Verfasst von: eleucht | 15. Mai 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

IMG_7080Katzen wird ja vielfach ein sechster Sinn nachgesagt, etwas, das sie in unseren Augen zu ganz besonderen Tieren macht und etwas, das manchen vielleicht unheimlich erscheinen mag. Nachweislich verfügen Katzen über unvorstellbar gute, ganz besonders sensible Sinne. Sie spüren veränderten Luftdruck, der einen Wetterwechsel oder ein Gewitter ankündet, sie riechen Krankheiten und sie erkennen an unserer Haltung und Mimik, wie es uns geht, was uns bewegt. Eben auch, wenn wir mal nicht so gut drauf sind. Dann kommen sie und wissen uns zu trösten. Mitfühlende Lebewesen, die uns besser verstehen, als wir uns vielleicht eingestehen wollen.

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.Lodernde Schwingen 001Alina Starkow und ihren wenigen verbliebenen Getreuen ist im letzten Augenblick die Flucht vor dem Angriff des Dunklen auf den Zarenpalast gelungen. Schwer verletzt erholt sie sich im Inneren einer großen Höhle. Dort hat ein Priester, genannt der Asket, eine Armee aus Sonnenkriegern versammelt, die Alina als Heilige verehren und für die sie ihr Leben geben würden. Da der Asket aber offensichtlich eigene Ziele verfolgt und Alina nur als sein Werkzeug benutzt, sehen sich die Freunde gezwungen, sich seiner zu entledigen. Eine gefährliche Flucht durch ein unterirdisches Höhlensystem beginnt. Alina hat dabei nur eins im Sinn – sie muss den dritten Kräftemehrer an sich bringen. Mit dieser großen Macht des Lichts würde es ihr gelingen, Ravka und die Menschen für immer aus der Knechtschaft des Dunklen zu befreien. Die Aufzeichnungen und die alten Legenden berichten von einem Feuervogel. Doch dessen Aufenthaltsort ist niemandem bekannt. Bis Alina begreift, dass alles mit ihrer Vergangenheit und Geburt verbunden ist. Also machen sich die Freunde auf den Weg ins Gebirge. Die Zeit wird knapp, denn der Dunkle plant neue Übeltaten, die nicht nur Alinas Trupp in Bedrängnis bringen könnten.

Nach abenteuerlicher Suche finden sie den Feuervogel, doch Alina muss erkennen, dass es sich beim dritten Kräftemehrer um etwas ganz anderes handelt. Um ihn zu erlangen und seine Kräfte freizusetzen, gilt es, einen geliebten Menschen zu opfern. Werden alle Beteiligten dazu bereit sein?

Leigh Bardugo hat mit diesem Band die Geschichte der Alina Starkow zu einem grandiosen Ende geführt. Sie hat mit der Welt der Grisha ein einzigartiges Fantasy-Universum erschaffen, das sie liebevoll und detailliert beschreibt. Aber im Mittelpunkt stehen natürlich die Figuren, die die Geschichte zum Leben erwecken, die guten wie die bösen. Man lernt sie und ihre Geschichte und ihre Beziehungen im Laufe der Lektüre kennen und kann ihre Handlungsweisen gut nachvollziehen. Man folgt Alina und ihren Freunden gerne durch ihre Abenteuer und fiebert mit ihnen, und vielleicht wird man den einen oder anderen in sein Herz schließen. Verdient haben sie es alle.

Verfasst von: eleucht | 11. Mai 2020

Tierpark Klingenthal

IMG_7247Auch an die Tieren in den Zoos ist die Corona-Krise nicht unbemerkt vorübergegangen. Nicht nur, dass die Tierparks keine Einnahmen hatten, auch für die Tiere war die Situation ausgesprochen ungewohnt. Wen lässt es kalt, wenn wegen fehlender Einnahmen in einigen Einrichtungen bereits von Notschlachtungen die Rede war? Fünf Wochen lang oder länger hatten die Tiere nur Kontakt zu ihrem Pfleger. Wo sind nur all die Leute, die ihnen sonst immer Aufmerksamkeit und Zuwendung schenkten, geblieben?

Auch wenn der Zoo noch so klein ist, ein Besuch sollte sich lohnen, für den Tierpark, für die Kommune, für die Tiere und vielleicht auch für das eigene Wohlbefinden. IMG_7254Den Erdmännchen im Klingenthaler Zoo jedenfalls sieht man die Freude über die „neu gewonenen“ Besucher an. Aufgeregt und fröhlich wuseln sie in ihrem Gehege herum, als würden sie jeden, der sich ihnen nähert, persönlich begrüßen wollen. Und sie posen auch ganz gern mal in echter Erdmännchenmanier für Fotos. IMG_7259IMG_7261IMG_7262Das Alpaka sagt mal kurz „Hallo“, dann wendet es sich wieder dem frischen Gras zu. IMG_7265Längst ist in den Zoos wegen der bestehenden Einschränkungen noch nicht alles im gewohnten Zustand, längst ist noch nicht alles begehbar, Wärmehaus und Streichelzoo sind noch geschlossen. Aber die Ziegen und die Ponys freuen sich auch über ein paar frische Löwenzahnblätter und Streicheleinheiten. IMG_7252Auch der Blick auf die ergrünende vogtländische Landschaft ist nicht zu verachten.

