Restriktive politische Systeme, die mit Gewalt gegen die eigene oder eine fremde Bevölkerung vorgehen, haben schon immer Künstler auf den Plan gerufen, die ihre Stimme erhoben, um zu protestieren. Lautstark wie Green Day oder etwas leiser, aber nicht weniger eindringlich, wie Billy Bragg. Bruce Springsteen hat von all diesen Musikern zweifellos die größte Reichweite, und das weltweit. Einen wie ihn kann man nicht überhören. Sein Protestsong Streets of Minneapolis hat nach einem Tag auf YouTube über 4 Millionen Aufrufe. Was in den Straßen von Minneapolis geschah, kann man nicht mehr verschweigen. Unter den gegebenen Umständen, die gerade in der Welt herrschen, wird der Protestsong eine Renaissance erleben. Weil sich viele Künstler nicht den Mund verbieten lassen. Ein Lied wie Streets of Minneapolis macht auch Mut, es sagt jedem, dass wir, die wir jede Art von Restriktion ablehnen, nicht allein sind.
Einer, der seit den Protesten gegen den Vietnam-Krieg stets an vorderster Front stand, ist Neil Young. Schon 1970 schrieb er den Protestsong Ohio als Reaktion auf das Kent-State-Massaker, bei dem vier Studenten, die gegen den Vietnam-Krieg protestierten, erschossen wurden, als die Nationalgarde des Staates Ohio das Feuer auf die unbewaffneten Studenten eröffnete. Neun weitere wurden teils schwer verletzt. Es sei noch erwähnt, dass niemand für dieses Verbrechen je zur Verantwortung gezogen wurde. Neil Young ist sich in seinem langen Leben stets treu geblieben. Schon im September vergangenen Jahres hat er einen Protestsong auf allen Streamingdiensten veröffentlicht, in dem er wütend und mit Worten, wie sie klarer und eindeutiger nicht sein könnten, seine Meinung über das zum Ausdruck bringt, was er von der Clique, die in D.C. at the White House herrscht, hält. Als hätte er geahnt, was unter diesen Leuten noch geschehen wird. Das folgende Video ist seit vier Monaten auf YouTube online. Es wird in diesem Tagen wieder besonders oft aufgerufen.
Make Neil Great Again
