Verfasst von: eleucht | 10. Mai 2021

Ein Bilderbuchsonntag – aber nur fast

Fast übergangslos ist der Sommer ins Land gekommen, 27°C am Nachmittag. Das Grün des Frühlings explodiert förmlich an allen Ecken und Enden.

In Plauen lächelt an fast jeder Ecke ein mehr oder weniger freundlicher Mensch von einem Plakat herab. Die Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister, die bald ansteht. Sieben sind es an der Zahl. Ein querdenkender Busunternehmer ist auch dabei.

Die Terrasse am Hang des Stadtschlosses ist noch immer Baustelle, die Bepflanzung geht gut voran.

Bei dem Wetter, das ein Versprechen auf den kommenden Sommer ist, bekommt man Appetit auf ein Eis. Sommer und Eiscreme gehören einfach zusammen. Leider finde ich in der Innenstadt nirgends einen Straßenverkauf. So lange die Gastronomie noch geschlossen ist, die einzige Möglichkeit. Nur eine lange Schlange vor Frozen Yogurt. Danke, nix für mich. Zwei Wochen zuvor im oberfränkischen Hof war es kein Problem, ein Eis im Straßenverkauf zu bekommen.

Zum Glück kann man sich auf McDonalds verlassen. Vanille-Eiscreme mit Schokoladensauce. Natürlich zum Mitnehmen. Großartig! Köstlich! Übrigens, die Filiale in Plauen war das erste McDonalds, das nach der Wende in Ostdeutschland eröffnet wurde.

Vater und Sohn, die liebenswerten Figuren von e.o. Plauen aka Erich Ohser, machen Werbung für die Stadtwerke.

Verfasst von: eleucht | 9. Mai 2021

Classic Rock Sunday

Peter Frampton kam schon im zarten Alter von 15 Jahren ins Musikgeschäft. Zu verdanken hat er das keinem Geringeren als Rolling-Stones-Urgestein Bill Wyman. Berühmt wird Peter Frampton als Gitarrist an der Seite von Steve Marriott in der Band Humble Pie. Später spielt er mit allen, die im Musik-Business Rang und Namen haben. Zum Megastar wurde er mit dem Live-Album Frampton Comes Alive. Legendär der Einsatz der Talkbox, mit der seine Stimme verzerrt wiedergegeben wird.

Der Versuch, ihn danach zum Teenie-Star aufzubauen, misslang gründlich, nach dem Riesenerfolg seines Live-Albums kam der Absturz in den Drogensumpf, seine folgenden Alben waren trotz des virtuosen Gitarrenspiels höchstens noch mittelmäßig. Vor allem kommerziell.

Sein Comeback hat Peter Frampton vor allem David Bowie zu verdanken, der ihn zu Aufnahmen des Albums Never Let Me Down ins Studio holte und ihm später im Rahmen seiner Glass-Spider-Tournee Live-Auftritte ermöglichte.

Auf seinem neuen Album mit dem sicherlich selbstinronisch gemeinten Titel Frampton Forgets The Words brilliert der Musiker mit Instrumentalmusik. Er spielt darauf Coverversionen und die Bandbreite reicht dabei von Radiohead bis – natürlich – David Bowie.

Wie lange Peter Framton das noch tun kann, ist fraglich, denn er leidet an der Muskelkrankheit IBM. Die Pandemie hat seine letztjährige Abschiedstournee unterbrochen, ob er nach dem Ende der Einschränkungen noch in der Lage ist aufzutreten, kann er nicht einmal selbst mit Sicherheit sagen.

Verfasst von: eleucht | 6. Mai 2021

„Departure“ – A.G. Riddle

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Ein Flugzeug stürzt irgendwo über England ab. Bäume bremsen den Sturz, es gibt Überlebende. Die Insassen starten eine atemberaubende Rettungsaktion. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven beschrieben, einmal aus der der Autorin und Biografin Harper Lane und aus der des Investmentbankers Nick Stone. Letzterer entspricht nicht so ganz der Vorstellung vom aalglatten Banker, er agiert in der Art eines Superhelden, in den sich die zweite Protagonistin im Laufe der Zeit natürlich verliebt. Man wartet vergeblich auf Suchtrupps. Doch niemand kommt, um sie aus ihrer Lage zu retten. Ein Suchtrupp der Gestrandeten startet – und entdeckt ein Hologramm von Stonehenge.

