Verfasst von: eleucht | 3. April 2020

Alone in the universe

Jeff Lynne wusste schon im Jahre 2015, wie es sich anfühlt, ganz allein im Universum zu sein. Das Gefühl entstand aus Liebeskummer. In selbstgewählter Isolation schwebt er davon in die Weiten des Weltraums. Wie ein Kometenschweif folgt ihm die sanfte Melodie eines traurigen Liedes.

„Alone in the Universe“ ist der Titelsong des 13. Studioalbums von ELO, das Jeff Lynne weitgehend allein eingespielt hat.

Verfasst von: eleucht | 2. April 2020

Miss You

Die Ausgangsbeschränkungen, sprich Kontaktsperren, wurden verlängert. Was eigentlich zu erwarten war. Und was hoffentlich dazu führen wird, die Ausbreitung des Virus weiter zu verlangsamen. Ostern steht also unter keinem guten Stern in diesem denkwürdigen Jahr 2020, und das nicht nur aus kirchlicher Sicht. Auch viele Familien, die räumlich nicht zusammen leben, werden das Osterfest getrennt feiern, Eltern werden ihre Kinder vermissen und Enkel ihre Großeltern. Aber diese Zeit geht vorüber. Wichtig ist, dass wir alle diese Wochen gesund überstehen.

Slow Leaves nennt der kanadische Singer-Songwriter Grant Davidson sein Musikprojekt, entlehnt aus einem Gedicht des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges. Miss You.

Verfasst von: eleucht | 1. April 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

IMG_7056My home is my castle – diese Worte kann und sollte man in dieser Zeit durchaus wörtlich nehmen. Mulder und Scully finden diese neue Situation sogar reizend. Mehr als sonst ist jemand da, der sich um sie kümmert, der sie streichelt und mit ihnen schmust. So bringt Mulder nun auch viel öfter seine Spielzeugmaus angeschleppt. Dann heißt es spielen. Und was gibt es für den Kater Besseres als tolle Jagdspiele.

Ich fürchte, die Umstellung nach Ende der derzeitigen Einschränkungen wird Mulder und Scully und sicher auch vielen anderen Hauskatzen schwerfallen. Kommen wird das aber unweigerlich. Neue Maus001

Verfasst von: eleucht | 31. März 2020

Hoch die Gläser, hoch die Tassen

Richtig, hoch die Gläser und hoch die Tassen, all denen danken, die die jetzt den Laden am Laufen halten. Schwarzseher und Miesmacher gibt es schon mehr als genug, und in dieser Zeit sehen sie ihre Stunde gekommen. Besser etwas Optimismus tanken, das Positive sehen – zum Beispiel, dass es die beinahe verloren geglaubte Solidarität noch immer gibt – an das Gute glauben und auf keinen Fall den Humor verlieren.

Hoch die Gläser, hoch die Tassen auch auf Wolfgang Niedecken – der hatte gestern ebenfalls Geburtstag.

Verfasst von: eleucht | 30. März 2020

Forever Man – Happy Birthday Eric Clapton

„Clapton is God“ schrieb man im Vereinigten Königreich einst an Hauswände. Der Gitarrist ist einer der großartigen Künstler, dessen Musik mich zuverlässig durch mein Leben begleitet hat und das noch immer tut. Seine Karriere begann mit den Yardbirds, er spielte mit John Mayall, war Gründer und Mitglied der Supergroups Cream and Blind Faith und war auch solo äußerst erfolgreich. Er ist 17-facher Grammygewinner und als einziger Musiker dreifaches Mitglied der Rock‘n‘Roll Hall of Fame.

Er selbst sagt übrigens, dass er sich selbst nie als größten Gitarristen der Welt gesehen habe. Es war sein Wunsch, sein Traum, das zu sein, sein Ideal, nach dem er strebte.

Heute wird Slowhand 75. So Happy Birthday. Ob Vorstellung oder Ideal, er wird immer einer der Größten sein.

