Verfasst von: eleucht | 24. Mai 2021

Bob Dylan zum 80.

Es gibt wahrscheinlich nichts, was nicht schon über Bob Dylan gesagt oder geschrieben worden wäre, und trotzdem bleibt da ein Geheimnis hinter dem Nimbus des Unantastbaren.

Die Bedeutung von Bob Dylan wird in seinen Liedern und seinen Texten sichtbar, jedenfalls bis zu einem gewissen Grad. Er macht uns zumindest eines klar, Menschsein bedeutet ständige Bewegung, ständiger Wechsel, ohne sich untreu zu werden, immer neue Erkenntnisse, denen wir uns nicht verschließen sollten, mögen sie oft genug auch schmerzhaft sein. Wir müssen sie leben. Dabei hat Bob Dylan nie jemanden bei der Hand genommen. Man folgte ihm, weil man etwas in seinen Liedern erkannte, im besten Sinne etwas von sich selbst. Manch einer blieb zurück, wenn der Meister vom geraden, vom bequemen Weg abwich, einen unerwarteten Haken schlug und sich selbst neu erfand.

Für jeden Einzelnen von uns bedeutet Bob Dylan etwas anderes, in diesem Sinne sollte jeder Einzelne für sich dieses Mannes gedenken, der mit 80 Jahren ein stolzes Alter erreicht hat und noch immer unstet und voller Entdeckergeist durch die Musikszene und die Welt reist. Er ist und bleibt ein Phänomen, er ist ganz einfach Bob Dylan, ein Name, der durch die Jahrzehnte geistert und diejenigen, deren Seele er einmal berührt hat, nicht mehr verlässt.

Verfasst von: eleucht | 23. Mai 2021

Classic Rock Sunday

Mit „What‘s Going On“ hat Marvin Gaye vor gut fünfzig Jahren die Pop-und Soul-Musik revolutioniert. Dabei wurde das Stück von Renaldo Benson, dem Bassisten der Four Tops, geschrieben, und zwar unter dem Eindruck der Vorfälle auf dem Campus von Berkeley. Langhaarige und gut gescheitelte Studenten protestierten gegen den Vietnamkrieg, die Polizei ging mit dem Gewehr im Anschlag dagegen vor, der Student James Rector wird von einer Polizeikugel tödlich getroffen. Bevor das Lied bei Marvin Gaye landete, hat Benson es anderen Künstlern angeboten, u.a. Joan Baez, die aber dankend abgelehnt haben.

In dieser Zeit begann sich die schwarze Musikszene von der reinen Unterhaltungsmusik zu emanzipieren, die Inhalte ihrer Songs wurden politischer. Die Künstler, allen voran Leute wie Curtis Mayfield, packten Inhalte in ihre Lieder, die die Menschen bewegten.

Insofern war Gayes Schwager und Chef von Motown, Berry Gordy, alles andere als begeistert von der Idee, dass Marvin Gaye nach längerer Schaffenspause ausgerechnet an einem „Protestsong“ arbeitete. Dabei war es nicht mal so sehr der politische Inhalt, den er kritisierte, denn Gordy war alles andere als unpolitisch, sondern der „jazzy“ Sound, den er als altmodisch bezeichnete. Der Erfolg der Single hat ihn schließlich eines Besseren belehrt, sie wurde Nr. 1 in den R&B-Charts und Nr. 2 in den Pop-Charts.

Heute ist „What‘s Going On“ aktueller denn je, mit der Black Lives Matter-Bewegung nach dem Tod von George Floyd lebte dieses Stück Musikgeschichte wieder auf.

