einem klar, wie lange man darauf hatte verzichten müssen.

Hinzuzufügen wäre noch, die Inzidenz im ehemaligen Corona-Hotspot Vogtlandkreis liegt derzeit bei 0,4, und dieser niedrige Wert blieb jetzt schon für längere Zeit stabil. Allerdings haben die Schulferien hier erst vor einer Woche begonnen.

Verfasst von: eleucht | 1. August 2021

Classic Rock Sunday

Die Gruppe Transit wurde 1973 gegründet und Sänger Egon Linde galt als ostdeutsche Antwort auf Udo Lindenberg. Wobei Egon Linde tatsächlich von der Küste kam, was denn auch in vielen seiner Songs zum Ausdruck kam. Anfang der 1970er Jahre herrschte im Kunst- und Kulturbetrieb der DDR so etwas wie Tauwetter. Zu den Weltfestspielen 1973 wollte sich die Republik als weltoffenes Land präsentieren. Was den meisten, die gezwungen waren, hier zu leben, wie Hohn vorgekommen war. Immerhin war das eine Zeit, in der sich in der Musikszene einiges tat, was Hoffnung auf bessere Zeiten machte. Leider wurde diese Hoffnung wenig später gnadenlos zerschlagen, die Musikszene wurde mit neuen harten Restriktionen überzogen. Im Zuge der Biermann-Ausweisung kehrten viele Künstler der DDR den Rücken.

Nachdem Udo Lindenberg dann auch noch mit dem „Sonderzug nach Pankow“ bei der Partei- und Staatsführung der DDR in Ungnade gefallen war, bestand kein Interesse mehr daran, Musiker und Bands zu unterstützen, die ihm in irgendeiner Weise auch nur ähnlich waren. Transit durften auf keinen großen Veranstaltungen mehr auftreten, ihre Konzerte wurden abgesagt, die Produktion einer Schallplatte gestoppt.

Ich mochte Transit sehr, die Texte erzählten vom Alltagsleben und hatten deutsche Geschichte (z.B. das Hildebrandslied) zum Inhalt. Der Art von Egon Lindes Vortrag ging die Schnodderigkeit und die Rocker-Attitüde von Lindenberg ab.

„Ich fahr an die Küste“ dürfte, wenn ich mich recht erinnere, ihr erster großer Hit gewesen sein. Und das werde ich dieser Tage dann auch mal tun. Ich meine, das an-die-Küste fahren.

Verfasst von: eleucht | 26. Juli 2021

Lange nicht mehr gesehen

Cheb an einem heißen, schwülen Sommertag. Wie lange ist es her, dass ich nicht mehr dort gewesen bin? Ist wirklich schon eine ganze Weile her. Schrittweise nur wurde die Tschechische Republik für Ausländer wieder geöffnet. Der Marktplatz mit den historischen Häusern erstrahlt wie gewohnt in farbenfroher Pracht. Immer wieder findet dort etwas statt, Hochzeitsgesellschaften zum Beispiel kann man öfters erleben. Dem neuvermählten Pärchen mag der Sonnenschein Glück verheißen.

St. Nikolaus streckt seine beiden Türme in das Blau des Himmels. An Besuchern mangelt es wie immer nicht. Wegen der gegenwärtig noch geltenden Corona-Maßnahmen heißt es, Maske tragen. Die Tschechen haben gelernt. Nachdem im vergangenen Jahr der Lockdown nach der ersten Welle erfolgreich überstanden wurde, wurde das öffentliche Leben ohne größere Einschränkungen wieder hochgefahren. Mit dem Ergebnis, dass nach der Urlaubszeit Tschechien für eine Weile das Land mit der höchsten Inzidenz war. Das soll nicht noch einmal passieren. Im Gegensatz zu Sachsen hat man hier den Mund- und Nasenschutz auch beim Einkaufen zu tragen. Im vergangenen Jahr war es genau umgekehrt.

