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Posted by: eleucht | 26. Oktober 2026

20 Jahre Carolin No

Carolin No touren durch die Lande und feiern dabei „20 Jahre live“. Die beiden Musiker, Andreas und Carolin Obieglo, sind verheiratet und gleichzeitig eine Band. 2007 haben sie diese gegründet. Auf ihrer Tournee machten sie auch hier Station und ich hatte nach längerer Zeit mal wieder das Vergnügen, am Samstag ein Konzert in unserer Katharinenkirche zu erleben. Es ist schon eine Weile her, dass ich Carolin No live sehen konnte. 2012 war das in der Göltzschtalgalerie in Auerbach. Begleitet wurden die Musiker damals von dem Cellisten Tilmann Wehle. Loveland hieß das Album, das damals aktuell war und eine Menge großartiger Lieder enthält. Einige davon waren auch an diesem Abend in der Katharinenkirche zu hören gewesen und sie weckten Erinnerungen. Auch die Geschichten, die Andreas und Carolin zwischen den Titeln zum Besten gaben und die unter anderem auch den Bandnamen erklärten, waren mir in Teilen noch gut bekannt.

Es ist nicht zu überhören, dass Carolin No nicht stehengeblieben sind, sondern sich musikalisch weiter entwickeln und auch das eine oder andere Experiment nicht scheuen. Die Stücke aus dem neuen Album, dass passend On & On heißt, belegen das sehr deutlich, sie klingen zeitgemäß. So gab es im stilvollen Ambiente der alten Kirche ein stimmungsvolles Konzert aus alten, oder besser gesagt bekannten, und neuen Songs, teils in Dur, oft in Moll, einige fröhlich locker, andere nachdenklich, aber stets auf der Suche nach dem perfekten Klangerlebnis. Und das geschätzte Publikum durfte gelegentlich als Backgroundchor fungieren. Dass die Musiker mit zwei Mal stehenden Ovationen verabschiedet wurden, haben sie verdient. Ohne drei Zugaben kamen sie auch nicht von der Bühne. Als Beispiel gibt es ihr hier den Titelsong des neuen Albums in einer Live-Version zu sehen und zu hören.

Posted by: eleucht | 25. Oktober 2026

Classic Rock Sunday

Die Dragonflies sind noch weit davon entfernt, Klassiker des Rock zu sein, denn erst im September diesen Jahres wurde ihr Debütalbum gleichen Namens veröffentlicht. Immerhin ein wunderschöner Name für eine Band. Die Vorstellung vom schwerelosen Schweben der Libellen verspricht Mystisches, und dieses Versprechen hält das Album. Gegründet wurden die Dragonflies von Dhani Harrison, dem Sohn von George Harrison, und Nigel Godrich, der vor allem als Produzent aller Alben von Radiohead bekannt ist. Ein Meister des Klangs also. Bei den Dragonflies ist er für die tiefen Töne verantwortlich. Zur Band gehören noch Joey Waronker am Schlagzeug, der Keyboarder Maurice Talbot und Gitarrist Nick Valensi, der einst Mitglied der Strokes war.

Dhanis helle und sanfte Stimme, die über den Strings in dem Stück Slower schwebt, beschwört unweigerlich die Erinnerung an seinen Vater herauf. Man kann nichts dagegen tun, nicht wenn man in der Vergangenheit eine Menge George-Harrison-Songs gehört hat.

Posted by: eleucht | 18. Oktober 2026

Classic Rock Sunday

Er wollte die Klassiker aus dem Weg räumen (Roll Over Beethoven) und ist mit diesen Klassikern doch vereint auf der Goldenen Schallplatte zu hören, die 1977 mit der Voyager-Mission ins All geschossen wurde, um möglichen außerirdischen Zivilisationen einen kleinen Einblick in die irdische Musikwelt zu geben. Johnny B. Goode ist der einzige Rock‘n‘Roll-Song auf dieser Schallplatte. An diesem 18. Oktober wäre Chuck Berry 100 Jahre alt geworden. Ein Jubiläum, an dem man wahrscheinlich nicht vorbeikommt.