Verfasst von: eleucht | 18. Mai 2021

Erfolgsmodell

Anfang des Jahres hielt der Vogtlandkreis noch den deutschlandweiten Rekord der Inzidenzwerte. Ende März verfügte Ministerpräsident Kretzschmer, dass die Impfpriorisierung im Kreis aufgehoben werden sollte. Jeder ab 18 konnte nun über das sächsische Serviceportal einen Termin in einem der beiden Impfzentren in Eich oder Plauen buchen. Das erforderte ein kleines bisschen Geduld, aber erfreulicherweise bekam man einen Termin innerhalb von zwei Wochen. Es wurde auch an Sonn- und Feiertagen geimpft. Der Impfstopp wegen der Probleme mit AstraZeneca sorgte für eine kleine Verzögerung, aber danach ging es problemlos und zügig weiter. Nun konnten sich auch jüngere Menschen, die bekanntermaßen viel mehr Kontakte haben, impfen lassen.

Die Impfquote war seit der Freigabe recht hoch, wie das DRK bestätigte. 86.196 Piekse gab es in der Zeit vom 12. März bis 5. Mai. Auch dank der Hausärzte, die sich bald an der Impfkampagne beteiligten. Sachsenweit wurden im Vogtlandkreis die meisten Dosen verimpft. Zur Zeit sind ungefähr 20 Prozent der Vogtländer zum zweiten Mal geimpft, deutschlandweit sind es nur 9,4 Prozent.

Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen, das Vogtland hat zur Zeit den stärksten Rückgang an Inzidenzen im Vergleich zu den anderen Landkreisen in Sachsen. Hatten wir lange Zeit Werte über 400, so sind es jetzt 72. Wenn das kein Erfolg ist!

Als nächstes soll im Erzgebirgskreis die Impfpriorisierung aufgehoben werden, der derzeit zu den Kreisen mit der höchsten Inzidenz in Deutschland gehört.

Man sieht, es funktioniert, wenn alle Menschen, die es wollen, die Möglichkeit zur Impfung bekommen, auch wenn die Priorisierung in den Zeiten der Impfstoffknappheit natürlich richtig und verständlich war.

Verfasst von: eleucht | 17. Mai 2021

Der Bergfried wächst

Schloss Voigtsberg am Sonntagnachmittag – der Bergfried ist eingerüstet, neben dem mittelalterlichen Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert steht ein Kran aus der Neuzeit. Der Bergfried wird um zwei Stockwerke aufgestockt. Es wird eine Aussichtsplattform darauf entstehen, von der man weit ins Land blicken kann.

Auch im Inneren wird gebaut und gearbeitet. Eine neue sichere Treppe wird entstehen, im Stockwerk unterhalb der Aussichtsplattform ist eine Multimedia-Anlage geplant, in der die Entwicklung des Schlosses im Laufe der Jahrhunderte dargestellt wird. Klingt alles sehr interessant und vielversprechend. Verläuft alles planmäßig, werden die Arbeiten im Juli abgeschlossen sein.

Finanziert werden die verschiedenen Projekte innerhalb dieses Unternehmens von Fördergeldern und vor allem durch Crowdfunding, das vom Schlossförderverein in die Wege geleitet und organisiert wurde.

Auf dem Nachhauseweg zogen die angekündigten Gewitterwolken auf. Es blieb zum Glück bei einem heftigen Platzregen.

Verfasst von: eleucht | 16. Mai 2021

Classic Rock Sunday

Als sich Mitte der siebziger Jahre nach George McGrae und dem Kung Fu Fighting von Carl Douglas eine Musik entwickelte, die man fortan als Disco bezeichnen sollte, war das für viele Rockfans oftmals nur schwer erträglich. Disco verband Funk, Phillysound und Latin zu einer Musik, die vor allem tanzbar war, vielfach aber auch absolut flach und nichtssagend. Die meisten US-Rock-Radiostationen folgten bald dem Trend und stellten ihr Programm auf Disco um. In Deutschland lief das ähnlich. Aber ein DJ, und zwar Steve Dahl aus Chicago, blieb dem Rock treu. Er befeuerte die Anti-Disco-Bewegung, die unter dem Motto „Disco sucks“ stand, u.a. mit einer aufsehenerregenden Aktion während eines Baseballspiels zwischen den Chicago White Sox und den Detroit Tigers. Er rief seine Fans dazu auf, Discoplatten mit ins Stadion zu bringen. Zum Dank gab‘s eine verbilligte Eintrittskarte. Die Schallplatten wurden in eine Holzkiste gepackt und während einer Spielpause in die Luft gejagt. Da danach Tausende Zuschauer das Feld stürmten, war der Platz unbespielbar geworden.