Die Renovierung des Mauerwerks an der evangelischen Friedenskirche war weit fortgeschritten. Die evangelische Gemeinde war im damaligen Eger seit 1868 tätig. Sie wurde mit Hilfe von Kollekten aus Sachsen, Brandenburg und Bayern gebaut. Später wurde sie jahrzehntelang vernachlässigt, noch 2017 konnte man durch einen Riss im Mauerwerk noch nach außen sehen. 2019 wurde die Kirche wieder ihrer Bestimmung übergeben. Was nach dem Zustand, in dem sich das Gebäude befand, einem Wunder gleichkam.

Verfasst von: eleucht | 25. Juli 2021

Classic Rock Sunday

Nach der Veröffentlichung von „Video Killed The Radio Star“ von den Buggles war Trevor Horn einer der begehrtesten Produzenten im Musikbusiness. So ist er in vielerlei Hinsicht für den Sound der 1980er Jahre mitverantwortlich, von Yes, bei denen er kuzzeitig sogar Mitglied war, bis ABC. Er hatte einen nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg von deren Album „The Lexicon Of Love“. Es gab den besten, nach Perfektion strebenden Sound dank des modernsten Equipments, das damals zu haben war. So ist es eigentlich kein Wunder, dass diese Musik trotz der 80er Jahre-Ästhetik des Videos auf eine gewisse Weise auch heute noch modern klingt und auf dem neuesten Stand der Technik zu sein scheint. Mir persönlich standen damals Spandau Ballet näher, aber so groß sind die Unterschiede im Stil da eigentlich gar nicht.

Verfasst von: eleucht | 18. Juli 2021

Classic Rock Sunday

Simon & Garfunkel kamen aus den Sechzigern und ihre wunderschönen Folksongs sind längst Klassiker. 1986 veröffentlichte Paul Simon das Album Graceland, das zu einer seiner erfolgreichsten Soloproduktionen werden sollte. Dabei hatte er sich mit dieser Arbeit von der Tradition der Singer Songwriter total abgewendet. Die Stücke entstanden auf der Basis von Mitschnitten, die Paul Simon in Südafrika gemacht hatte. Weltmusik war damals, auch dank Peter Gabriel, das ganz heiße Ding. Die Aufnahmen der südafrikanischen Musiker fügte Simon zu Songs zusammen, über die er seinen Gesang legte. So entstand ein luftig leichter, von Sonnenschein durchfluteter Sound mit viel Percussion.

Ein bitterer Nachgeschmack bleibt trotzdem, denn Paul Simon verwehrte den südafrikanischen Mitmusikern die Credits an den Aufnahmen.

Verfasst von: eleucht | 15. Juli 2021

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Jede Katze hat irgendwann mal etwas angestellt, sodass Herrchen oder Frauchen Grund haben, böse zu sein. Meist merkt das Tier selbst, wenn so etwas passiert ist. Wenn Herrchen oder Frauchen schimpfen, verschwindet die Katze schnell an einem Ort, an dem sie sich sicher fühlt.

Man könnte glauben, sie sind beleidigt. Aber das ist nicht so. Dazu ist das Gedächtnis der Katze gar nicht in der Lage. Die Katze ist durch den Lärm – zerbrochenes Glas, eine herunterfallende Vase, Schimpfen – erschrocken und verunsichert.

Nach einer Weile, wenn alles wieder in Ordnung ist und Ruhe einkehrt, ist die Welt wieder in Ordnung. Zum Glück sind die Katzen nicht nachtragend. Im Gegensatz zu manchen Menschen.

So etwas wie ein schlechtes Gewissen haben Katzen nicht. Haben sie etwas angestellt und ihre Menschen reagieren böse und schimpfen mit ihnen, so macht sie die schlechte Stimmung der Menschen vor allem ratlos. Was dann folgt, tun sie meist aus Verlegenheit, sie lecken sich, kratzen sich hinter den Ohren oder schütteln sich. Das tun sie, um Zeit zu gewinnen. Dann folgt meist ein schmachtender Blick, das berühmte Blinzeln und das elegante Strecken. Sie hoffen, dass dieses Verhalten seine Wirkung beim Menschen nicht verfehlt.

