Verfasst von: eleucht | 18. Oktober 2020

Musik, die Mut macht

Playing For Change heißt ein Projekt, in dem mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios Musiker aus fünf Kontinenten Gemeinsamkeit demonstrieren, indem sie alle zusammen ihren Beitrag für einen Song leisten, ohne gemeinsam im Studio gewesen zu sein.

Heute spielen und singen Kinder einen Song around the World, denn ihnen gehört die Zukunft. Weswegen es eigentlich niemand gleichgültig sein sollte, in welchem Zustand wir späteren Generationen diese Welt übergeben. Es ist inzwischen längst eine Frage, ob wir selbst es noch in der Hand haben, etwas zu ändern.

Heute lässt Playing For Change Kinder aus aller Welt das Stück Love is all interpretieren. Das stammt aus der Feder von Roger Glover. Der spielte Bass bei Deep Purple – unter anderem in der legendären Mark II Besetzung – und bei Rainbow, produzierte Gruppen wie Nazareth, Status Quo, die Spencer Davis Group, Judas Priest und andere und ging musikalisch auch Solowege.

Es ist nicht zu übersehen, dass die Kinder viel Spaß bei der Videoproduktion hatten, egal ob sie im Chor oder als Solisten auftreten. Sie tun das nicht weniger professionell als ihre großen Vorbilder.

Verfasst von: eleucht | 15. Oktober 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Katzen mögen es gar nicht, wenn sie angestarrt werden, weder von ihresgleichen noch von Menschen. Das gilt als feindlicher Akt und das kann durchaus gefährlich werden.

Das Schließen der Augen und das Blinzeln durch einen schmalen Spalt gilt dagegen als freundschaftliche Geste, mit der auch ein Streit beendet werden kann. Ängstliche Katzen, die noch kein Vertrauen zu Menschen gefunden haben, kann man auf diese Weise beruhigen. Mit viel Geduld kann man so Vertrauen gewinnen.

Verfasst von: eleucht | 11. Oktober 2020

Musik, die Mut macht

Playing For Change heißt ein Projekt, in dem mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios Musiker aus fünf Kontinenten Gemeinsamkeit demonstrieren, indem sie alle zusammen ihren Beitrag für einen Song leisten, ohne gemeinsam im Studio gewesen zu sein.

Als Marvin Gaye 1971 sein elftes Studioalbum „What‘s Going On“ produzierte, weigerte sich Motwon-Chef Berry Gordy, den Titelsong als Singleauskopplung zu veröffentlichen. In dem Album verarbeitete Marvin Gaye u.a. die Erfahrungen seines Bruders, der aus dem Vietnamkrieg zurückkehrte und erleben musste, dass das Land, für das er in den Krieg gezogen war, ihm noch immer ablehnend und feindlich gegenüberstand. Zu kritisch, zu wenig erfolgversprechend hieß es aus der Chefetage der Plattenfirma. Marvin Gaye drohte daraufhin, nie wieder für Motown zu arbeiten. Daraufhin wurde die Single veröffentlicht. Ergebnis: Platz eins der US R&B-Charts und Platz zwei der Pop-Charts. Es war das erste Album, das Marvin Gaye selbst produzierte, sodass er dabei größere Freiheit bei Themenauswahl und musikalischer Vielfalt hatte.

Playing for Change produzierte den Song neu. Wieder mit dabei die großartigen Vokalisten Titi Tsira aus Südafrika und Clarence Bekker aus den Niederlanden.