Letztlich – und aus größerer Distanz betrachtet – ist es mit Disco-Musik wohl wie mit jeder anderen Art von Pop und Rock auch, es gibt Perlen und es gibt Müll. Heute gibt es eine Band aus Ungarn zu hören und zu sehen, die sich der Disco-Musik verschrieben hatte und die so etwas wie die ungarischen Boney M waren – die Neoton Familie.

Verfasst von: eleucht | 15. Mai 2021

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Streichelt jemand seine Katze oder sieht er sie nur an, schüttet der menschliche Körper das Glückshormon Oxytocin aus. Das gleiche geschieht bei der Mutter-Kind-Bindung und bei der Paar-Beziehung der Menschen. Das haben Wissenschaftler inzwischen nachweisen können.

Warum das ausgerechnet bei Katzen so ist, erklärt der Psychologe damit, dass gerade das, was man sich erkämpfen muss, besonders wertvoll ist. Wer Katzen kennt, weiß genau, wie launisch manche Diven sein können und dass es nicht einfach ist, wirklich ihre Zuneigung zu gewinnen. Aber sie wird im Laufe der Jahre immer stärker.

Verfasst von: eleucht | 10. Mai 2021

Ein Bilderbuchsonntag – aber nur fast

Fast übergangslos ist der Sommer ins Land gekommen, 27°C am Nachmittag. Das Grün des Frühlings explodiert förmlich an allen Ecken und Enden.

In Plauen lächelt an fast jeder Ecke ein mehr oder weniger freundlicher Mensch von einem Plakat herab. Die Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister, die bald ansteht. Sieben sind es an der Zahl. Ein querdenkender Busunternehmer ist auch dabei.

Die Terrasse am Hang des Stadtschlosses ist noch immer Baustelle, die Bepflanzung geht gut voran.

Bei dem Wetter, das ein Versprechen auf den kommenden Sommer ist, bekommt man Appetit auf ein Eis. Sommer und Eiscreme gehören einfach zusammen. Leider finde ich in der Innenstadt nirgends einen Straßenverkauf. So lange die Gastronomie noch geschlossen ist, die einzige Möglichkeit. Nur eine lange Schlange vor Frozen Yogurt. Danke, nix für mich. Zwei Wochen zuvor im oberfränkischen Hof war es kein Problem, ein Eis im Straßenverkauf zu bekommen.

Zum Glück kann man sich auf McDonalds verlassen. Vanille-Eiscreme mit Schokoladensauce. Natürlich zum Mitnehmen. Großartig! Köstlich! Übrigens, die Filiale in Plauen war das erste McDonalds, das nach der Wende in Ostdeutschland eröffnet wurde.

Vater und Sohn, die liebenswerten Figuren von e.o. Plauen aka Erich Ohser, machen Werbung für die Stadtwerke.

Verfasst von: eleucht | 9. Mai 2021

Classic Rock Sunday

Peter Frampton kam schon im zarten Alter von 15 Jahren ins Musikgeschäft. Zu verdanken hat er das keinem Geringeren als Rolling-Stones-Urgestein Bill Wyman. Berühmt wird Peter Frampton als Gitarrist an der Seite von Steve Marriott in der Band Humble Pie. Später spielt er mit allen, die im Musik-Business Rang und Namen haben. Zum Megastar wurde er mit dem Live-Album Frampton Comes Alive. Legendär der Einsatz der Talkbox, mit der seine Stimme verzerrt wiedergegeben wird.