Langsam wird klar, dass sie sich in einer zukünftigen Zeit befinden. Und das ist kein Zufall, wie sich im Laufe der Handlung – natürlich – herausstellt. Mehr noch, ihr Flug wurde in die Zukunft entführt. Eine interessante Ausgangssituation. Harper, Nick, eine deutsche Ärztin und ein koreanischer IT-Experte spielen bei der Angelegenheit, in die sie verwickelt werden – oder es bereits sind – eine entscheidende Rolle. Schließlich begegnen sie sich in der Zukunft selbst. Und zwar in einer total veränderten Welt, in der die Menschheit von einem Virus so gut wie ausgerottet worden ist. Schuld daran waren die Unternehmungen eines Konsortiums von reichen Idealisten, mit denen sie die Welt verändern und das Leben der Menschen verbessern wollten. Das ist gründlich schiefgegangen. Die Elite, die sich selbst Giganten nennt und die das Geheimnis der Unsterblichkeit kennt, hat sich verzockt. Die Welt funktioniert nicht wie gewünscht und wenn dann gar persönliche Belange über das große Ganze gestellt werden, kann das nur in der Katastrophe enden. Der Konflikt ist also unausweichlich, und plötzlich stehen sich Harper und Nick auf verfeindeten Seiten gegenüber. Von ihren Entscheidungen hängt es ab, ob die Welt – die Welt in der anderen Zeitebene und damit Milliarden von Menschenleben – gerettet werden kann oder ob der Untergang unausweichlich ist.

Später, in der wirklichen Welt, auf dem richtigen Zeitstrahl sozusagen, begegnen sich die Protagonisten als Fremde wieder. Ab da wird es noch einmal richtig interessant. Natürlich sind in dem Roman Action, Science Fiction, Zeitreisen und eine Liebesgeschichte vereint. Das Buch liest sich flüssig, die Handlung wird vorangetrieben, was meiner Meinung allerdings ein bisschen auf Kosten der Logik geht. Spannend ist die Lektüre aber allemal.

Verfasst von: eleucht | 2. Mai 2021

Classic Rock Sunday

Das Chelsea Hotel in New York – dort ist im Jahre 1968 Leonard Cohen der Rock- und Bluessängerin Janis Joplin begegnet, und zwar im Fahrstuhl. Eine kurze Affäre soll die Folge gewesen sein. Dabei war Janis Joplin anfangs alles andere als begeistert von dem Sänger. Sie machte wohl keinen Hehl daraus, dass es ihr lieber gewesen wäre, wenn Kris Kristofferson ihren Weg gekreuzt hätte. Und Leonard Cohen? Der sah sich wohl als Underdog in dieser Beziehung. Wie sehr er von Janis Joplin beeindruckt gewesen war, kann man vielleicht daran ermessen, dass er den Song über diese Begegnung sechs Jahre später schrieb.

Verfasst von: eleucht | 1. Mai 2021

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Dass Katzen bis zu 16 Stunden am Tag schlafen, stimmt nicht ganz. Im richtigen Tiefschlaf verbringen sie ungefähr fünf Stunden, und das nicht einmal am Stück. Die restliche Zeit befinden sie sich in einer Art Energiesparmodus, das heißt, sie schlummern oder dösen. Sie ruhen sich nach anstrengender Arbeit aus. Das ist typisches Raubtierverhalten – Kraft sparen für die Jagd.

Übrigens wird bei Katzen im Tiefschlaf das Immunsystem repariert und der ganze Körper regeneriert sich. Deswegen sollte man eine Katze möglichst nicht aus dem Tiefschlaf wecken.

