Verfasst von: eleucht | 22. Februar 2021

Frühlingshafter Wintertag

Am vorletzten Wochenende herrschten Temperaturen um -13°C, der Schnee lag mancherorts kniehoch. Und plötzlich explodierte der Frühling in der eisigen Kälte, die Luft, die aus der Sahara kommt, bringt nicht nur Sand, sondern auch Wärme. Und Eis und Schnee beginnen zu tauen. Der Boden nimmt das Wasser dankbar auf. Nach den trockenen Sommern hat er das auch dringend nötig.

Auch in Schöneck, dem schneesicheren Ort des Vogtlands, schwindet die weiße Pracht mehr und mehr. Der Schnee wird sich wohl angesichts leerer Pisten fragen, was er hier soll. Das IFA-Ferienhotel auf der Hohen Reuth ist geschlossen, die 300 Zimmer stehen leer, es gibt keine Gastronomie. Winterschlaf hält das Hotel dennoch nicht, man ist gerade dabei, die Brandschutztechnik zu erneuern. Und hofft auf Ostern.

Der Hang vor dem Hotel lädt geradezu zum Skifahren ein. Doch man begegnet höchstens Leuten, die mit ihren Hunden Gassi gehen oder Spaziergängern. Normalerweise ist das ein belebter Ort, vor allem an Wochenenden und bei solch einem prächtigen Wetter. Der Landrat hat wegen der noch hohen Inzidenzwerte von einem Besuch des Vogtlands abgeraten. Der Winterschlaf ist im Vogtland noch nicht zu Ende.

Verfasst von: eleucht | 21. Februar 2021

Classic Rock Sunday

„Zeit, die nie vergeht“, so könnte ein Lied heißen, das gute Chancen hätte, zum Soundtrack des Lockdowns zu werden. Irgendwie aber vergeht die Zeit trotzdem viel zu schnell, der Tag hat leider noch immer nur 24 Stunden.

„Zeit, die nie vergeht“ ist aber schon ein echter Klassiker des Ostrocks, 1985 von Michael Barakowski geschrieben und von der Gruppe Perl interpretiert. Diese Band stand bei mir persönlich zwar nie so im Fokus des Interesses, der Song aber hatte Ohrwurmqualität, an dem kam man damals einfach nicht vorbei. Kein Wunder, dass er auch schon mehrmals gecovert wurde.

Neu eingespielt wurde dieses Stück Pop-Geschichte nun von Frank Pänke und Dan Lucas. Frank Pänke lebt im vogtländischen Bad Elster, hat einen Caddy zu einem Mini-Wohnmobil umgebaut und darin Kameras und Mikrofone installiert. Im Rahmen seiner Road-Trip-Tour interviewt er darin Promis aus der Musikszene. Die Videos kann man auf YouTube ansehen. In den Sitzen des Caddys landete unter anderen auch schon Dan Lucas, der Sieger von The Voice Senior 2019. Dan Lucas, der mit bürgerlichem Namen Lutz Salzwedel heißt, hat eine rockige Vergangenheit, ersetzte er doch für zwei Jahre Peter Gläser bei der Kultband Karussell, bevor er 1985 – dem Jahr, in dem „Zeit, die nie vergeht“ erschien – aus der DDR flüchtete.

Die rockige Neufassung des Stücks entstand in den Studios von Frank Pänke in Bad Elster und Dan Lucas in München.

Verfasst von: eleucht | 15. Februar 2021

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Katzen haben ihre Namen, auf die sie gewöhnlicherweise auch hören. Wenn sie wollen. Mulder und Scully tun es meistens. Die Katzen werden aber auch oft mit anderen Namen bedacht, mit Kosenamen oder Namen, die etwas über ihre Charaktereigenschaften aussagen. Dickerchen etwa oder Hexe. Meistens sind diese Namen nett gemeint und deswegen auch ein Zeichen der Vertrautheit, weil man eben nur guten und engen Freunden solche Spitznamen gibt. Meist wissen die Katzen auch, wenn man sie auf diese Weise ruft, dass sie gemeint sind, sie reagieren darauf aber unterschiedlich, manchmal gelangweilt, manchmal mit Nichtbeachtung.

