Verfasst von: eleucht | 19. April 2022

Osterweg

Eine Schlagzeile der vergangenen Woche verkündete massenhafte Austritte aus der Kirche. Ich schätze, das betrifft vor allem die katholische Kirche, was nach all den Missbrauchsvorwürfen und dem Verschleiern derselben nicht verwundern sollte. Auch die selbstgefälligen Auftritte von Kardinal Wölki dürften dazu beigetragen haben. Kaum jemand wird verstehen, dass Geld, das für Missbrauchsopfer geplant war, dazu verwendet wurde, die Schulden eines Priester zu begleichen. Wobei es sich bei diesen Schulden nicht gerade um eine Kleinigkeit gehandelt hat, es geht dabei um einen Betrag von 500.000 Euro, der durch zusätzlich fällige Steuern noch um einiges steigen dürfte. Im Erzbistum Köln scheint einiges im Argen zu liegen.

Wie ist es nun um das Interesse von Kirche und Religion bestellt? Die Kirche hat sicherlich Verpflichtungen den Menschen gegenüber, statt dessen ist sie hauptsächlich damit beschäftigt, Fehler und Verfehlungen zu vertuschen. Da hat sich seit Luthers Zeiten offenbar nicht viel geändert.

Hier hat die Kirchgemeinde dieses Jahr einen Osterweg installiert, eine Art verkürzten Kreuzweg. Den Menschen sollten die Ursprünge und der Hintergrund des Osterfestes nahegebracht werden. Ich machte mich am Nachmittag des Ostersonntags also auf den ungefähr 1,5 km langen Weg, der an einem Steg über die Weiße Elster seinen Anfang nahm. Dort wurde man herzlich begrüßt, man konnte sich Postkarten und dergleichen aussuchen und bekam einen kleinen Ostersnack. Überrascht hat mich, dass es doch ein großes Interesse an der Aktion gab. Viele Menschen, viele Familien waren unterwegs. Mit Kind und Kegel, wie man so sagt. Die interaktiv nutzbaren Stationen, es waren deren sechs, wurden genutzt, die Informationen zum Kreuzweg wurden gelesen. Es ging los mit dem letzten Abendmahl, das in diesem Fall „das letzte gemeinsame Essen“ genannt wurde. Man „entdeckte“ das leere Grab und wurde am Ende des Weges wieder verabschiedet. Und rundherum erwachte die Natur unter strahlend blauem Himmel zu neuem Leben.

Verfasst von: eleucht | 18. April 2022

Das goldene Ei im Einkaufszentrum

Zaghaft noch hält der Frühling in Plauen Einzug. Seine Spuren sind aber nicht mehr zu übersehen.

Auch Vater und Sohn, die Figuren des Plauener Zeichners Erich Ohser aka e.o. Plauen, entsteigen dem Buch, um die Frühlingssonne zu genießen.

In der Stadtgalerie, dem großen Einkaufszentrum im Herzen der Stadt, sind die Osterüberraschungen nicht gerade versteckt. Viel zu groß ragt das goldene Ei in die Höhe. Sieht nach Schwerstarbeit für den Osterhasen aus. Ein farblich aufgemotzter Trabbi offenbart sein frühlingshaft blühendes Innenleben, in dem auch noch Platz für ein paar Ostereier ist. Trabbi goes green?

Neben den Ostereiern findet sich das neu eröffnete Begegnungszentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine. Die Polen nennen diese Menschen Gäste, was ich durchaus passend finde. Betrieben wird das Zentrum von der Stadt Plauen und der Diakonie. Hier wird praktische Hilfe für die Menschen aus der Ukraine vermittelt. Das Angebot wird sehr gut angenommen und zeugt von der großen Hilfsbereitschaft der Plauener. Auch viele Spätaussiedler aus Russland, die vor vielen Jahren in großer Zahl im Vogtland gestrandet oder gelandet sind, bieten Hilfe an. Gerade die Ukrainer wissen es zu schätzen, wenn diese ihnen über die Sprachbarriere hinweghelfen. Es geht doch.

Verfasst von: eleucht | 17. April 2022

Classic Rock Sunday

Eine Double-Feature zur Lage der Nation

Hansa Rostock vs. Fortuna Düsseldorf

Marteria und die Toten Hosen mit ihrer Doppel-A-Seiten Single

Und ein paar Promis sind auch noch dabei. Cool.

Verfasst von: eleucht | 16. April 2022

Ostergrüße

In a world full of darkness we will be thankful for every sunbeam.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Freunden und Lesern ein FROHES OSTERFEST.

Verfasst von: eleucht | 15. April 2022

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Dass Katzen keinen Augenkontakt mögen, ist bekannt. Der gilt als Konfrontation. Bei Hauskatzen, die lange Zeit mit Menschen zusammenleben, ist das allerdings anders. Da fixieren Katzen zum Beispiel ihren Menschen mit einem starren Blick, als wollten sie ihn hypnotisieren. Das tun sie, auch wenn man ihnen den Rücken zudreht. Meist spüren wir diese intensiven Blicke intuitiv. Wenn wir uns dann umdrehen, hat Katze ihr Ziel erreicht. Erwidert man dann ihren Blick, ist alles klar, wir haben zu wissen, was Katze will. Katzen haben das im Zusammenleben mit den Menschen gelernt und nutzen Blicke auf diese Weise.