Verfasst von: eleucht | 9. Oktober 2020

„Under Ground“ – S. L. Grey

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Ein tödliches Virus, das seinen Ursprung in China hat – wie könnte es anders sein? – fordert viele Todesopfer in Amerika. Klar, eine Lektüre, die ganz gut zur derzeitigen Situation passt. Kann man also lesen. Es ist die Stunde der Prepper, die sich lange auf einen Tag wie diesen vorbereitet haben, Prepper wie die Guthries. Sie haben sich mit Waffen eingedeckt, haben mit großer Regelmäßigkeit Schießübungen gemacht und haben ihr Leben in einfachen Verhältnissen in einem Trailerpark gefristet. Doch sie haben sich eingekauft in einen unterirdischen Luxusbunker, der versteckt in der Wildnis liegt und von dem nur sehr wenige Menschen wissen. Überleben unter allem Umständen garantiert. Es ist natürlich vor allem ein Ort für reiche Leute. So treffen sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander, unter denen die Guthries als Rassisten, Waffennarren und fundamentalistische Christen eher die Außenseiter sind. Kein Wunder also, dass ein koreanisches Ehepaar und deren Sohn Jae sofort zum Feindbild Nummer eins für sie wird. Brett, der vierschrötige Sohn der Guthries, steigt den Frauen hinterher und würde dank seines wahnhaften Weltbildes auch nicht davor zurückschrecken, die hübsche Cait zu vergewaltigen. Cait, eine Südafrikanerin, sollte gar nicht an diesem Ort sein, sie dient als eine Art Ersatzmutter für das Kind ihres Chefs, der vor Kurzem seine Frau verloren hatte. Umso eifersüchtiger wacht Brett über seine Schwester Gina, mit der internetaffine Jae anzubändeln versucht.

Als Greg Fuller, der Erbauer und Besitzer des Luxusbunkers, tot aufgefunden wird, eskaliert die Situation. Denn nun kennt niemand den Code, der die Türen zur Außenwelt öffnet. Und im Sanctum genannten Bunker geht die Angst vor einem Mörder um.

Greg Fuller wird nicht der einzige Tode bleiben. Die Bewohner begegnen sich mit Misstrauen und Hass, Konflikte brechen offen aus. Einige fehlgeschlagene Versuche, sich einen Weg in die Freiheit zu bahnen, enden in Katastrophen, die Wasserversorgung bricht zusammen, später auch die Energieversorgung. Es geht nur noch ums nackte Überleben.

Die Geschichte wird aus der Sicht der verschiedenen Figuren erzählt, man erlebt die Geschehnisse also stets aus anderen Blickwinkeln, Sichtweisen und persönlichen Erfahrungen, dafür auf sehr eindrucksvolle Weise. Was das klaustrophobische Gefühl, das sich bald einstellt, noch verstärkt.

Ich habe mir schon mal vorgemerkt: Im Falle einer Katastrophe auf gar keinen Fall in einen unterirdischen Bunker einziehen, und sei er noch so luxuriös eingerichtet.

Anzufügen wäre noch, S. L. Grey steht für die zwei südafrikanischen Bestsellerautoren Sarah Lotz und Louis Greenburg.

Verfasst von: eleucht | 4. Oktober 2020

Musik, die Mut macht

Playing For Change heißt ein Projekt, in dem mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios Musiker aus fünf Kontinenten Gemeinsamkeit demonstrieren, indem sie alle zusammen ihren Beitrag für einen Song leisten, ohne gemeinsam im Studio gewesen zu sein.

Mehr als 75 Kubaner aus Kuba und aus aller Welt spielen und singen einen kubanischen Song. Guantamera geht zurück auf den Gedichtzyklus Einfach Verse von José Martí. 1925 bis 1939 improvisierte José Fernández Díaz im Radio Verse mit Bezug auf die aktuellen Nachrichten und sang dazu den Refrain Guantanamera, Guajira Guantanamera. Dieser Refrain wurde danach in Kuba zum Synonym für „schlechte Nachricht“.

Weltweit bekannt wurde der Song vor allem durch Pete Seeger. Zum ersten Mal stellte er das Lied 1963 in der Carnegie-Hall vor. Außerdem fand es in der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung Verwendung. Playing for Change hat dieses Stück mitreißend in die Gegenwart transportiert. Und besser ist die Nachrichtenlage heute ja auch nicht geworden.

