Verfasst von: eleucht | 5. Juli 2020

Stunde der Klassik

Eines der diesjährigen Jubiläen ist der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Da Corona aber bisher nur einen kleinen Teil der verschiedenen Festivitäten zuließ, wird das Beethoven-Jahr bis 2021 verlängert. Im Blog gibt es keinerlei Beschränkungen, Beethoven zu würdigen. Und das meine ich durchaus im wörtlichen Sinne. Denn in diesem Musikvideo prallen Welten aufeinander. Der 3. Satz von Beethovens Mondscheinsonate trifft auf Thunderstruck von AC/DC. Und dank des unorthodoxen Pianospiels von Peter Bence klappt das sogar vorzüglich.

Verfasst von: eleucht | 1. Juli 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Eine erwachsene Katze hat 30 Zähne, 16 oben, 14 im Unterkiefer. Typisch für das Raubtiergebiss der Katzen sind die vier Fangzähne, mit denen sie ihre Beute fassen und mit Genickbiss töten. Mit den Backenzähnen werden zu große Nahrungsteile zerkleinert. Kauen im eigentlichen Sinne können Katzen nicht. Die Nahrung wird verschlungen. Die winzigen Schneidezähnchen benutzen die Katzen zur Körperpflege. Mit ihnen können sie Parasiten oder Fremdkörper aus dem Fell ziehen. Außerdem kürzen sie sich damit die Krallen an den Hinterpfötchen. IMG_7432

Verfasst von: eleucht | 28. Juni 2020

Stunde der Klassik

Mit Yann Tiersen gibt es heute wieder Musik eines zeitgenössischen Komponisten zu hören. Geboren wurde Tiersen 1970 im französischen Brest. Später lebte er in Rennes und Paris. Dort spielte er in Punkbands Musik, die von Joy Division und den Stooges beeinflusst war. Der studierte Musiker wurde besonders mit Soundtracks bekannt. Sein Stück zur Fabelhaften Welt der Amélie dürfte inzwischen auch zu den Klassikern zählen. Gespielt wird das Stück ganz im französischen Stil auf dem Akkordeon von Douglas Borsatti.

Verfasst von: eleucht | 26. Juni 2020

Sehnsucht – Gedankenspiele 6

Ostssee 107Vielleicht habe ich den richtigen Moment verpasst, diesen Ort zu verlassen. Der Baum meiner Kindheit, dessen Schatten mich vor der Sonne schützte und an dessen Stamm gelehnt ich Bücher las, ist längst der Säge zum Opfer gefallen. Die wilden, blumengesprenkelten Wiesen, über die Bienen und Hummeln summten und bunte Schmetterlinge flatterten und deren Grashalme meine Knie streiften, sind Parkplätzen gewichen oder Einkaufszentren. Es gab so viel zu entdecken, so viele Träume zu träumen. Beinahe unbemerkt rankten sich Heimat und Liebe um meine Glieder, banden mich fester und fester und versprachen eine glückliche Zeit. Mein Blick wandert zum Horizont, hinter dem die Sonne in blutroter Glut versinkt. Es ist der gleiche Horizont, der schon seit scheinbar ewigen Zeiten meinen Blick anzieht. Ich weiß inzwischen, was sich dahinter verbirgt. Aber die Träume sind geblieben.

Verfasst von: eleucht | 24. Juni 2020

„Joyland“ – Stephen King

Joyland 001Stephen King nimmt den Leser in diesem Roman mit in die Welt der Schausteller und Vergnügungsparks. Um finanziell über die Runden zu kommen, arbeitet der Student Devin Jones während der Semesterferien im Joyland. In diesem Vergnügungspark tut sich für ihn eine völlig neue Welt auf. Er lernt neue Freunde kennen, derweil er erfahren muss, dass seine große Liebe mit ihm Schluss gemacht hat. In der nächsten Zeit lässt Devin sich in seinen Entscheidungen oftmals vom Liebeskummer leiten. Nichtsdestotrotz erledigt er als Neuling seine Arbeit zur großen Zufriedenheit der Kollegen und des Chefs. Nachdem er einer jungen Besucherin das Leben rettete, genießt er sogar eine Art Sonderstatus.