Verfasst von: eleucht | 10. Mai 2020

Stunde der Klassik

Da jetzt gerade die Blumen in üppiger Pracht zu blühen beginnen, ist es vielleicht an der Zeit, den Blumenwalzer von Peter Tschaikowski zu hören. Wobei für Tschaikowski eigentlich immer Zeit ist. Der Blumenwalzer stammt aus seinem Ballett Der Nussknacker.

No More Heroes betitelte ich gestern meinen mit persönlichen Erinnerungen verbundenen Nachruf auf den Stranglers-Keyboarder Dave Greenfield. Florian Schneider sah nie wie ein Held aus, eher wie der Buchhalter von nebenan. Schon als Jugendlicher fiel er durch das Tragen von Trachten und kurzen Haaren auf, in einer Zeit, in der lange Haare und Hippie-Outfit angesagt waren. Und doch sollte Florian Schneider zu einem der einflussreichsten Musiker werden, der die Popwelt nachhaltig beeinflusst und weiterentwickelt hat. Zusammen mit dem kongenialen Partner Ralf Hüter gründete er die Gruppe Kraftwerk. Heute hat die Band Kultstatus, in der Vergangenheit waren Vertreter des Krautrocks im Ausland, speziell in den englischen Clubs, aber viel populärer als in der Heimat, allen voran Kraftwerk und Can.

Das erste Musikstück, das ich von Kraftwerk hörte, hieß „Ruckzuck“ und stammte von ihrem Debüt-Album. Ein treibender Rhythmus, auf den ein fieberndes Flötenspiel gelegt war. Das Stück schaffte es zur Titelmelodie der politischen Fernsehsendung Kennzeichen D. Dieses Album gehörte auch zu den wenigen Westschallplatten, die dank eines guten Freundes und eines dreistelligen Betrages in Ostmark in meinen Besitz kamen. Es war eben Musik im Grenzbereich des progessive Rock, des Artrock, der Avantgarde und des Experimentalrocks. Da gehörte die elektronische Musik einfach dazu.

Am vergangenen Sonntag ist Florian Schneider einem Krebsleiden erlegen, er starb im Alter von 73 Jahren. Die neue Volksmusik, die er kreierte, lebt derweil weiter und wird mit Sicherheit an seine Pionierarbeit erinnern.

Verfasst von: eleucht | 7. Mai 2020

No More Heroes – R.I.P. Dave Greenfield

Musikalisch haben mich vor allem die 70er Jahre beeinflusst, speziell die Ära nach den Beatles, die unbestritten die Nummer 1 sind. Es war die Zeit der Supergroups und des Progressive Rock. Die Rockmusik wurde immer komplexer, die Arrangements immer ausgefeilter, die Virtuosität immer besser und der Klang der Aufzeichnungen und in den Live-Konzerten immer besser. Stil war gefragt und Individualität, die Künstler gingen auf Egotrips in endlos langen Soli. Namen wie Emerson Lake & Palmer, Jethro Tull, Genesis, King Crimson und van der Graaf Generator – um nur ein paar der wichtigsten zu nennen – sprechen dafür. Adäquat folgten in der früheren DDR Bands wie die Stern Combo Meißen, Lift und Electra diesem Trend.

Als am Ende des Jahrzehnts die Punkwelle hereinbrach und mit brachialen Dreiakkordenummern die Heroes von ihrem Sockel stieß, war das eine Art Kulturschock für mich, zumal ich auch mit der Mode der Punks nicht allzu viel anzufangen wusste. Und es auch nicht wollte. Über diese Zeit „gerettet“ hat mich eine Band, die mit der Punkbewegung kam, aber eigentlich nie so richtig dazugehört hatte – die Stranglers. Immerhin waren ihre ersten Veröffentlichungen wie „No More Heroes“ oder „Something Better Change“ noch richtig wütend und passten gut ins Konzept des Punk. Musikalisch unterschieden sich die Stranglers allerdings schon von den meisten Punkbands, vor allem da die Keyboards – gespielt von Dave Greenfield – ein wichtiges Stilelement ihrer Musik waren. Sie waren melodiöser und machten auch keinen Hehl daraus, dass sie sich auf ihr Handwerk als Musiker verstanden. Und Hugh Cornwell war ein toller Sänger mit einer großartigen Stimme.

