Posted by: eleucht | 15. März 2026

Classic Rock Sunday

„One for the money, two for the show …“ So tönte es im Februar vor genau siebzig Jahren zum ersten Mal in einem amerikanischen Fernsehsender zur besten Sendezeit. Ein junger Mann mit verwegener Haartolle, die akustische Gitarre lässig vor der Brust baumelnd, sang den Carl-Perkins-Hit Blue Suede Shoes. Sein Name: Elvis Presley. Er gibt sich im Scheinwerferlicht vor laufenden Kameras zurückhaltender als in seinen Live-Konzerten. Und doch sollte von diesem Tag an, an dem Elvis in der Stage Show auftrat, alles anders werden. Der Rock‘n‘Roll ging daran, Amerika zu verändern. Die Jugendbewegung erkämpfte sich ihre Freiräume und ließ sich nicht mehr aufhalten. Die Rassenschranke, die Schwarz und Weiß trennte, begann zu fallen, auch dank engagierter Menschen wie Rosa Parks und Martin Luther King. Weiße Musiker bedienten sich aus dem Repertoire schwarzer Musiker und umgekehrt. Auch in den Clubs mischte sich das Publikum. Und aus Elvis, dem aus armen Verhältnissen stammenden Jungen aus Tupelo, Mississippi, wurde der King. Der wahre und einzige King von Amerika, wie ich an dieser Stelle in aller Bescheidenheit hinzufügen möchte. Denn 70 Jahre nach der Kernschmelze des Rock‘n‘Roll, die die Vereinigten Staaten zu einem anderen Land machte, droht nun die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Aber wie heißt es so schön bei Neil Young – Rock and Roll can never die.

Nach Blue Sude Shoes sang Elvis in der Stage Show im Februar 1956 als zweiten Song Heartbreak Hotel, seine damals aktuelle Single. Ein Stück, das eher düster klang und die Dunkelheit einsamer Tage und Nächte zum Inhalt hat. Alles andere also als ein treibender Rock‘n‘Roll-Song. Obwohl der Versuch, Heartbreak Hotel in der Fernsehshow mit Bläser- und Streicherarrangements auch einem erwachsenen Publikum schmackhaft zu machen, gründlich misslang, wurde die Single Nummer eins in allen amerikanischen Charts.

Wie viele Male wurde Heartbreak Hotel gecovert? Es gibt 270 offizielle Coverversionen, zählt die KI. Hier gibt es heute eine Version von Bruce Springsteen. Er singt Heartbreak Hotel nicht nur, er zelebriert den Song. Die Performance geht unter Haut. Auch heute noch, siebzig Jahre, nachdem der Song das Licht der Welt erblickte.


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