Auf dem Weg zur Arbeit lernt er junge Frau kennen, die allein mit einem behinderten Sohn lebt. Nach anfänglich abweisender Haltung der Frau kommt er ihr dank des Sohnes doch noch näher. Am Ende der Semesterferien beschließt er, seine Arbeit im Vergnügungspark fortzusetzen. Einesteils ist er fasziniert von dieser für ihn neuen Welt, die ihm hilft, seine frühere Freundin zu vergessen, andererseits ist da noch ein Geheimnis um ein in der Geisterbahn ermordetes Mädchen, das es aufzuklären gilt.

Positive Emotionen gehen von den Seiten des Romans aus, beinahe alles läuft zu Devins Zufriedenheit – neue Freunde, fast eine neue Liebe. Doch der Mörder, den er verzweifelt sucht, ist letztendlich näher, als er für möglich hält. Und da dieser befürchtet, dass Devin ihm auf die Schliche gekommen ist, wird nun selbst aktiv. Übersinnliches kommt im Roman auch vor, ja, aber ganz anders, als man bei Stephen King erwarten könnte. Eine kurzweilige, spannende Lektüre mit einem Protagonisten, den man einfach mögen muss.

Verfasst von: eleucht | 21. Juni 2020

Stunde der Klassik

Franz Schubert schuf drei Musikstücke in Marschform für Klavier zu vier Händen. Der erste wurde der bekannteste von ihnen. Schuberts Marche Militaire wird hier gespielt von den Wiener Philharmonikern.

Verfasst von: eleucht | 15. Juni 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Bei Katzen, die in einer Gemeinschaft leben, wird die Rangfolge nicht nach Größe und Stärke bestimmt. Das Tier mit dem sichersten und selbstbewusstesten Auftreten bekommt Vorrang, und zwar in Bezug auf die besten Plätze, bei Reviergängen und auch beim Fressen. Das regelt sich glücklicherweise alles ohne Kampf, außer bei Neuzugängen. Die Diva in der Gemeinschaft ist also auf jeden Fall die Nummer1. Das unterscheidet sich manchmal gar nicht so sehr von der menschlichen Gemeinschaft. IMG_7228

Verfasst von: eleucht | 14. Juni 2020

Stunde der Klassik

Das Menuet antique hat Maurice Ravel 1895 als Student des Pariser Konservatoriums geschrieben. Es ist damit eines seiner ersten publizierten Werke. Beim folgenden Stück handelt es sich um die ursprüngliche Klavierkomposition. Diese wurde vom Komponisten 1929 orchestriert.

Verfasst von: eleucht | 7. Juni 2020

Stunde der Klassik

Roger O‘Donnell ist haupberuflich bei The Cure beschäftigt, als Keyboarder. Zusätzlich produziert er auch Soloalben, 2 Ravens ist schon sein sechstes. Musikalisch orientiert er sich dabei an der Neoklassik. Aber es ist ja nichts Neues, dass sich die Vertreter dieser Musikrichtung selbst nicht gern in der Neoklassik sehen. Auf 2 Ravens dominiert das Cello, eingespielt wurde das Album in fünf Tagen, zum Cello kamen noch ein Streichquartett, die Sängerin Jennifer Pague und das Klavier, das von O‘Donnell gespielt wurde. Außerdem ist der Mann auch noch Hubschrauberpilot.