Verfasst von: eleucht | 14. Februar 2021

Classic Rock Sunday

25 Jahre ist es her, dass Nick Cave & The Bad Seeds „Murder Ballads“ veröffentlichten. Es wurde das erfolgreichste Album von Nick Cave. Unvergessen ist sicherlich Caves Duett mit Kylie Minogue „Where the wild Roses Grow“. Das Video lief in MTV auf Heavy Rotation. Es gibt wohl kaum zwei Musiker, die unterschiedlicher sein könnten als Nick Cave und Kylie Minogue. Der Sänger war besessen von Kylie und schrieb Songs für sie, die er jedoch alle wieder zerriss, weil er sie nicht gut genug für sie hielt. Der Kontakt mit Kylie Minogue kam übrigens über den INXS-Sänger Michael Hutchence zustande, die Vertreter von Kylies Plattenfirma konnten mit dem Namen Nick Cave nichts anfangen. Damals jedenfalls.

Das Album „Murder Ballads“ ist voll von Mord und Totschlag, oft genug detailliert beschrieben, es ist das dunkelste Album von Nick Cave. Zu hören gibt es hier und heute aber den zehnten Track, der das Album beschließt. „The Death is not the End“ stammt aus der Feder von Bob Dylan und es ist der einzige Song des Albums, in dem niemand zu Tode kommt. Nick Cave scheint sich mit diesem Lied mit einem Augenzwinkern von den Hörern zu verabschieden. Auf dem MTV-Video sind neben Nick Cave auch Kylie Minogue, Blixa Bargeld, Mick Harvey und Shane McGowan zu sehen und zu hören.

Verfasst von: eleucht | 7. Februar 2021

Classic Rock Sunday

Blue Ösyter Cult galten einmal als das amerikanische Pendant zu Black Sabbath. Ihr Rock war hart, aber gleichzeitig melodiös. Sie waren die ersten, die den Umlaut in ihren Namen verwendeten, der später in der Hardrock- und Heavy Metal-Szene gern benutzt wurde. Ihr größter kommerzieller Erfolg war zweifellos „Don‘t Fear the Reaper“, ein Musikstück das auch in Stephen King‘s Vierteiler „The Stand – Das letzte Gefecht“ Verwendung fand.

Eric Bloom und Donald Roeser, zwei Gründungsmitglieder, haben die Band reaktiviert und im Oktober des bösen Jahres 2020 ein neues Album veröffentlicht, musikalisch überraschend straight und trotzdem vielseitig und damit alles andere als ein Aufguss bekannten Materials. Wie auch das Video „The Alchemist“ belegt.

Verfasst von: eleucht | 2. Februar 2021

Der alte Söll in Schöneck

Der alte Söll in Schöneck ist ein Fels, auf dem sich eine Aussichtsplattform befindet. Von einer Höhe von 734 m hat man einen ausgezeichneten Blick auf Schöneck und das vogtländische Umland. Bei klarem Wetter kann man im Westen das Fichtelgebirge, im Süden das Elstergebirge und im Nordwesten den Thüringer Wald erkennen.

Der Felsen ist der klägliche Überrest einer Burg, die Ursprung der Stadt Schöneck war. Die wechselhafte Geschichte hat dem Bauwerk nicht gutgetan, wie man deutlich sieht. Im 30jährigen Krieg wurden Stadt und Schloss geplündert, die letzten Reste der Burg wurden im Siebenjährigen Krieg von österreichischen Soldaten niedergebrannt.

Der Aufstieg schien mir allerdings an diesem Tag nicht ratsam, war mir ein bisschen zu riskant. Die Stufen der Treppen waren voller Eis und Schnee. Warum man den Weg zu diesem Aussichtspunkt nicht räumt, kann ich mir allerdings nicht so recht erklären. Offenbar rechnet man wegen der derzeitigen 15-km-Regelung im Lockdown nicht mit Besuchern. Obwohl es die natürlich gab. Aber selbst vom Fuß des Felsens hat man eine großartige Aussicht.

Verfasst von: eleucht | 1. Februar 2021

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Katzen sind dämmerungsaktive Tiere, das ist ihnen angeboren und ihre Sinne sind darauf spezialisiert. Wenn sie, wie Mulder und Scully, eng mit Menschen zusammenleben, passen sie sich im Laufe der Zeit deren Schlaf- und Wachrhythmus an. Verlassen ihre Leute das Haus, verschlafen sie die meiste Zeit von deren Abwesenheit. Kehren sie zurück, werden sie munter und sind bereit zum Spielen oder wollen gestreichelt werden. In den Nächten wird geschlafen, jeder der beiden hat seinen Lieblingsplatz. Im Winter werden Plätze nahe der Heizung natürlich bevorzugt.