Dabei schien Chuck Berry eine solche Karriere eigentlich nicht bestimmt, denn er war mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Von 1944 bis 1947 saß er wegen eines bewaffneten Raubüberfalls im Gefängnis, 1962 ein weiteres Mal wegen der Verschleppung einer Minderjährigen.

1951 kaufte er als Pförtner eines Radiosenders einem Musiker die Gitarre ab, besorgte sich ein Tonbandgerät und begann mit eigenen Musikaufnahmen. Der Bluesveteran Muddy Waters war es, der Chuck Berry riet, sich bei Chess Records zu bewerben. Der Erfolg begann mit Maybellene, seiner Adaption des Traditionals Ida Red. Zu seinen Konzerten erschienen in der Folgezeit auch immer mehr weiße Zuschauer, die begeistert von dieser neuen Musikrichtung waren. Klassiker wie Rock‘n‘Roll Music, Roll Over Beethoven und Johnny B. Goode waren mehr als nur Inspiration für die Beatles und die Rolling Stones. Als diese Bands die Hits von Chuck Berry auf ihren Schallplatten coverten, erlebte der einen zweiten Frühling. Chuck Berry war es, der die Gitarre als wichtigstes Instrument in der Rock‘n‘Roll-Musik etablierte. Er spielte eine Gibson. Der Entengang, mit dem er sein Gitarrenspiel begleitete, wurde zu seinem Markenzeichen. In dem Klassiker Zurück in die Zukunft würdigte auch Michael J. Fox den Rock‘n‘Roll Pionier. Es gibt nicht viele Intros, die so eingängig sind wie das zu Johnny B. Goode.

Posted by: eleucht | 15. Oktober 2026

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully


Im Zweikatzenhaus von Mulder und Scully herrscht hin und wieder Hochbetrieb. Das Häuschen findet im ganzen Jahr und durch alle Jahreszeiten Anklang. Die obere Etage wird vor allem zum Sonnenbaden benutzt. Auch im Herbst und im Winter scheint die Sonne durchs Fenster. Im unteren Teil des Hauses, dem Erdgeschoss sozusagen, hat sich vor allem Scully eingerichtet, Sie findet es dort richtig gemütlich, zu bestimmten Zeiten, vor allem am Vormittag, ist das ihr bevorzugter Schlafplatz. Ab und zu darf natürlich auch Mulder diesen Teil des Hauses nutzen. Da ist Scully großzügig.

Posted by: eleucht | 11. Oktober 2026

Classic Rock Sunday

Die Band Lake wurde 1973 im hohen Norden Deutschlands gegründet, und zwar in dem Städtchen Husum. Ihr Stil war für die deutsche Rockmusik eher ungewöhnlich und deswegen einzigartig, sie spielten Westcoast-Rock, in den sie gelegentlich Elemente des Prog-Rock mischten. Ihr Sound, der sich stark an amerikanischer Rockmusik orientierte, blieb im Ausland nicht unbemerkt. So tourten Lake mit Größen wie Lynyrd Skynyrd, Bob Dylan und Neil Young. Nach drei Alben war dann aber auch schon Schluss, auch wenn die Musiker der Band nie ganz von der Bildfläche verschwanden. Sie waren solistisch tätig oder schrieben Filmmusiken. Lake traten später in wechselnden Besetzungen auf und hielten den Namen damit am Leben.

Wenn vor kurzem das neue Album von Lake namens Four erschienen ist, dann handelt es sich tatsächlich um das reguläre vierte Album der Band, das von der Originalbesetzung eingespielt wurde, zu der unter anderem Detlef Petersen, Geoffrey Peacey, Martin Tiefensee und Ian Cussick zählen.

Für das Stück Red Lake aus dem 1978 erschienenen Album Lake II konnten sie Carl Wilson von den Beach Boys als Backgroundsänger gewinnen. Das folgende Video stammt allerdings aus einer Show des ZDF.