Am vergangenen Sonntag ist Dave Greenfield im Alter von 71 Jahren nach einem längeren Krankenhausaufenthalt gestorben. Vorbelastet von Herzproblemen wurde das Coronavirus zu seinem Schicksal. Er wurde kurz vorher positiv darauf getestet.

Dave Greenfield schrieb eine Menge der Stranglers-Songs, unter anderem auch ihren wohl bekanntesten Hit „Golden Brown“.

Vielleicht war es den Stranglers zu verdanken, dass sich meine Sichtweise auf den Punk zum Positiven verändert hat. Bands wie The Clash, die Dead Kennedys oder Green Days haben die Punktradition bewahrt und die Musik trotzdem weiter entwickelt.

Verfasst von: eleucht | 4. Mai 2020

Die Kälte mancher Nacht

Magic nightDer dunkle Flügelschlag der Nacht verzaubert die Welt, raubt dem Tag die Klarheit und die scharfen Konturen. Sternenschleier wehen glitzernd übers Land. Das große Ganze versinkt im Schwarz, während das kleinste Licht noch weithin zu sehen ist. Der Wind weht Flüstern an mein Ohr, Worte, die weit entfernt ausgesprochen wurden und doch ganz nah sind. Der Mond, gehüllt in seinen fahlen Glanz, lächelt dazu. Der Mond und ich, wir verstehen.

Die Dunkelheit öffnet der Wahrnehmung die verborgene Pforte in die Welt jenseits der kalten Wirklichkeit. Im Sternenstaub erahnen wir die Existenz verloren geglaubter Seelen, die einander suchen und sich manchmal auch finden. Dann hüllen sie sich in das silberne Gespinst der Wolken und tanzen Walzer auf blassgelben Mondstrahlen.

Im Haus erwachen die Schatten, sie kriechen die Wände hoch und gleiten lautlos über den Boden. Sie meiden das Licht. Sie sind überall, doch sie verschweigen die Nachrichten aus der anderen Welt. Sie tanzen in Gardinen, die der Wind, der durchs Fenster weht, bewegt. Sie strecken ihre Finger nach allem Lebenden aus und zittern im Rhythmus der flackernden Flamme einer einsamen Kerze. Sie stehlen unausgesprochene Worte. Doch letztlich erweisen sich die Schatten als flüchtig und vergänglich, sie sind wie Erinnerungen an einen unbedeutenden Traum, die im Licht des neuen Tages verblassen.

Doch die Sicherheit ist trügerisch. Wenn am Abend die Sonne dem Horizont immer näher kommt, erwachen die Schatten zu neuem Leben und kehren zurück in die Welt. 

Verfasst von: eleucht | 3. Mai 2020

Stunde der Klassik

Bachs Prelude No. 2 in C-Moll, gespielt auf der elektrischen Gitarre. Die virtuose Interpretin ist Laura Lāce aus Riga.

Verfasst von: eleucht | 1. Mai 2020

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Oben 004Katzen haben auf Menschen eine ganz unterschiedliche Wirkung, auf jeden Fall aber eine positive. Oftmals genügt schon ein Blick auf eine Katze, bei anderen ist es das Liegen auf dem Schoß, was meist mit einem zufriedenen Schnurren verbunden ist. Beim Menschen und ebenso bei der Katze wird dabei ein bestimmtes Hormon freigesetzt, das das Immunsystem stärkt und das Stresslevel senkt. Ein niedriger Blutdruck und ein ruhiger schlagendes Herz sind die Folge. Dies haben Wissenschaftler nachgewiesen. Je tiefer die Bindung zwischen Mensch und Katze, desto positiver die Auswirkung auf Gesundheit und Gemüt. Und etwas mehr Widerstandskraft kann in diesen Zeiten bestimmt nicht schaden. IMG_7085

Verfasst von: eleucht | 27. April 2020

In und auf dem Falkenstein

IMG_7192Der Schlossfelsen im vogtländischen Falkenstein ist der Rest einer Felsenburg, die gegenüber der Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ gebaut wurde. Errichtet wurde sie um das Jahr 1200 durch die Vögte von Weida und Plauen. Sie war Teil einer Burgenkette im Vogtland und ging an das Adelsgeschlecht Falkenstein. IMG_7210IMG_7200Der Felsen ist nicht allzu groß, aber von oben hat man einen weiten Blick über die Stadt und die vogtländische Landschaft. IMG_7204Um den Felsen rankt sich eine Sage, nach der ein adliger Jäger von einem Rudel Wölfe angefallen wurde und sich, nachdem er alle Pfeile verbraucht hatte und sein Speer zerbrochen war, mit letzter Kraft auf einen Felsen retten konnte. Dort kam ihm eine Schar Falken zu Hilfe. IMG_7208

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