Verfasst von: eleucht | 28. November 2022

Der Turm zwischen Geschichte und Moderne

Dunkle Novemberwolken ziehen über Schloss Voigtsberg und die Stadt, die der Burg im Tal zu Füßen liegt und zu schlafen scheint. Sie bereitet sich vielleicht auf die Hektik vor, die die kommende Weihnachtszeit gewöhnlicherweise mit sich bringt.

Der Bergfried reckt seine Spitze trotzig in den dunkel bewölkten Himmel. Er bietet seit diesem Jahr einen neuen, etwas ungewohnten Anblick. Das altehrwürdige Gemäuer wurde um sechs Meter erhöht und in diesem Jahr eröffnet. Den Turm krönt nun eine Aussichtsplattform – viel Glas und Beton. 220 Stufen führen bis ganz hinauf, man hat einen erstklassigen Blick auf die Stadt und das Umland. Trotzdem kann man sich schwer des Eindrucks erwehren, dass der moderne Aufbau wie aufgesetzt wirkt. Die einst gedrungen wirkende Form des Bergfried hat sich bei vielen sicher ins Gedächtnis eingebrannt. Eine gute Sache ist die Plattform und die Möglichkeit, den Turm nun besteigen zu können, trotzdem.

Verfasst von: eleucht | 27. November 2022

Classic Rock Sunday

Chris Isaak kam daher wie ein neuer Elvis, er sah verdammt gut aus, hatte eine großartige Stimme und spielte auch noch richtig gut Gitarre. Am Anfang seiner Karriere stand die Band Silvertone.

Richtig bekannt, auch in Deutschland, wurde Chris Isaak allerdings erst 1989, und zwar mit dem Stück Wicked Games. Das fand Dank David Lynch Verwendung in dem Film Wild at Heart.

Zuvor schon, im Jahre 1986, war Blue Hotel erschienen. Hätte Elvis diesen Song gesungen, er wäre mit Sicherheit ein großer Hit geworden. Die Nummer von Chris Isaak ging unter. Leider. Ich fand gerade diesen Song schon immer großartig. Nach dem Erfolg von Wicked Games wurde Blue Hotel noch einmal veröffentlicht. Diesmal schaffte er es, auch in Deutschland, in die Top 20.

Verfasst von: eleucht | 24. November 2022

„Bote des Feuers“ – Richard Dübell

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Im Jahre 1348 wird die Stadt Caffa am Mittelmeer, in der sich eine Niederlassung der Republik Genua befindet, von der Goldenen Horde belagert. Als im Lager der Tataren die Pest ausbricht, werden alle Zugänge zur Stadt geschlossen, um die Ausbreitung der schnell wirkenden, tödlichen Krankheit zu verhindern. Da die Tataren aber Pesttote als Waffe benutzen und mit Katapulten in die Stadt schießen, ist die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Trotz der Sperre des Hafens gelingt einigen wenigen Schiffen die Flucht – mit sich transportieren sie neben der wertvollen Fracht die Pest. Diese breitet sich schließlich entlang der italienischen Küste und von da aus über fast ganz Europa aus. Es scheint jedoch, als ob es da jemanden gibt, der ganz bewusst nachhilft, die Erreger der Pest in möglichst vielen Städten zu verbreiten. Er findet willfährige Helfer unter den Ausgeschlossenen der Gesellschaft. Ist er der Engel des Todes oder ein religiöser Fanatiker? Was niemand weiß, am Anfang handelte er im Auftrag einer höheren Macht.

Eingebettet in dieses historisch verbürgte Geschehen ist die Liebesgeschichte zwischen der italienischen Adligen Gisela d’Osoppo und dem Spross der jüdischen Kaufmannsfamilie Joseph ben Kesher. An ihrem Beispiel arbeitet der Autor die von Spannungen geprägten Beziehungen zwischen Christen und Juden in jener Zeit ab, zumal bald schon für den Ausbruch der Pest die Juden verantwortlich gemacht werden. Wenn man manche Entwicklungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie der heutigen Zeit betrachtet, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gefühlswelt und Anwendung des Wissensstandes der Menschen heute nicht weit entfernt vom Mittelalter sind.