Verfasst von: eleucht | 31. Januar 2021

Classic Rock Sunday

Marianne Faithful wurde in den 60ern vor allem wegen ihrer Beziehung zu Mick Jagger bekannt. Er und Keith Richards schrieben für sie den Hit „As Tears Go By“, den sie auf eindrucksvolle Weise interpretierte. Ende der 70er Jahre hatte sie mit dem Album „Broken English“ einen weiteren großen Erfolg, ihre Stimme war noch dunkler und rauchiger geworden. „The Ballad of Lucy Jordan“ wurde auch in Deutschland ein Hit.

Marianne Faithful hat auch später noch großartige, wenn auch kommerziell weniger erfolgreiche Alben produziert. Im April vergangenen Jahres hatte sie wegen einer schweren Corona-Erkrankung drei Wochen im Krankenhaus gelegen. Noch heute leidet sie darunter sehr. Ihre Lunge funktioniert noch immer nicht richtig. Sie muss immer noch regelmäßig an ein Sauerstoffgerät. Die Prognosen für die Zukunft klingen alles andere als optimistisch für die Sängerin, eine Ärztin hat ihr gesagt, dass ihre Lunge möglicherweise nie wieder richtig funktionieren wird. Marianne Faithful weiß zum gegenwärtigen Zeitpunkt also nicht, ob sie jemals wieder singen kann. Dann wäre sie, die sich selbst aus dem Drogensumpf befreit hat, wirklich am Boden zerstört, wie sie in einem Interview mit dem „Guardian“ erklärt hat. Nun hofft sie auf ein Wunder, und mit ihr tun das sicher auch ihre Fans.

Ein neues Album von ihr („She Walks In Beauty“) soll im April diesen Jahres erscheinen. Es wurde zu großen Teilen bereits vor ihrer Erkrankung eingespielt.

Ich erlaube mir, hier einen meiner Lieblingssong der Sängerin vorzustellen, „The Gypsy Faerie Queen“ aus dem Album „Negative Capability“. Gesanglich begleitet wird sie dabei von Nick Cave.

Verfasst von: eleucht | 26. Januar 2021

Schöneck im Nebel

Schöneck nennt man hier gerne den Balkon des Vogtlands, von dem aus man auf das Land herabblickt. Eine großartige Aussicht hat man natürlich nur bei klarem Wetter. Schöneck ist mit 707 m die höchstgelegene Stadt im Vogtland. Klar, Mühlleithen liegt mit 858 m natürlich um einiges höher, aber das ist eben auch „nur“ ein Ortsteil von Klingenthal. Schöneck ist relativ schneesicher, gilt als kalt und frostig und ist als Wintersportort in der Region bestens bekannt. Bei Nebel ist die Sicht natürlich nicht die beste. Wenn man an einem Sonntag dort aber nur wenige Menschen zu Gesicht, bekommt, so kann man ziemlich sicher sein, dass das nicht am Nebel lag. Aber auch diese Ansichten haben ihren eigenen Reiz. Eine Seite des Vogtlandwinters.

Verfasst von: eleucht | 24. Januar 2021

Classic Rock Sunday

Über Paul McCartney braucht man sicher nicht viele Worte zu verlieren. Er ist der Klassiker in der Popmusik schlechthin. Der Mann mischt mit 78 Jahren noch immer die Billboard Charts auf.

Was macht ein Beatle in Zeiten der Pandemie, wenn es heißt, Abstand zu halten und Kontakte zu vermeiden? Nun, er produziert McCartney III. Was bedeutet, ein Album in Eigenregie. Paul McCartney hat alle Instrumente selbst eingespielt. Im Laufe der Jahre hat er sich das Spielen verschiedener Instrumente selbst beigebracht. Sein Aufnahmestudio ist nur 20 Minuten von seinem Haus entfernt. Mit dem nötigem Abstand und allen Vorsichtsmaßnahmen konnte er dort mit einem Toningenieur und einem Equipment-Mann ungestört arbeiten. So ist „Find My Way“ denn auch ein Ein-Mann-Video geworden.

Übrigens wurden alle drei Soloalben, die Paul McCartney allein eingespielt hat (McCartney, McCartney II und McCartney III), in Nullerjahren, also am Ende eines Jahrzehnts, veröffentlicht. Womöglich ein interesanter Aspekt für Numerologen.

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