Verfasst von: eleucht | 1. Oktober 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Katzen sind wahre Meister beim Jagen. Sie können eine Fliege (auch ein fliegendes Spielzeug) mit einem einzigen Sprung packen. Sie sind in diesem Moment hochkonzentriert und packen das Opfer, bevor sie damit zu Boden gehen. Bei solch einem Sprung landen Katzen natürlich nicht auf allen Vieren. Ihr Gleichgewichtssinn aber lässt sie geschickt auf den Hinterbeinen aufsetzen.

Jagdglück für Mulder. Er hat mit großem Erfolg wieder eine Maus zerlegt. Und wenn Herrchen ein paar Mäuse übrig hat, dann gibt es bald auch eine neue. Bis dahin kann sich Mulder großzügig aus seiner Spielzeugkörbchen bedienen. Aber wie ich Mulder kenne, wird das neue Spielzeug sicher interessiert angenommen und begutachtet, aber dann die alte kaputte Maus wieder durch die Gegend geschleppt. Die hat den vertrauten Geruch.

Verfasst von: eleucht | 28. September 2020

„Teufelsgold“ – Andreas Eschbach

Hendrik Busske blättert in einem Schweizer Antiquariat zufällig in einem Buch. Er findet darin eine Geschichte über Alchemie und die Kunst, aus unedlen Metallen Gold zu machen. Er findet das Thema interessant. Leider ist das Buch nicht zu verkaufen, da es bereits für jemanden reserviert ist. Ohne weiter darüber nachzudenken, stiehlt er das Buch. Von da ab ändert sich das Leben von Hendrik, auch wenn ihm das Buch kurz darauf selbst gestohlen wird. Zum Glück hatte er vorher eine Kopie anfertigen lassen. Die Geschichte in dem Buch handelt von einem mittelalterlichen Alchemisten, und auch Hendrik ist jemand, der auf der Suche nach Reichtum und Vollkommenheit ist. Er benutzt die Alchemie als Metapher für seine Seminare, in denen er seinen Zuhörern Wege zum Reichtum verspricht. Während andere von seinen Ratschlägen profitieren, fühlt er selbst sich als Getriebener, dem nie etwas zur vollkommenen Zufriedenheit gelingt. Ihm fallen noch weitere Bücher in die Hände, die die Geschichte des Alchemisten fortführen. Zusammen mit seinem Bruder Adalbert, der Wissenschaftler am Kernforschungsinstitut CERN in Genf ist, will er der Sache auf den Grund gehen und die Frage klären, ob es sich bei den Geschichten um Sagen oder wahre Begebenheiten handelt. Existiert der Stein der Weisen wirklich und was kann er bewirken? Unweigerlich stößt er dabei an Grenzen, denn seit den Kreuzzügen hüten die Ritter des Deutschen Ordens das Geheimnis des magischen Steins, da von ihm eine große Gefahr ausgeht. Letztlich setzt Hendrik alles auf eine Karte, er lässt sein ganzes Leben hinter sich, um den Weg in die Vollkommenheit zu gehen. Doch was erwartet ihn jenseits der Wirklichkeit dieser Welt? Und hatte er das Glück eigentlich nicht schon in Händen gehalten und es für eine zweifelhafte Sache weggeschmissen? Wie wird er sich entscheiden? Eine spannende Geschichte, die die mittelalterliche Welt der Ordensritter und der Alchemisten mit der Gegenwart verbindet und mit einem Protagonisten, der auf der Suche nach dem Glück ist.

Verfasst von: eleucht | 27. September 2020

Musik, die Mut macht

Playing For Change heißt ein Projekt, in dem mit Hilfe eines mobilen Aufnahmestudios Musiker aus fünf Kontinenten Gemeinsamkeit demonstrieren, indem sie alle zusammen ihren Beitrag für einen Song leisten, ohne gemeinsam im Studio gewesen zu sein.

Musik ist eine universelle Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird. Sie transportiert Worte und Gefühle und in Musik kann man Gemeinsamkeit mit Gleichgesinnten fühlen und Gleichgesinnte finden. In diesem Sinne sollte der Klassiker der Doobie Brothers Listen the Music, der hier wieder von Künstlern aus aller Welt interpretiert wird, verstanden werden. Neben all den Musikern und einem Gospelchor sind mit Tom Johnston, Patrick Simmons und John McFee auch drei Musiker der Doobie Brothers an dieser Produktion beteiligt.

