Posted by: eleucht | 2. Juni 2026

World Through My Eyes

Man lernt nie aus, auch im Alter kann man noch neue Bands kennenlernen, selbst wenn diese schon seit Jahren existieren. Denn ich muss gestehen, dass mir RPWL bisher unbekannt waren. Prog Rock oder Art Rock aus Deutschland gab es zur Zeit des Krautrocks jede Menge, stellvertretend seien hier Novalis oder Triumvirat genannt. Aber der Prog lebt auch heute noch in Deutschland. Und RPWL aus Freising gehören auf jeden Fall in die erste Liga dieser Musikrichtung. Ich hatte am letzten Sonntag die Gelegenheit, sie live im Neuberinhaus in Reichenbach zu erleben, wo sie während ihrer World-Through-My-Eyes-Tour Station machten. Und was soll ich sagen, ich war vom ersten Ton an begeistert. Lange, komplexe Stücke, wie man sie von einer Band wie dieser erwartet, virtuos vorgetragen und mit hintergründigen, oftmals ambivalenten Texten unterlegt. Und natürlich bekommt jeder Musiker die Möglichkeit auf seinem Instrument zu brillieren (ein Begriff, den man im Zusammenhang mit Prog Rock durchaus verwenden kann). Zwei Backgroundsängerinnen gehören zur Band, die den Stücken einen eigenen Stil und viel Wärme verleihen. Auch diese beiden bekommen ihre ganz besonderen Momente während des Konzertes.

RPWL haben ihren eigenen Stil gefunden, in den sich auch schon mal Beatles-Harmonien verirren und indische Klänge einfließen, sie dürften sich nun irgendwo zwischen IQ und Jadis eingerichtet haben. Immer wieder bricht in ihren Stücken auch einiges an Pink Floyd durch, sei es wegen der Stimmlage des Sängers Yogi Lang oder wegen der jubilierenden Gitarrenparts des Gitarristen Kalle Wallner, die an David Gilmour gemahnen.

Insgesamt ein großartiger Abend mit Musik und der Erkenntnis, auch in Deutschland lebt der Prog.


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