Verfasst von: eleucht | 10. April 2022

Classic Rock Sunday

Ich hatte den Ukrainian Folksong, der in der englischen Übersetzung Hey Hey Rise Up heißt, schon einmal in meinem Blog vorgestellt. Gesungen wird das Stück von dem ukrainischen Musiker Andriy Khlyvnyuk von der Band Boombox. Der befand sich gerade auf US-Tournee, als die Russen in der Ukraine einfielen. Er kehrte sofort zurück, um seine Heimat gegen die Invasoren zu verteidigen. Sein Lied wurde über die sozialen Medien und YouTube bekannt.

Andriy Khlyvnyuk liegt derzeit im Krankenhaus, er wurde von einer Granate verletzt.

Nun haben sich auch Pink Floyd, die derzeit noch aus David Gilmour und Nick Mason bestehen, des Stückes angenommen, womit es mit Sicherheit noch bekannter und populärer werden wird. Die Zugriffszahlen schon kurz nach Veröffentlichung auf YouTube bestätigen das zweifellos. David Gilmour und Andriy Khlyvnyuk kennen sich von einem gemeinsamen Auftritt, außerdem hat Gilmour eine ukrainische Schwiegertochter. Für Pink Floyd ist es die erste Produktion nach 28 Jahren. Die Band und der Sänger haben für die Aufnahmen über FaceTime zusammengearbeitet. Die Single wurde am vergangenen Donnerstag veröffentlicht, alle Erlöse gehen an einen Ukraine-Hilfsfond.

Eine gute Bekannte aus Odessa schrieb mir, dass Viburnum (Schneeball), um den es in dem Lied u.a. geht, ein Markenzeichen für die Ukraine ist wie die Sonnenblume. Die Pflanzen wachsen dort in fast jedem Garten. Sie stehen als Symbol für Liebe, Glück und Schönheit. Und wenn man genau hinsieht, dann erkennt man, dass der Kern im Inneren der leuchtend roten Beeren einem Herz ähnelt.

Verfasst von: eleucht | 3. April 2022

Classic Rock Sunday

Die Finnen sind bekannt für ihre Vorliebe für Hardrock und Heavy Metal, dem Land fehlt es auch nicht an erstklassigen Musikern und Bands, die dieser Musikart frönen. Auch die Musiker der Band Steve‘n‘Seagulls interpretieren Coverversionen von Klassikern des Hardrock und Heavy Metal. Dazu verwenden sie allerdings ein für das Genre eher ungewöhnliches Instrumentarium wie Banjo, Hackbrett und Mandoline. Der Rock wird durch den Hillbilly-Wolf gedreht und raus kommt dabei Bluegrass mit großem Spaßfaktor, wie man an ihrer Version von Iron Maidens The Trooper hören kann. Die spinnen, die Finnen, würde Obelix vielleicht sagen und dazu laut lachen und mit dem Fuß im Rhythmus der Musik wippen.

Verfasst von: eleucht | 1. April 2022

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Der Frühling kommt mit Macht. Mulder und Scully genießen ausgiebig die lange vermisste Sonne. Die Tage werden länger, da werden die Katzen wieder aktiver. Nun wollen sie wieder länger und öfters spielen und auch toben. Das ist bei allen Katzen so, egal ob reine Stubentiger oder Freigänger.

Verfasst von: eleucht | 30. März 2022

Die Vögel – Teil 2 Ein Blick in die Geschichte

Manch einer, der vor Kurzem meinen Beitrag „Die Vögel – nicht von Hitchcock aber was wirklich in ihnen steckt“ https://eleucht.com/2022/03/24/die-vogel-nicht-von-hitchcock-aber-was-wirklich-in-ihnen-steckt/ gelesen hat, könnte Zweifel bekommen, ob es überhaupt möglich ist, so viele oder gar sämtliche Vögel vom Himmel zu holen.

Den Zweiflern sei gesagt: Ja, das ist möglich und das wurde in der Vergangenheit auch schon mehrfach praktiziert. Ein bisschen Recherche fördert Erstaunliches zutage.

1958 zum Beispiel. China war gerade dabei, unter der Führung von Mao Tse-tung (ich mag die alte Schreibweise) den „Großen Sprung“ zu vollziehen. Mao, der Große Steuermann, hatte in seiner grenzenlosen Weisheit die Ursachen für die große Hungersnot in China erkannt. Verantwortlich dafür waren Ratte, Fliege, Stechmücke und der Spatz. Offenbar die natürlichen Feinde der kommunistischen Bewegung, die vier apokalyptischen Reiter nach Mao. Vor allem der freche Spatz ist berüchtigt dafür, sich mit dem, was der Mensch sät und erntet, den Bauch vollzuschlagen.