Verfasst von: eleucht | 12. Juli 2021

Wo der Nussknacker vor der Haustür steht

Wo der Nussknacker an der Haustür wacht, ist die erzgebirgische Volkskunst zu Hause. Vom Weihnachtsengel bis zum Schwibbogen könnte man sich jederzeit fürs kommende Weihachten eindecken. Allerdings fällt es gerade bei strahlendem Sonnenschein schon schwer, an Weihnachten auch nur zu denken. Das erzgebirgische Schneeberg ist auch ohne weihnachtlichen Schmuck eine sehenswerte Stadt. Rathaus, Alte Wache und Spitalkirche sind historische Gebäude. Die Wasserfontänen auf dem Marktplatz laden zum Erfrischen an heißen Tagen ein.

Nebenbei erfährt man auch noch, was es mit einer Brotbank auf sich hat. Als solche bezeichnete man im Mittelalter die Verkaufsstellen der Bäcker. Produktion und Verkauf von Waren waren im Mittelalter streng geregelt. Die Bäcker hatten ihre Backwaren zu einer Brotbank zu bringen, dort wurden sie auf Qualität und Gewicht geprüft und dann zu festgesetzten Preisen verkauft. Um eine Brotbank zu eröffnen, bedurfte es der Genehmigung durch den Landesfürsten, die Bäcker hatten eine Art Miete für die Nutzung zu zahlen.

Die Kirche St. Wolfgang gehört zu den bedeutendsten Bauwerken in Schneeberg. Sie wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Stil der Spätgotik und des reformatorischen Kirchenbaus errichtet. Leider war sie an diesem Tag geschlossen. Der MDR plante die Übertagung eines Konzertes in der Kirche. Dass ich trotzdem noch ein paar Fotos vom Inneren machen konnte, verdanke ich einem freundlichen Herrn – ich denke, einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung – der mich durch einen Seiteneingang ein- und einen kurzen Blick ins Innere werden ließ. Die Stuhlanordnung ist natürlich den derzeitigen Maßnahmen in Bezug auf Corona geschuldet.

Der doppelt zu öffnende Altar gehört zu den bedeutendsten sächsischen Kunstwerken. Er stammt aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä.

Ein letzter Blick von der Sonnenterrasse eines Cafés auf die Stadt und das erzgebirgische Land.

Verfasst von: eleucht | 11. Juli 2021

Classic Rock Sunday

Sie waren nicht das Traumpaar der Pop- und Rockmusik der 1980er Jahre, aber Peter Gabriel und Kate Bush gehörten zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Künstlern dieses Jahrzehnts. Es ist nicht übertrieben zu sagen, sie haben es mitgeprägt. Mit dem Album „So“ hatte Gabriel seine Vergangenheit bei Genesis und damit den Prog-Rock endlich hinter sich gelassen. „Sledge Hammer“, einer der größten Hits dieses Albums, war Funk und tanzbar. Das Video dazu, das auf MTV nach Veröffentlichung auf Heavy Rotation lief, setzte neue Maßstäbe in Sachen Videoproduktion.

Kate Bush war die erste Frau, die mit einem selbstgeschriebenen Song Nr. 1 der britischen Charts belegte. Das war „Wuthering Heights“. Den ersten Fernsehauftritt mit diesem Stück hatte sie übrigens im deutschen Fernsehen, und zwar in Bios Bahnhof. In der Musik von Kate Bush vereinen sich Moderne mit klassischem Folk und der Romantik. 1985 veröffentlichte sie ihr erfolgreichstes Album „Hounds of Love“, das Hits wie „Cloudbusting“ und „Running up that Hill“ abwarf.

„Don`t Give Up“ aus Peter Gabriels Album „So“, das er zusammen mit Kate Bush singt, ist eine der berührendsten Balladen der Achtziger.