What the people need is a way to make them smile
It ain’t so hard to do if you know how
Gotta get a message, get it on through
Oh now momma don’t you ask me why

Listen to the music

Verfasst von: eleucht | 25. September 2020

Bad Frankenhausen und der Bauernkrieg

Bad Frankenhausen liegt am Südhang des Kyffhäusergebirges und macht den Eindruck eines schönen verschlafenen Städtchens. Dabei gab es eine Zeit, in der der Name Bad Frankenhausen alles andere als schöne Assoziationen weckte, speziell wenn man Angehöriger der NVA (Nationale Volksarmee, die Streitkräfte der ehemaligen DDR) war. In der Kaserne Bad Frankenhausen war ein Regiment der 11. MSD (MOT-Schützendivison, wichtiger Teil der Landstreitkräfte der NVA, entspricht der Infanterie) stationiert, und deren Ruf war innerhalb der Truppe nicht gerade – und das ist noch ein beschönigender Ausdruck – der beste. Ich hatte die zweifelhafte Ehre, dort in einer kleineren Einheit mein drittes und letztes Diensthalbjahr zu verbringen. Die Versetzung Ende 1976 von Leipzig nach Bad Frankenhausen hatte seinen guten Grund, über den ich bereits an dieser Stelle https://eleucht.com/2010/08/29/salli/ schon einmal geschrieben hatte. Im gleichen Jahr begann auf dem Kyffhäuser der Leipziger Maler Werner Tübke mit der Arbeit am großen Panoramagemälde über den Deutschen Bauernkrieg, auch als Revolution des gemeinen Mannes bekannt. In der DDR wurde er auch als erste frühbürgerliche Revolution bezeichnet. Es dauerte zwölf Jahre bis zur Fertigstellung. Es ist ein beeindruckendes Werk von monumentaler Größe, was Ausführung und auch Sujet betrifft. Tübke beließ es nicht bei der Darstellung eines von der Partei- und Staatsführung gewünschten Schlachtengemäldes, in dem Werk finden sich unzählige geschichtliche und religiöse Verweise. Da es sich bei dem Werk um eine Panorama handelt, kommt der Gedanke von Friedrich Nietzsche über die Ewige Wiederkunft, der zufolge sich alles unendlich oft wiederholt, mehr als deutlich zum Ausdruck. In dem Werk wird der Theologe und Reformator Thomas Müntzer überhöht und an herausragender Stelle präsentiert, also als bedeutender dargestellt als beispielsweise Luther oder Melanchthon. Aber da das Panorama den Bauernkrieg zum Thema hat, geht das in Ordnung. Man findet Müntzer u.a. unterm Regenbogen der Hoffnung auf eine bessere Zeit, aber er hat seine Fahne des Aufstands bereits resignierend gesenkt.

Heute ist Bad Frankenhausen vor allem als Stadt mit dem schiefsten Kirchturm Deutschlands bekannt. Das sieht tatsächlich beängstigend aus. Das Mauerwerk wird durch Stützen gesichert. Ein Neuaufbau der Kirche ist geplant.

Die Kaserne in Bad Frankenhausen existiert auch noch. Heute ist dort die Bundeswehr stationiert.

Verfasst von: eleucht | 21. September 2020

Der späte Sommer

Der späte Sommer tobt noch einmal blumenreich durchs Grün, auf dass man eine Wiese Sommerwiese nennen soll.

Still ruht der See und still ruht der Teich, die Oberfläche glatt wie ein Spiegel, darin erkennt sich die Welt. Der Wind, der Veränderung bringt, hat sich gelegt, streicht nur verspielt um die Wipfel der Bäume.

Doch durch das satte Grün des Sommers lugt bereits die bunte Clownsmaske des verspielten Herbstes. Sein Auftritt wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

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