Verfasst von: eleucht | 23. August 2022

Wasser und Wassermangel

Wassermangel allerorten. Es ist kaum mehr zu übersehen, wie sich die diesjährigen Dürremonate auswirken. Auch die Weiße Elster, die zur Zeit eher durch die Lande plätschert als fließt, ist davon betroffen. Man kann problemlos bis auf den steinigen Grund sehen, das Flussbett sieht aus wie eine Straße nach einem heftigen Regenguss. Die Fotos habe ich nach dem großen Regen gemacht. Es fällt mir schwer, mich daran zu erinnern, wann die Pegel jemals so niedrig waren. Und es soll weiter trocken bleiben.

Verfasst von: eleucht | 22. August 2022

„Die Stadt der tausend Treppen“ – Robert Jackson Bennett

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Es ist eine seltsame, geheimnisvolle Welt, in die der Autor dieses Romans den Leser entführt. Die ehemals stolze und mächtige Stadt Bulikov wurde von dem einst von ihr unterdrückten Land Saypur in einem fürchterlichen Krieg geschlagen und besetzt. Seitdem gilt strengste Säkularisierung. Alle Götter, von denen Bulikov in der Vergangenheit profitiert hatte, wurden verboten, alles Göttliche aus dieser Zeit wird unter Verschluss gehalten, um es aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verdrängen. Unabhängig davon wird die reiche Kultur und Geschichte der Stadt von saypurischen Wissenschaftlern analysiert und katalogisiert. Als dann plötzlich der dafür zuständige Abgesandte tot aufgefunden wird, schickt man die unscheinbare Agentin Shara Thivani nach Bulikov. Sie soll die Umstände des Todes des Professors aufklären. Sie betreibt die Nachforschungen umso intensiver, als es sich dabei um ihren früheren Mentor gehandelt hatte. Begleitet wird sie dabei von dem hünenhaften Sigrud, der einem Inselvolk der Seefahrer entstammt und Shara aus so manchen gefährlichen Situationen retten muss.

Je tiefer Shara in die Geheimnisse der Stadt eindringt, desto mehr entsteht in ihr der Eindruck, dass sich hinter der Wirklichkeit eine weitere, für normale Menschen unsichtbare Realität verbirgt. Als es ihr gelingt, jene magische Grenze zu überschreiten, wird eine totgeglaubte Gottheit zu neuem Leben erweckt. Eine Katastrophe bahnt sich an. Werden die Menschen den Herausforderungen gewachsen sein?

Der Autor beschreibt die Welt – besser gesagt, beide Welten – und ihre Geheimnisse sehr detailverliebt, was interessant ist. Oftmals aber fragt man sich, ob die Einzelheiten für den Fortlauf der Handlung wirklich notwendig sind. Insgesamt aber eine gute und spannende Lektüre für Freunde der Fantasy.

Verfasst von: eleucht | 21. August 2022

Classic Rock Sunday

Die Band Journey, die Anfang der 70er Jahre gegründet wurde, steht wie kaum eine andere für den Begriff AOR. In der Anfangszeit übten sie sich aber in Prog Rock, wie er zur damaligen Zeit aktuell war. Wirklich erfolgreich wurden Journey erst, als Sänger Steve Perry mit seiner markanten Stimme einstieg. Seitdem gehört die Band mit zu den wichtigsten Vertretern des amerikanischen Mainstreams.

Als Perry die Band verließ, wurde sie auch vom Erfolg verlassen. 2007 dann holte Gitarrist Neil Schon, eines der Gründungsmitglieder, den philippinischen Sänger Arnel Pineda in die Band. Mit ihm erreichte sie auch ein neues und jüngeres Publikum.

Neil Schon begann seine Karriere in der Band von Carlos Santana, vorher hatte er ein Angebot von Eric Clapton abgelehnt.