Verfasst von: eleucht | 5. Juni 2020

NSA Nationales Sicherheits-Amt – Andreas Eschbach

NSA 001Die Entwicklung des Komputers begann im 19. Jahrhundert in England in Form einer mit Dampf und Lochkarten betriebenen analytischen Maschine. Danach macht die Verarbeitung von Informationen große Fortschritte, und zwar beginnend im Deutschen Kaiserreich. Schon im Weltkrieg von 1914 bis 1917 spielte die Datenverarbeitung eine große Rolle. Trotz des technologischen Vorsprungs verlor Deutschland den Krieg. In der Weimarer Republik beginnt das Zeitalter der tragbaren Telefone, mit denen man nicht nur telefonieren, sondern sich auch ins Weltnetz einwählen kann. Austausch von Meinungen erfolgt im Deutschen Forum oder im Weltforum. Nach der Machtübernahme der NSDAP wird die Datenverarbeitung perfektioniert. Das ist die Ausgangssituation in diesem Alternativwelt-Roman von Andreas Eschbach.

Man ahnt schon, das sind düstere Aussichten, denn neben der Verbreitung von Propaganda lässt sich diese Technik vor allem zur fast lückenlosen Überwachung des Volkes benutzen. Wenn sich die Mobiltelefone in den einzelnen Funkzellen anmelden, lassen sich Bewegungsabläufe genau nachvollziehen. Das Bargeld ist abgeschafft. Hoppla, darüber wird ja auch heutzutage ausgiebig diskutiert! Somit kann jede noch so kleine Kontobewegung überprüft werden. Was kaum jemand weiß, alle Daten werden nicht nur auf den Telefonen gespeichert, sondern in großen Datensilos, auf die die Spezialisten des Nationalen Sicherheits-Amtes jederzeit Zugriff haben. Auf diese Weise lassen sich recht genaue Profile von Menschen erstellen und mögliche Staatsfeinde herausfiltern. Das Nationale Sicherheits-Amt steht in Weimar, das eine Zeit lang scheinbar unter dem Radar der Staatsmacht agiert. Dort sind die beiden Hauptfiguren des Romans angestellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Helene Bodenkamp ist die unauffällige graue Maus, der blonde, blauäugige Eugen Lettke als Sohn eines Kriegshelden der Strahlemann, der sich stets gut in Szene zu setzen weiß. Ihm geht es vor allem darum, unabkömmlich im NSA zu sein, um nicht an die Front abkommandiert zu werden. Programmieren ist Frauenarbeit, man nennt sie Programmstrickerinnen, den Männern ist die analytische Arbeit am Komputer vorbehalten, das Aufspüren von Staatsfeinden, das Erkennen von Unregelmäßigkeiten der in den Datensilos gespeicherten Tabellen und das Erstellen von Profilen. Helene und Eugen sind ausgesprochene Experten auf ihrem Gebiet, wobei Lettke nach einigen unangenehmen Erfahrungen als Jugendlicher die Technik für einen persönlichen Rachefeldzug zu gebrauchen weiß. Darin erweist er sich als besonders erfolgreich.

Die Wege der beiden Figuren kreuzen sich schicksalhaft immer wieder. Als sie zusammen an neuen Projekten arbeiten, beginnt Helene zu begreifen, dass die Programme, die sie vervollkommnet, unter anderem auch die Menschen, die sie liebt, in große Gefahr bringen. Eine Zeit lang gelingt es ihr dank ihrer Fähigkeiten, gewisse verräterische Daten zu verschleiern, doch plötzlich dreht sich der Wind. Die SS übernimmt das Amt und die Ereignisse überschlagen sich. Nun geraten auch Helene und Eugen Lettke ins Visier der Staatsmacht, wenn auch aus völlig unterschiedlichen Gründen.

Der Roman überrascht mit unerwarteten Wendungen, am Ende erlebte ich die schlimmstmögliche Dystopie überhaupt. Immerhin, wir wissen selbst, was mit der heutigen Technik schon möglich ist. Der Roman sollte als Warnung verstanden werden, diese Technik verantwortungsvoll zu nutzen. Wenn es dazu aber mal nicht schon zu spät ist. Andreas Eschbach geht in seinem Roman sehr ins Detail, sowohl was die menschliche Seite betrifft als auch die technische, was die Geschichte auf erschreckende Weise äußerst realistisch erscheinen lässt.

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