Verfasst von: eleucht | 29. April 2021

Impfroutine

Die zweite Impfung stand an, drei Wochen nach dem ersten Termin. Rund um das Impfzentrum grünt es bereits und erste Bäume stehen in Blüte. Man kennt sich inzwischen aus, am Procedere hat sich nichts geändert. Wie beim ersten Mal hatte sich eine kleine Schlange vor dem Eingang gebildet, die langsam wuchs. Nur durch den Abstand, den die Leute voneinander halten, wirkt sie länger. Aber kaum dass das Impfzentrum geöffnet wurde, ging es wieder zügig voran. Man wusste inzwischen ja, wie alles abläuft.

Als die Spritze an die Reihe kam, habe ich den Blick natürlich wieder abgewendet – und auch diesmal absolut nichts gespürt. Wie machen die das nur? Ist da Magie im Spiel? Ich bin ein weiteres Mal beeindruckt.

Nach einer knappen Dreiviertelstunde war erneut alles erledigt. Zufrieden konnte ich das Impfzentrum in Plauen verlassen, im Wissen, dass dort einmal mehr sehr professionell gearbeitet wurde.

Im sächsischen Landtag bringt derweil die FDP das Gespräch auf Lockerungen für Geimpfte. Ohne Grund dürfen Bürgerrechte schließlich nicht eingeschränkt werden. Mein Vertrauen in die sächsische Regierungskoalition ist momentan noch so groß, dass ich auf eine baldige Entscheidung hoffe. Nebenan der Söder hat’s ja vorgemacht. Und bis Franken ist es von hier ja nur ein Katzensprung. So für den Fall der Fälle.

Der Kanzlerkandidat Laschet dagegen tritt, was Lockerungen für Geimpfte betrifft, lieber auf die Bremse. Was will er damit zum Ausdruck bringen? Was will er damit sagen? Nach großer Entscheidungskraft sieht das jedenfalls nicht aus. Dabei wäre doch gerade das eine gute Gelegenheit, den Menschen endlich einmal eine Perspektive aufzuzeigen. Stattdessen gibt es wieder nur kleinliche Bedenken. Muss er vielleicht erst wieder einmal darüber nachdenken? Wenn am Ende dann aber nur wieder rhetorische Belanglosigkeiten herauskommen wie der Brückenlockdown, sollte er sich das lieber sparen. An Wortkreationen, die die Maßnahmen der Regierung, ob sinnvoll oder nicht, ob verfassungsgemäß oder nicht, schönfärberisch ummantelten, mangelte es in den letzten Monaten ja wirklich nicht. Wo Klarheit angebracht wäre, sieht man nur Zögern. So jedenfalls nimmt man die Menschen nicht mit.

Verfasst von: eleucht | 27. April 2021

Eiszeit in Hof

Gemächlich, fast träge bewegt sich die Saale durch ihr Bett im oberfränkischen Hof. Fast so wie das Leben im Lockdown. Manchmal hat man das Gefühl, es steht still. Aber das tut es nicht. Es geht weiter, die Zeit fließt dahin, mal schneller, mal langsamer, dafür aber stetig. Auch wenn derzeit nicht so viele Menschen unterwegs sind. Es gibt Schlangen vor den Eisdielen. Ein sonniger Tag macht Appetit auf Eiscreme. Ich stelle mich an. Das erste Eis des Jahres. Die nächste Kältewelle ist nicht mehr fern.

Verfasst von: eleucht | 25. April 2021

Classic Rock Sunday

Es gibt Musiker und Produzenten, die drücken ihren Werken einen ganz eigenen Stempel der Unverkennbarkeit auf. Jeff Lynne ist so einer, vor allem aber Phil Spector. Er arbeitete mit vielen Künstleren der 60er Jahre zusammen, von den Beatles bis Dion, von den Ronetts bis zu den Righteous Brothers. Nicht unumstritten sein Faible für Waffen, auch sein Umgang mit Frauen wurde ihm zum Verhängnis.