Journeys Hit Don‘t Stop Believing fand in einer Folge der Erfolgsserie Die Sopranos Verwendung. Das sorgte für weiteren weltweiten Erfolg. Nun legt die Band mit Freedom ein neues Album vor. Auch eine Tour ist geplant, zusammen mit den befreundeten Musikern von Toto. AOR at its best.

Verfasst von: eleucht | 16. August 2022

Der Sturm auf das Schloss

Das kleine, verschlafen wirkende, im Stil der Spätrenaissance erbaute Schloss im vogtländischen Treuen stand am vergangenen Wochenende unter massiver Belagerung. Nicht nur von Touristen, Besuchern und Schaulustigen, sondern auch von Musketieren, Piketieren und Landsknechten. Auch an Marketenderinnen fehlte es nicht. Fahnen wehten im Wind, Trommeln wurden geschlagen, Kanonen richteten sich auf das Schloss, das später auch gestürmt wurde. Die Verteidiger schossen aus allen Rohren und Fenstern. Zu ihnen gehörten auch schottische Landsknechte, sodass viele Aktionen von Dudelsackmusik begleitet wurden. Sie alle schlugen sich tapfer, mussten sich am Ende aber geschlagen geben. Man versprach ihnen immerhin freien Abzug.

Es war eine Szene aus dem Dreißigjährigen Krieg, während dem die Schweden unter Gustav Adolf die deutschen Lande verwüsteten. Was als religiöser Krieg begann, endete als Territorialkrieg, von dem die Franzosen und Schweden mit Landgewinnen am meisten profitierten. Die Erstürmung des Schlosses von Treuen geht zurück auf eine historische Begebenheit.

Sich der eigenen Verantwortung bewusst, wurde von den Veranstaltern und den Beteiligten im Vorfeld darüber diskutiert, ob wegen des realen Krieges in der Ukraine das Event mit Kanonendonner und Musketenschüssen überhaupt stattfinden sollte. Die Vorbereitungen waren aufwendig, die Akteure reisten aus Deutschland, der Tschechischen Republik und den Niederlanden an und wollten nicht nur zum Campen kommen. Da es sich bei der Vorstellung auch nicht um ein kriegsverherrlichendes Event handelt, sondern um die Nachstellung eines Ereignisses mit geschichtlichem Hintergrund, hat man sich am Ende entschieden, es aufzuführen.

Kritisch anzumerken wäre, dass sich ständig ein nicht enden wollender Strom von Leuten durch die Zuschauerreihen in Richtung Biergarten drängte, für die eine Bratwurst und ein Bier wichtiger waren, als die Aktion im Schlosshof, für die sich die teilweise weit gereisten Darsteller, in jeder Beziehung um große Authentizität bemüht, echt gut ins Zeug legten. Mehr Ignoranz und Rücksichtslosigkeit sind kaum möglich. Vielleicht sollten sich die Veranstalter gelegentlich ein paar Gedanken über die Organisation machen, dass der Biergarten auch auf einem anderen Weg erreicht werden kann, ohne dass dabei die interessierten Zuschauer permanent gestört werden. Akustisch ließe sich vielleicht auch noch einiges optimieren.

Verfasst von: eleucht | 15. August 2022

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Katzen jagen stets allein. Das unterscheidet sie von ihren großen Verwandten. Dieses Verhalten bildete sich während ihrer Entwicklungsgeschichte heraus, denn die Beute der Katzen ist im Allgemeinen zu klein, um sie auch noch mit jemandem zu teilen.

Beim Spielen ist das in vielen Fällen anders. Das kann man auch gemeinsam tun. Wichtig ist nur, dass Katzen dabei Spaß haben und bei der Jagd auch öfters erfolgreich sind. Sonst verlieren sie die Lust an Jagdspielen. Insofern sind Laserpointer nicht unbedingt das beste Spielzeug, da es nichts zu fangen gilt. Scully jagt trotzdem gern dem roten Punkt hinterher. Und da sie Bewegung nötig hat, macht die Sache denn doch auch ein bisschen Sinn.