Eine interessante Lektüre, in der fiktive Personen mit tatsächlichen Persönlichkeiten der Geschichte zusammentreffen und fiktive Ereignisse vor dem Hintergrund des tatsächlichen Geschehens ablaufen. Dem Autor gelingt ein großartiges Sittengemälde im Breitwandformat, wenngleich ich beim Lesen auch fand, dass manche der agierenden Figuren überhöht und idealisiert dargestellt worden sind. Vielleicht waren es ja die Lichtpunkte in dieser dunklen Zeit.

Verfasst von: eleucht | 20. November 2022

Classic Rock Sunday

Eigentlich wollte Julian Lennon niemals Imagine, die große Hymne seines Vaters, in der Öffentlichkeit spielen. Er weiß genau, dass das Stück viel zu sehr mit dem Namen John Lennon verbunden ist und für immer sein wird.

Erst die Schrecken des Krieges, den die russen in der Ukraine entfesselt haben, haben ihn zum Umdenken bewogen.

Es ist schwer für ihn, aus dem großen Schatten, den sein Vater wirft, herauszutreten. Trotzdem scheint der inzwischen 59jährige Musiker mit dem Thema besser klarzukommen, was ihn dem übermächtigen Vater auch näherkommen ließ. Ein neues Album, kürzlich erschienen, heißt Jude. In Lucky Ones singt er die hoffnungsvollen Zeilen „I feel a change is coming, I know / A new revolution‘s knocking on my door / I feel a change is coming, so strong.“ Irgendwie schwingt in diesen Worten der Geist von John mit.

Verfasst von: eleucht | 15. November 2022

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Genau wie Menschen lernen auch Katzen schnell mit neuer Technik umzugehen. Wenn es irgendwo eine Taste zu drücken gibt, sind sie zur Stelle. Für die Katzen ist es ein großer Spaß, wenn sie merken, dass sich nach dem absichtlichen oder versehentlichen Drücken einer Taste irgendetwas verändert, sich irgendetwas tut.

Entgegen der herkömmlichen Meinung haben Forscher inzwischen auch herausgefunden, dass Katzen auf Bildschirmen etwas erkennen können. Mit den Augen folgen sie sich bewegenden Objekten.

Mulders Vorgänger Lucky hat besonders gerne Fußballspiele verfolgt und ist begeistert den über den Bildschirm flitzenden Spielern hinterhergejagt. Ich habe mal zwei alte Fotos hervorgekramt. Auf dem einen ist Lucky der Herr der Fernbedienungen, auf dem anderen jagt er während eines Fußballspiels den kleinen Männchen auf dem Bildschirm hinterher.

Verfasst von: eleucht | 13. November 2022

Classic Rock Sunday

Ein musikalischer Abstecher zu Tamla Motown. Diana Ross war für viele Jahre die Frontfrau des Erfolgstrios The Supremes. Mary Wilson, die ebenfalls von Anfang an dabei war, stand mehr oder weniger in der zweiten Reihe. Auch nach dem Abgang von Diana Ross, die auch als Solistin äußerst erfolgreich war, änderte sich daran nichts. Zwar war Mary Wilson weiterhin für das Kreative bei den Supremes verantwortlich, aber Tamla Motown-Chef Berry Gordy stellte Jean Terrell in den Vordergrund. Was seinen Grund in der stimmlichen Veranlagung von Mary Wilson hat. Hört man Solo-Aufnahmen von ihr, kann man diese Entscheidung sicher verstehen. Hier ist einer der letzten Hits der Supremes – Floy Joy. Geschrieben wurde das Stück von Smokey Robinson, Mary Wilson und Jean Terrell teilen sich den Leadgesang.

Verfasst von: eleucht | 7. November 2022

Mondlichtstimmung

Als der Mond beschlossen hat aufzugehen.

Verfasst von: eleucht | 6. November 2022

Classic Rock Sunday

„Manchmal fällt auf uns der Frost und macht uns hart“ – die erste Liedzeile aus dem Lied Ermutigung, die jedem Renft-Fan geläufig ist. Das Stück erschien auf der zweiten Renft-LP. Ermutigung ist etwas, das wir in diesen Zeiten sehr gut gebrauchen können. Nach Wolf Biermanns Ermutigung nun also eine von Renft.