Posted by: eleucht | 4. Oktober 2026

Classic Rock Sunday

Ufo waren eine feste Größe in der britischen Hardrock-Szene. Vor allem auch dank ihres grandiosen Gitarristen Michael Schenker, den sie sich erst von den Scorpions ausliehen, später aber ganz übernahmen. Schenker war nicht nur einer der jüngsten Gitarristen in der Szene überhaupt, er schrieb auch großartige Songs für die Band, die Hitpotential hatten.

1978 verließ Michael Schenker Ufo, Grund waren seine Drogenprobleme und Differenzen mit Sänger und Bandleader Phil Mogg. Für ihn kam Paul Chapman, der vier Jahre zuvor schon einmal Kurzzeitmitglied bei Ufo gewesen war. Nach Michael Schenker kein leichter Stand für den Gitarristen. Das von George Martin produzierte Album No Place To Run lief nicht so erfolgreich wie erwartet. Für den Nachfolger, The Wild, the Willing and the Innocent, holte man sich den Multiinstrumentalisten Neil Carter mit an Bord. Auf einmal hielten Streicher und ein Saxophon Einzug ins Hardrockgefüge. Und bei manchen der Stücke hatte man das Gefühl, Phil Mogg hätte beim Songschreiben Bruce Springsteen über die Schulter geschaut. Wie das folgende Lonely Heart belegt.

Das zeichnet nur einen kleinen Teil der wechselhaften Geschichte der Hardrocklegende auf. Erst 2024 hat Phil Mogg das endgültige Aus von Ufo verkündet.

Posted by: eleucht | 2. Oktober 2026

Lesoir zum Zweiten

Am Donnerstag war wieder einmal Prog-Zeit im Wohnzimmer des Prog, im Bergkeller Reichenbach. Lesoir aus den Niederlanden waren angesagt, die ich vom ersten Mal noch in guter Erinnerung hatte und demzufolge keinen Grund sah, sie nicht noch ein zweites Mal live zu erleben. Zumal sie ein neues Album („Tomorrow Is Now Today“) im Gepäck haben, von dem es sicher auch einiges zu hören geben würde. Und siehe da, der Bergkeller war mit Fans gut gefüllt, auch wenn die Band ein paar mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Es waren trotzdem wesentlich mehr als letztens zu Funk und Southern Rock.

Das Konzert begann mit einem schweren Bassrhythmus, der durch den Saal wummerte, und mir war klar es geht los mit Is It Nothing?, einem Stück aus dem neuen Album. Die Dramatik steigerte sich, wie man das von Werken des Prog Rock gewöhnt ist, bis zum hymnischen, hoffnungsvoll stimmenden Ende.

So verlief der Abend mit altem und neuem Material. Vieles kannte ich, die neuen Sachen klangen vielversprechend und machten neugierig auf das Album.

Die Besetzung der Band hat sich zwischenzeitlich etwas geändert. Es gibt nur noch eine Frau in der Gruppe, die Multiinstrumentalistin Maartje Meessen, die vom Mikro zu den Keyboards wechselt, akustische und elektrische Gitarre spielt und den detailverliebten Sound der Band auch mit ihrem Querflötenspiel bereichert. Die zweite Frau bei Lesoir wurde durch den Gitarristen Rutger Martens ersetzt, der sich gelegentlich auch an die Pedal Steel setzt und dieser atmosphärische Töne entlockt und nebenbei auch Backgroundgesang beisteuert. Insgesamt ein großartiger Abend, der die Erwartungen voll und ganz erfüllt hat, auch wenn bei einer Zugabe einiges schief lief (das falsche Sample war programmiert) und es deswegen dreier Anläufe bedurfte. Live is Life eben.

Posted by: eleucht | 1. Oktober 2026

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully


Mit wenigen Handgriffen ist aus dem Sommersofa mit der kühlenden Oberfläche ein flauschiges, kuscheliges und warmes Sofa für die kalte Jahreszeit geworden. Darin lässt sich hervorragend ruhen und schlafen, wie man an Mulder sieht.