Verfasst von: eleucht | 14. August 2022

Classic Rock Sunday

Olivia Newton-John hatte ihre erfolgreichste Zeit in der Disco-Ära und an der Seite von John Travolta in dem Musical Grease. Physical, ihr größter und erfolgreichster Hit, war wegen einiger anzüglicher Stellen fast schon ein kleiner Skandal. Es gab Radiostationen, die sich weigerten, den Song zu senden.

Viele Jahre engagierte sich Olivia Newton-John als Aktivistin im Kampf gegen Krebs, sie selbst war erfolgreich, als sie den Brustkrebs besiegt hatte. Allein deswegen galt sie schon als Symbol für den Sieg und die Hoffnung in diesem Kampf.

Das erste Lied, das ich von Olivia Newton-John hörte, war die Coverversion eines Bob-Dylan-Songs, If Not For You. Sehr brav, sehr schlagerhaft, Country eben. Hat mir damals aber gefallen, allein schon wegen der eingängigen Melodie und dieser sanften, aber großartigen Stimme. Das selbe Stück hat 1970 auch George Harrison auf seinem erfolgreichen Tripple Album All Things Must Pass verwendet.

Olivia Newton-John hat am Dienstag dieser Woche diese Welt verlassen. Sie ist im Alter von 73 Jahren friedlich auf ihrer Ranch in Südkalifornien eingeschlafen.

Verfasst von: eleucht | 8. August 2022

Zerbrechlich

Zwei Jahre hatte auch in der Porzellanstadt Selb das gute Geschirr im Schrank bleiben müssen. In diesem Jahr nun endlich durften sich die Großen des Porzellanhandwerks und auch die vielen kleinen Händler wieder in gewohnter Qualität präsentieren. In der Innenstadt von Selb bogen sich im strahlenden Sonnenschein an jeder Ecke und auf jeder Straße die Tische unter den Bergen und Stapeln von zerbrechlichem Gut. Das Porzellinerfest zog und zieht stets eine Menge Besucher an.

Ach ja, zu verdanken ist die europäische Porzellanproduktion und damit auch dieses Spektakel ja den Sachsen. Gern geschehen. Auch wenn Johann Friedrich Böttger nicht gerade freiwillig in der Jungfernbastei der Festung Dresden saß. Er sollte im Auftrag des sächsischen Königs Gold herstellen. Davon brauchte August der Starke einfach mehr, wenn er mit dem französischen Hof konkurrieren wollte. Am Ende war es das weiße Gold, hinter dessen Geheimnis Böttger gekommen war und das seitdem einen Siegeszug um die Welt antrat. Und Jahr für Jahr auch im oberfränkischen Selb zu Ehren kommt. Mit kulinarischen Genüssen aus Oberfranken, einem Rahmenprogramm mit Musik und auch etwas Biergartenstimmung. Im Hof der Philip Rosenthal GmbH gab das Ray Hautmann Trio Musik in fränkischer Mundart zum Besten. Dabei ging es vielfach um die Wurst. Die sich bei den Franken bekanntermaßen großer Beliebtheit erfreut. Bei der Gelegenheit habe ich auch erfahren, was ein Wursteinleger ist. Dabei handelt es sich um denjenigen, der beim Wurstverkauf die fertig gebratene Wurst in die Semmel legt. Scheint ein verantwortungsvoller Job zu sein, denn am Ende, so heißt es im Refrain, legt er wirklich alle rein.