Sein musikalisches Markenzeichen wurde der „Wall of Sound“, mit denen er die Musikstücke unterlegte. Bei den Studioaufnahmen kamen bis zu 21 Musiker zum Einsatz und es kam jede Menge Hall auf die Instrumente. „River Deep Mountain High“ von Ike & Tina Turner dürfte unbestritten eines seiner monumentalsten Werke sein, das Wagner schon sehr nahe kommt. Bombast at his best.

Verfasst von: eleucht | 22. April 2021

Brücke der Einheit

Gleich hinter dem Haltepunkt Pirk an der Eisenbahnlinie von Bad Brambach nach Plauen, wo sich die Weiße Elster ein Stückchen neben den Bahngleisen durch das Tal schlängelt, erheben sich die 12 monumentalen Bögen der Autobahnbrücke. Ein beliebtes Hintergrundmotiv für Eisenbahnnostalgiker. Züge mit Dampfloks machen dort öfters Scheinanfahrten, was stets für jede Menge Dampf sorgt. Und für großartige Fotomotive.

Über die Brücke, die das Elstertal überspannt, führt die Autobahn BAB 72. Heute fährt man ganz selbstverständlich über diese Brücke von Zwickau nach Hof. Das war nicht immer so. Viele Jahre galt die Brücke als ein Symbol der deutschen Teilung. Begonnen wurde mit dem Bau der Brücke im Jahre 1938. 1940 wurden die Arbeiten eingestellt, weil es wegen des Krieges an Arbeitskräften mangelte. Die Brückenbögen aus Quadersteinen waren da schon fertiggestellt, es fehlte nur noch die Fahrbahn. Nach Ende des Krieges wurde nicht weitergebaut, da sich die Brücke ungefähr 1,5 km vor dem damaligen Grenzgebiet befand. Sie blieb die Unvollendete. Und das 50 lange Jahre.

Im Jahre 1990 wurden die Arbeiten an der Fahrbahn im Rahmen eines bayerisch-sächsischen Projektes fortgesetzt und beendet. Nun erfüllt die Brücke ihren Zweck, sie verbindet Ost mit West, Sachsen mit Bayern, sie verbindet Menschen. Im Vogtland mangelt es nicht gerade an architektonisch sehenswerten Brücken. Diese gehört auf jeden Fall dazu, lassen die schmalen Pfeiler die 60 m hohe Brücke doch viel höher und recht elegant erscheinen.

Diese Fotos zeigen die Brücke von der Straßenseite. Von hier hatte man einen besseren Blick darauf.

Verfasst von: eleucht | 18. April 2021

Classic Rock Sunday

Der Folk- und Protestsänger Pete Seeger ist zweifellos amerikanisches Kulturgut. Sein Song „We Shall Overcome“ wurde zur Hymne der internationalen Gewerkschaftsbewegung. Den durch Rockmusik sozialisierten Hörern und Musikern war die Bedeutung von Seeger aber gar nicht so bekannt. Auch Bruce Springsteen beschäftigte sich erst spät mit dem Werk von Pete Seeger. 2005 und 2006 nahm er das Tribut-Album „We Shall Overvome: Die Seeger Sessions“ auf. Wer Pete Seeger kennt, weiß, dass dessen Musik sehr spärlich instrumentiert ist. Der Folksänger war da sehr puristisch, er war derjenige, dem man nachsagt, er wollte 1965 auf dem Newport Folk Festival mit einer Axt das Kabel durchtrennen, als Bob Dylan gerade eine Zeitenwende einleitete und mit elektrischer Gitarre und Band auftrat. Unbestritten gehört Pete Seeger zu den Stimmen des politischen Amerikas.

Bruce Springsteen produzierte die Seeger-Songs mit einem umfangreichen Instrumentarium. Rock meets New Orleans. Er verwendete aus Seegers umfangreichem Werk Protestlieder, Spirituals und mehr. Die Musik des Albums wirkt vor allem durch das Live-Feeling. Beinahe ungefiltert kann man die Kraft der Songs miterleben. Springsteen und seine Musiker nahmen die Lieder ohne Proben in jeweils eintägigen Live-Sessions auf. Festzustellen wäre noch, es ist das erste Springsteen-Album, das nur Coverversionen enthält.

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