Also erließ Mao Zedong eine Direktive, mit der er zum Kampf gegen die Spatzen aufrief. Sie wurden nicht nur geschossen, sondern vor allem mit viel Lärm überall verjagt. Das Millionenvolk stand auf und zog in den Kampf gegen den geflügelten Feind, mit Trommeln, Rasseln, Schreien, Klatschen und lautem Singen. Das musste ein Höllenlärm gewesen sein. Wenn die sensiblen Spatzen nirgendwo mehr Platz zum Landen finden, fallen sie nach einer gewissen Zeit tot vom Himmel. Innerhalb von vier Tagen war der Himmel über China spatzenfrei. Lastwagenweise wurden tote Vögel durch die Gegend gefahren, manche der erfolgreichen Jäger hingen sich Ketten mit toten Vögeln wie Trophäen um den Hals. Maos Ideologie hatte über den Spatz, diese Ausgeburt bourgeoiser Dekadenz, gesiegt. Leider ist nicht bekannt, ob die Vögel auf dem Speiseplan der Chinesen landeten, um die Hungersnot zu lindern, oder ob sie einfach nur verbrannt wurden.

Infolge dieses entschiedenen Vorgehens wurde allerdings das biologische Gleichgewicht massiv gestört. Allerlei Ungeziefer, von dem sich die Spatzen vorwiegend ernähren, konnte sich ungebremst vermehren. Allem voran die Heuschrecken. Als am Horizont die dunklen Wolken von herannahenden Heuschreckenschwärmen auftauchten, war das Unheil nicht mehr aufzuhalten. Die folgende Ernte fiel noch schlechter aus, die Hungersnot nahm apokalyptische Ausmaße an.

China war nun gezwungen, von der Sowjetunion Zehntausende Spatzen zu kaufen. Man könnte vermuten, dass bereits in dieser Zeit statt Spatzen Drohnen zur Überwachung des chinesischen Luftraums geliefert worden seien. Von dieser Vorstellung wurde aber schnell Abstand genommen, denn zur Zeit Stalins und Maos war die Überwachungstechnik noch nicht so miniaturisiert wie heute. Beim damaligen Stand der Technik hätte man unmöglich ein Richtmikrofon oder eine Kamera in eine Drohne von der Größe eines Spatzes installieren können. Dafür hätte es schon Fluggeräte von der Größe eines Adlers bedurft. Es ist aber nicht überliefert, dass die Sowjetunion den Chinesen mit der Spatzenlieferung auch ein paar Adler untergejubelt hätte. Es ist also nicht anzunehmen, dass bereits in diesen Jahren eine Überwachung der Bevölkerung durch vogelähnliche Flugmaschinen erfolgte.

Dass Mao Tse-tung, dem Große Steuermann, mit dem Vögel-Genozid ein großer Fehler unterlaufen war, wurde aber erst nach dessen Tod der chinesischen Bevölkerung offenbart. Es heißt ja, über Tote soll man nichts Schlechtes sprechen, das gilt aber eben nur für Normalsterbliche. Bei Despoten aller Couleur ist es genau umgekehrt.

Also, weiterhin gut aufgepasst, wer da vom Himmel auf euch herabblickt. Den Vogeldrohnen entgeht nichts und niemand. Immer daran denken, auch das Smartphone abzudecken. Hochauflösende Kameras können jeden WhatsApp-Chat auch aus großer Entfernung mitlesen.

Verfasst von: eleucht | 28. März 2022

Orthodoxer Besuch

Wochenende im tschechischen Františkovy Lázně. Strahlend blauer Himmel, die Straßen, Passagen, die Cafés und Gaststätten sind voller Menschen, voller Leben, Kurgäste, Touristen, alte und junge Menschen. Die Natur noch im kahlen Winterkleid, Sonnenschein vermittelt einen Hauch von Summerfeeling. Mein erstes Eis. Schokoladeneiscreme. Köstlich.

Die orthodoxe Kirche ist an diesem Tag im Gegensatz zu anderen Gelegenheiten, als ich dort vorbeikam, geöffnet. Der Priester bittet mich freundlich einzutreten. Er sieht aus, wie man sich den Priester einer orthodoxen Kirche vorstellt, schwarze, gegürtete Kutte, Kruzifix an der Kette um den Hals, Bart. Er ist noch sehr jung. Ungefragt gibt er Erklärungen über die Kirche, beantwortet geduldig auch meine Fragen.

Die Kirche der Heiligen Olga wurde von 1881 bis 1889 im neobyzantinischen Stil gebaut und ist die älteste der orthodoxen Kirchen in Tschechien. Ich erfahre, dass sich in der Regel ca. fünfzig bis sechzig Personen aus Františkovy Lázně und Umgebung zum Gottesdienst einfinden.

Die Kirche wurde der Heiligen Olga zu Kiew geweiht. Die Gläubigen werden in ihr auch für die Menschen und den Frieden in Kyiv beten.

Seit 1991 ist die Kirche auch Kulturdenkmal.

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