Das Stück hat Thomas Schoppe komponiert, der Text stammt von Kurt Demmler. Der Lyriker und Sänger war eine Person voller Widersprüche, er pendelte in den Jahren der DDR ständig zwischen den Extremen Nationalpreis und Auftrittsverbot. Er gehörte auch zu den Künstlern, die das Protestschreiben gegen die Ausbürgerung Biermanns unterzeichneten.

Auch persönlich bewegte sich Kurt Demmler zwischen Extremen, Kollegen schildern ihn einerseits als sehr anlehnungsbedürftig, anderseits aber auch als eitel und äußerst aggressiv gegenüber anderen Menschen. Seine herausgehobene Rolle in der DDR machte für ihn vieles möglich. Obwohl er u.a. auch von der Stasi überwacht wurde, die seine Wohnung verwanzt hatte, konnte er sich mehr erlauben als viele andere, ohne ernsthafte Strafen befürchten zu müssen.

Nach der deutschen Wiedervereinigung hatte er, für den stets das künstlerische Produkt im Mittelpunkt stand, Probleme mit dem neuen, auf Kommerz ausgerichteten Produktionsprozess.

Auffällig an Kurt Demmler war, dass er stets die Nähe zu jungen Mädchen suchte. Nicht ohne Grund. 2000 und 2008 liefen Strafverfahren wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen den Künstler. Im Februar 2009 wurde er tot in seiner Zelle im Gefängnis Berlin Moabit aufgefunden. Er hatte sich mit zwei zusammengeknoteten Gürteln erhängt.

Ach ja, solche Beiträge muss ich ja als Werbung kennzeichnen. Was ich hiermit getan habe.

So sicher wie Weihnachten kommt, so sicher kommt auch das Böse. In irgendeiner Form. Leuten, denen die Harmonie zu den Weihnachtsfeiertagen schon immer zu viel des Guten war, die die Harmonie zu Weihnachten für gekünstelt, fragwürdig oder unecht halten, sei diese Anthologie von der Herausgeberin Petra Pohlmann wärmstens empfohlen. Es geht um Mord und andere Übeltaten rund um die Weihnachtszeit. Viele davon geschehen in Familien, da brechen alte Ängste aus, Habgier und die Hoffnung auf ein großes Erbe verleiten zu mörderischen Plänen, manch einer verträgt die ständige Bevormundung nicht, einem anderen wird das sture Festhalten an jahrelang gepflegten Traditionen und Ritualen zu viel. Insofern eignet sich der Band auch als Geschenk für mehr oder weniger geliebte Verwandte oder Familienmitglieder. Sozusagen als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl …

Ja, neben ernsten mörderischen Geschichten finden sich in der Anthologie auch eine Menge Storys, die mit einem großen Augenzwinkern erzählt werden.

Mein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte über einen „Weihnachtsgast“, den man sich besser nicht ins Haus geholt hätte.

Zu finden u.a. bei amazon:

Verfasst von: eleucht | 1. November 2022

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Katzen sind bekanntermaßen richtige Langschläfer. Bis zu 22 Stunden Schlaf sind die Norm. Zwar ist für Katzen, die in Haushalten und mit Menschen leben, so viel Schlaf nicht mehr notwendig, aber dieses Schlafbedürfnis ist genetisch bedingt. Bei der Jagd auf Mäuse und dergleichen kleines Getier wird eine Menge Energie verbraucht und nicht jede Jagd endet erfolgreich. Deswegen müssen Katzen nach der Jagd Energie sparen. Sie brauchen neue Kraft für weitere Abenteuer und Jagden.

Katzen, die in Haushalten leben, verbrauchen verständlicherweise weniger Energie Der Fressnapf steht bereit und braucht nicht gejagt zu werden. Wenn Mulder und Scully jagen, dann Fliegen oder Mücken, die sich in die Wohnung verirren. Denen ist dann keine lange Lebenszeit beschieden. Von wegen Eintagsfliege. Umso wichtiger ist es, auf die richtige Dosierung des Futters zu achten und das Gewicht zu kontrollieren.

Older Posts »

Kategorien