Verfasst von: eleucht | 8. Juli 2021

„Cassandras Zorn“ – Joanna Kavenna

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Cassandra White ist eine beeindruckende Persönlichkeit und eine Person, die auffällt mit ihrem flammend roten Haar und ihrer Energie, mit der sie sich für die Natur und gegen das System engagiert. Die Ich-Erzählerin, mit der sie bald Bekanntschaft machen soll, ist das genaue Gegenteil davon, die frustrierte Hausfrau, die im Job genauso wie in ihrer Ehe keine Erfüllung findet, deren Mann fremdgeht und sie schließlich sogar verlässt. Da muss sich etwas ändern. Das „neue Leben“ findet sie, nachdem sie auf eine Annonce antwortet, ausgerechnet auf dem Landsitz von Cassandra White in englischer Provinz. Nach dem ersten Kennenlernen meldet sich die Stimme der Vernunft in ihrem Inneren beinahe stündlich zu Wort und rät ihr, möglichst schnell wieder zu verschwinden und in ihr normales Leben zurückzukehren, denn die Welt, durch die man in Gummistiefeln stapft und in der sich die ihr zugeteilte Ziege partout nicht melken lassen will, kann unmöglich die ihre sein. Statt Heizung gibt es bei Cassandra nur ausgekühlte und feuchte Zimmer, sie ist unabhängig von der Wasser-und Stromversorgung. Alles aus eigener Herstellung, auf keinen Fall einen Kompromiss mit dem pervertierten System eingehen. Um es irgendwann am Tag warm zu haben, geht man in den Wald und holt Feuerholz. Wasser schöpft man aus dem selbst gebauten Brunnen usw. Wie bequem war es dagegen in ihrem langweiligen Bürojob.

Wider aller Vernunft bleibt die Protagonistin bei Cassandra, sei es aus Trotz oder um sich selbst etwas zu beweisen. Im Kampf gegen die Pervertierung des Systems geht Cassandra ungewöhnliche Wege. Nachdem Siedler in ihrem Tal ihre Wohnung verlieren oder zu verlieren drohen, beschließt sie, all jene in die Landhäuser der Reichen, die oftmals monate- oder jahrelang leerstehen, einzuquartieren. Wohnraum stünde ungenutzt herum, die Besitzer scheren sich nicht oder nur wenig um ihren Besitz, während arme und alte Menschen wegen der Immobilienspekulanten ihre Wohnungen verlieren. Generalstabsmäßig geht Cassandra White dabei vor, unterstützt von ihrer Assistentin, auch wenn die Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihres Tuns hat und nicht an einen langanhaltenden Erfolg glaubt.

Natürlich kann die ganze Unternehmung nur in der Katastrophe enden.

Freunde des schwarzen englischen Humors werden den Roman mögen. Die überspitzte Darstellung der beiden unterschiedlichen Frauen und ihrer Umgebung – der Rebellin und der Hausfrau – ist großartig und amüsant zu lesen. Wobei hinter jedem sarkastischen Wort mehr als nur ein Funke Wahrheit steckt.

Verfasst von: eleucht | 4. Juli 2021

Classic Rock Sunday

Roxy Music wurden 1971 gegründet, ihr erster großer Hit Virginia Plain schlug voll bei mir ein. Da waren Elemente von Artrock und New Wave zu hören, die Band war also voll auf der Höhe der Zeit. Im Mittelpunkt stand der dandyhafte Bryan Ferry mit seinem unverkennbaren Vibrato-Gesang. Vor seiner Karriere als Musiker arbeitete er übrigens als Kunstlehrer an einer Mädchenschule in London. Als solchen kann man ihn sich, glaube ich, gut vorstellen. Nicht vergessen werden sollte aber auch der Einfluss des Keyboarders Brian Eno. Der verließ die Band 1974 und widmete sich fortan mehr der experimentellen Musik.

Auf dem Debütalbum war Virginia Plain übrigens nicht zu finden. Das Stück erschien als Single. Nachdem es aber ein Erfolg in England wurde und Platz 4 der Charts erreichte, wurde es späteren Neuveröffentlichungen des Albums hinzugefügt.

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