Verfasst von: eleucht | 29. März 2020

Stunde der Klassik(er) – Bob Dylan

Bob Dylan würde man gemeinhin nicht mit klassischer Musik in Verbindung bringen, wenn auch viele seiner Songs längst Klassiker geworden sind, wie es sie in dieser Menge nur von wenigen Künstlern gibt. Und mit dem Literatur-Nobelpreis wurde Boy Dylan schließlich auch so etwas wie geadelt.

8 Jahre lang hat Boy Dylan keine neuen Songs mehr veröffentlicht. Seine letzten Produktionen waren Coverversionen von Blues- Jazz- und Swingstandards.

Dass er nun völlig überraschend die Welt – allem voran natürlich seine Fans – mit einem neuen Werk beglückt, ist dann irgendwie auch typisch für Dylan. Und das Stück, von Dylan mit seiner knarzigen „Altersstimme“ vorgetragen und nur von Piano und Cello begleitet, hat es in sich. Und das nicht nur wegen der Länge von knapp 17 Minuten. „Es war ein schwarzer Tag in Dallas, im November 1963. Der Tag, der für immer mit Schande verbunden sein wird.“ Mit diesen Worten über den Mord an John F. Kennedy beginnt das Stück und zieht dann einen Bogen über das Lebensgefühl der Sixties – zu deren Protagonisten er ja bekanntlich gehörte – über den Mord von Altamont, mit dem die Träume einer ganzen Generation zu Grabe getragen wurden, bis in die Gegenwart. Es ist ein Requiem für den amerikanischen Traum. Und damit hat Bob Dylan sich mit 17 Minuten wirklich kurz gefasst.

Auf seiner Webseite wendet er sich, auf die aktuelle Situation anspielend, noch kurz an seine Fans. „Passt auf euch auf, seid wachsam und möge Gott mit euch sein.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Verfasst von: eleucht | 24. März 2020

Sehnsucht – Gedankenspiele 3

Die Nacht trennt das Heute vom Morgen. Die Nacht trennt mich von dir. Du bist das Morgen. Es scheint zum Greifen nah und ist doch unendlich weit entfernt. Es gibt Nächte, die nehmen kein Ende. Schweigend sehen die Sterne von Himmel herab. Sie wollen nicht weichen. Sie funkeln wie Diamanten auf schwarzem Samt, doch ihr Licht ist kalt. Sie sind meine Träume, wunderschön in sternenklarer Nacht, doch unerreichbar. Zwei Seelen, die sich suchen, sehnen das Ende der Nacht herbei, und im Herzen brennt das kalte Feuer der Angst, die Sonne könnte nie wieder aufgehen. Forest

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Goldene Flammen 001Leigh Bardugo gehört längst zu den ganz Großen der Fantasy-Literatur. Und das nicht nur, seit sich ihr Roman „Das Lied der Krähen“ ein Jahr lang in der Bestsellerliste der New York Times hielt. Sie hat eine Fantasywelt kreiert, das Grishaverse, in der ihre Geschichten spielen. „Goldene Flammen“ ist der Auftakt zu einer Trilogie. Das Abenteuer nimmt seinen Anfang in dem Land Ravka, das nicht ohne Grund an das englisch ausgesprochene Russia erinnert. Städtenamen wie Novokribirsk oder eine Zone des ewigen Frostes namens Tsibeya tun das ebenfalls. Und schließlich wird Ravka von einem Zaren regiert. Land und Leute in Ravka reflektieren das vorrevolutionäre Russland. Aber das nur nebenbei. Vor allem für englischsprachige Leser mögen diese Namen und Titel wie Korporalki und Materialki fremd und exotisch klingen, wer einmal Russisch gelernt hat, dem kommt hier vieles vertraut vor.

Die Grisha sind Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Man könnte sagen, es handelt sich um Magiere. Sie alle dienen in der sogenannten Zweiten Armee des Zaren und haben unterschiedliche Funktionen. Manche sorgen für Feuer, andere für Wind, mit dem sich zum Beispiel Schiffe über die Meere treiben lassen, es gibt Heiler und es gibt Entherzer. Letztere vermögen es, den Herzschlag der Menschen zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. Innerhalb der Grisha herrscht eine strenge Hierarchie.