Posted by: eleucht | 27. September 2026

Classic Rock Sunday

Natalie Imbruglia wurde, wie auch ihre Kollegin Kylie Minogue, durch eine Rolle in der australischen Seifenoper Nachbarn bekannt, bei der sie 1991 einstieg. 1994 hatte sie die Serie bereits wieder verlassen und zog nach England. Ihre Popularität half ihr bei ihrer neuen Karriere als Sängerin. Der Song Torn wurde 1997 ein Welthit. Es handelt sich dabei um die Coverversion eines Liedes der dänischen Sängerin Lis Sørensen. In England schaffte es Torn auf Platz 2 der Charts. Ihr Debütalbum Left of the Middle wurde auch in den USA ein großer Erfolg und enthielt mit Big Mistake und Smoke zwei Hitsingles. Das Nachfolgealbum, 2001 veröffentlicht, konnte die hohen Erwartungen nicht mehr erfüllen.

Der große Erfolg von Torn blieb nicht ohne Folgen für Natalie Imbruglia. Der plötzliche Ruhm erzeugte einen Druck, dem sie nicht gewachsen war. Die Sängerin setzte sich später in vielen Interviews mit diesen Problemen auseinander. Sie litt unter Angstzuständen und Depressionen, dazu kamen Schreibblockaden und Versagensängste. So zog sich öfters aus dem öffentlichen Leben zurück. In den letzten Jahren ging Natalie Imbruglia sehr offen mit ihren mentalen Problemen um. Zwischenzeitlich kehrte sie auch auf die Leinwand zurück (sie spielte an der Seite von Rowan Atkinson) und arbeitete als Model.

Inzwischen liegt mit Algorithm ein neues Album von ihr vor, das musikalisch gut in die derzeitige Clubszene passt. Als Beispiel gibt es hier Just Drive zu hören.

Posted by: eleucht | 21. September 2026

Under Southern Skies im Bergkeller

Szenewechsel im Reichenbacher Bergkeller, genauer gesagt, Soundwechsel. Nach einem Abend voller Soul und Funk ging es am vergangenen Samstag auf die andere Seite Amerikas, aufs Land. Chris Horses & The Slow Smoke versprachen Country und Southern Rock. Der Bandboss an der Gitarre und am Mikrofon macht mit seinen langen Haaren und dem Cowboyhut tatsächlich den Eindruck eines typischen Südstaatenrockers. Aus dem Süden kommt Chris Horses tatsächlich, allerdings aus dem Süden Europas, aus Italien. Genauso wie die Musiker seiner Band The Slow Smoke. So fühlte man sich an diesem Abend im Bergkeller in ein verlassenes Nest an irgendeinem gottverdammten Highway im mittleren Westen der USA versetzt, in dem eine Band die Besucher einer Kneipe mit Country Rock unterhält. Eigentlich fehlte nur noch das Billard in einer Ecke, um das Klischee perfekt zu machen.

Chris Horses & The Slow Smoke haben gerade ein neues Album am Start – Nowhere Bound –, das natürlich mit vielen Beispielen ausführlich vorgestellt wurde. Neben älteren Songs der Band gab es auch Coverversionen, als Beispiel sei Last Dance With Mary Jane von Tom Petty genannt. Chris Horses im karierten Baumfällerhemd wirkte auch ein bisschen wie ein Neil Young-Epigone. Dieser Eindruck wurde von seinem Gitarrenspiel vom ersten angeschlagenen Akkord an unterstrichen. Chris Horses scheint, was das Gitarrenspiel betrifft, bei Neil Young in die Schule gegangen zu sein. Bei jemandem, der eine so beseelte Version von Cortez the Killer spielt, kann das gar nicht anders sein. Das Stück markierte dann auch den Höhepunkt des Events. Noch erwähnt sei ein anderer Song, den Neil Young geschrieben hat, Ohio. Großartig der Satzgesang der Band, der Erinnerungen an Crosby Stills Nash & Young weckte, die den Protestsong einst als Single veröffentlicht hatten.

Chris Horses, so tat er in einer seiner Moderationen kund, kann keine „Lucky Songs“ schreiben. Macht nichts, Country Rock hat nicht selten die eher dunklen Seiten der menschlichen Beziehungen zum Inhalt. Shine Or Rain aus dem aktuellen Album der Band soll es hier noch zu hören geben.

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