Verfasst von: eleucht | 7. August 2022

Classic Rock Sunday

Sphärische Soundschnipsel zusammengefügt zu langen und komplexen Soundcollagen in wagnerianischer Opulenz, Soundteppiche aus wabernden elektronischen Klängen, die uns in fremde Welten entführen. Musik, die vor allem in Deutschland ihren Ursprung hatte und von Musikern wie Kraftwerk und Klaus Schulze kreiert wurde. Letzterer war auch eine Zeit lang Schlagzeuger bei der Band Tangerine Dream. Das waren Pioniere, die das bis dahin unbekannte Land der elektronischen Musik für die Welt erschlossen. Diese Musik war in den Sechzigern und Siebzigern total neu und total heiß. Nicht einmal das AMIGA-Label des VEB Deutsche Schallplatten hat sich von der Veröffentlichung einer Tangerine Dream-Schallplatte abhalten lassen. Wenn auch geraume Zeit später. Man konnte zeigen, dass man auf der Höhe der Zeit war und mit Instrumentalmusik konnte kein aufrührerisches Gedankengut transportiert werden.

Klaus Schulze wurde somit auch zu einem Pionier der späteren Ambient- und New-Age-Musik. Nach Tangerine Dream gründete er die Band Ash Ra Tempel mit, er war mit seiner Minimal Music einer der wichtigsten Vertreter der Berliner Schule und schrieb auch jede Menge Filmmusik.

Am 4. August wäre Klaus Schulze 75 Jahre alt geworden. Leider riss ihn eine schwere Krankheit am 26. April diesen Jahres aus dem Leben. Zurück bleibt ein schwer überschaubares Gesamtwerk elektronischer Musik, die er gelegentlich auch unter seinem Pseudonym Richard Wahnfried produzierte.

Verfasst von: eleucht | 1. August 2022

Flanieren

Einmal im Monat, wenn das Wetter mitspielt, es vor allem also nicht regnet, erwacht im fränkischen Bad Steben die Zeit des Biedermeier zu neuem Leben. So flanierten einst die Kurgäste in ihren aufwendigen und farbenprächtigen Kleidern – manche Herren vornehm in Schwarz und mit Zylinder – durch den weiträumigen schönen Kurpark. Flanieren bedeutet sehen und gesehen werden. Darauf kommt es auch heutzutage an. Und es wird gern gesehen.

Erinnerungen an Bilder von Carl Spitzweg werden wach. Biedermeier – man stellt sich eine schönere, weniger beschwerte Zeit vor, als die, die wir gerade erleben. Aber dem war keineswegs so. Nach dem Ende der napoleonischen Kriege brachte Biedermeier die Kunst und Kultur des aufstrebenden Bürgertums zum Ausdruck, während die zur gleichen Zeit stattfindende Gegenbewegung, der Vormärz, bereits den Keim des Revolutionären in sich trug. Insofern sind die Unterschiede zur heutigen Zeit gar nicht so groß.

Aufstellen zum Gruppenfoto. Nicht für mich, ich kam nur zufällig dazu. Das Foto ist trotzdem im Kasten.

Verfasst von: eleucht | 31. Juli 2022

Classic Rock Sunday

Es ist an sich nichts Neues, dass Künstler die Helden ihrer eigenen Jugend verehren und das auch in ihren Songs zum Ausdruck bringen, sei es als Coverversion oder als Tribut. Die Stones, vor allem Keith Richard, haben das mit den Bluesmusikern getan, von deren Musik sie inspiriert wurden, die Beatles u.a. mit Buddy Holly und Bob Dylan – bevor er selbst zum Mythos wurde – mit den Grandseigneurs des Folk wie Woody Guthrie.

Wenn sich eine Band Buzzard Buzzard Buzzard nennt, dann mutet das in gewisser Weise schon ziemlich verrückt an. Die vier Jungs im Retrolook aus Cardiff haben diese Verehrung in ihrem Stück John Lennon is my Jesus Christ auf die Spitze getrieben. In ihrem Song singen sie davon, was Musiker wie John Lennon, Marc Bolan, David Bowie und Bill Fay für sie bedeuten. Eine Menge Glam klingt da mit. Vorsicht! Die hymnische Musik bekommt man so schnell nicht wieder wieder aus dem Kopf.

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