Alina Starkov ist eigentlich nur eine unbedeutende Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Während der gefährlichen Überfahrt durch die sogenannte Schattenflur, eine Zone totaler Dunkelheit, die Ravka in zwei Teile trennt und die von menschenfressenden Monstern bevölkert ist, kommt jedoch plötzlich ihre besondere Begabung zum Vorschein, als sie ihrem Freund, dem Fährtenleser Malyen, das Leben rettet. Sie beide kennen sich seit der Kindheit und wuchsen als Waisen auf.

Alinas außergewöhnliche Fähigkeiten bleiben nicht lange verborgen. Der Dunkle, der älteste und mächtigste Magier von Ravka, geehrt und gefürchtet von den Menschen, nimmt sich ihrer an. Sie soll lernen, ihre Kräfte zu gebrauchen und zu beherrschen. Mit ihrer Hilfe soll es ihm eines Tages gelingen, die Schattenflur zu zerstören, Ravka zu einen und die jahrelangen Kriege, in die das Land verwickelt ist, zu beenden.

Alina blüht während ihrer Ausbildung auf und sie entwickelt sogar zärtliche Gefühle für den Dunklen. Und doch vermisst sie ihren Jugendfreund Malyen.

Bald muss Alina jedoch erfahren, dass der Dunkle mit ihr Pläne verfolgt, die alles andere als friedensstiftend sind. Und dabei spielt auch Malyen eine nicht unwesentliche Rolle. Der Kunst des Fährtenlesers ist es zu verdanken, dass ein legendärer Hirsch aufgespürt wird. Dessen Geweih, zu einem Halsreif verarbeitet, wird zu einem Kräftemehrer für Alina, der ihre magischen Kräfte potenziert. Doch gleichzeitig bindet dieser sie verstärkt an die Macht des Dunklen. Alina und Malyen bleibt nicht anderes als die Flucht. Ständig verfolgt von den Häschern des Dunklen, der seine finsteren Pläne noch lange nicht aufgegeben hat. Wird sie sich für immer aus den Fängen des mächtigen Magiers befreien können?

Verfasst von: eleucht | 22. März 2020

Stunde der Klassik

Carmina Burana ist eine szenische Kantate von Carl Orff, geschrieben in den Jahren 1935/36. Uraufgeführt wurde das Stück 1937 in der Oper zu Frankfurt am Main. Die Texte der Lieder aus Benediktbeuern sind in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache verfasst. Das Werk beginnt mit dem wuchtigen Chorsatz O Fortuna, der inzwischen so populär ist, dass er vielfach Verwendung in Filmen und Werbung fand.

Verfasst von: eleucht | 16. März 2020

Stille Zeiten

IMG_7045Es ist ein sonniger Tag Mitte März und man könnte sagen, der Winter ist dabei, sich zu verabschieden. Wenn es denn einen Winter gegeben hätte. Es müsste wohl heißen, die dunklen, trüben und regnerischen Tage sind vorüber. Erstmal jedenfalls. Die trutzige Burg, die sich Schloss Voigtsberg nennt, thront im unschuldigen Sonnenschein hoch über der Stadt und wacht über sie. Wie sie das schon seit Hunderten von Jahren tut. Heute ist das ein stiller Ort. Die Gaststätte ist geschlossen, einer der Inhaber musste sich einer Operation unterziehen, die Museen und anderen Einrichtungen sind wegen Corona geschlossen. Einzig ein paar Jugendliche haben sich hierher verirrt, sie vertreiben sich die Zeit auf den Mauern und am steilen Hang mit Musik und einem Mountainbike. Auch von der Stadt im Tal schlägt dem Betrachter Schweigen entgegen. Die Sonne taucht Schloss und Stadt in ihren warmen Schein, der Frühling verspricht. Eine stille Zeit hat ihren Anfang genommen. IMG_7039IMG_7036IMG_7042IMG_7043

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