Der Versuch, ihn danach zum Teenie-Star aufzubauen, misslang gründlich, nach dem Riesenerfolg seines Live-Albums kam der Absturz in den Drogensumpf, seine folgenden Alben waren trotz des virtuosen Gitarrenspiels höchstens noch mittelmäßig. Vor allem kommerziell.

Sein Comeback hat Peter Frampton vor allem David Bowie zu verdanken, der ihn zu Aufnahmen des Albums Never Let Me Down ins Studio holte und ihm später im Rahmen seiner Glass-Spider-Tournee Live-Auftritte ermöglichte.

Auf seinem neuen Album mit dem sicherlich selbstinronisch gemeinten Titel Frampton Forgets The Words brilliert der Musiker mit Instrumentalmusik. Er spielt darauf Coverversionen und die Bandbreite reicht dabei von Radiohead bis – natürlich – David Bowie.

Wie lange Peter Framton das noch tun kann, ist fraglich, denn er leidet an der Muskelkrankheit IBM. Die Pandemie hat seine letztjährige Abschiedstournee unterbrochen, ob er nach dem Ende der Einschränkungen noch in der Lage ist aufzutreten, kann er nicht einmal selbst mit Sicherheit sagen.

Verfasst von: eleucht | 6. Mai 2021

„Departure“ – A.G. Riddle

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Ein Flugzeug stürzt irgendwo über England ab. Bäume bremsen den Sturz, es gibt Überlebende. Die Insassen starten eine atemberaubende Rettungsaktion. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven beschrieben, einmal aus der der Autorin und Biografin Harper Lane und aus der des Investmentbankers Nick Stone. Letzterer entspricht nicht so ganz der Vorstellung vom aalglatten Banker, er agiert in der Art eines Superhelden, in den sich die zweite Protagonistin im Laufe der Zeit natürlich verliebt. Man wartet vergeblich auf Suchtrupps. Doch niemand kommt, um sie aus ihrer Lage zu retten. Ein Suchtrupp der Gestrandeten startet – und entdeckt ein Hologramm von Stonehenge.

Langsam wird klar, dass sie sich in einer zukünftigen Zeit befinden. Und das ist kein Zufall, wie sich im Laufe der Handlung – natürlich – herausstellt. Mehr noch, ihr Flug wurde in die Zukunft entführt. Eine interessante Ausgangssituation. Harper, Nick, eine deutsche Ärztin und ein koreanischer IT-Experte spielen bei der Angelegenheit, in die sie verwickelt werden – oder es bereits sind – eine entscheidende Rolle. Schließlich begegnen sie sich in der Zukunft selbst. Und zwar in einer total veränderten Welt, in der die Menschheit von einem Virus so gut wie ausgerottet worden ist. Schuld daran waren die Unternehmungen eines Konsortiums von reichen Idealisten, mit denen sie die Welt verändern und das Leben der Menschen verbessern wollten. Das ist gründlich schiefgegangen. Die Elite, die sich selbst Giganten nennt und die das Geheimnis der Unsterblichkeit kennt, hat sich verzockt. Die Welt funktioniert nicht wie gewünscht und wenn dann gar persönliche Belange über das große Ganze gestellt werden, kann das nur in der Katastrophe enden. Der Konflikt ist also unausweichlich, und plötzlich stehen sich Harper und Nick auf verfeindeten Seiten gegenüber. Von ihren Entscheidungen hängt es ab, ob die Welt – die Welt in der anderen Zeitebene und damit Milliarden von Menschenleben – gerettet werden kann oder ob der Untergang unausweichlich ist.

Später, in der wirklichen Welt, auf dem richtigen Zeitstrahl sozusagen, begegnen sich die Protagonisten als Fremde wieder. Ab da wird es noch einmal richtig interessant. Natürlich sind in dem Roman Action, Science Fiction, Zeitreisen und eine Liebesgeschichte vereint. Das Buch liest sich flüssig, die Handlung wird vorangetrieben, was meiner Meinung allerdings ein bisschen auf Kosten der Logik geht. Spannend ist die Lektüre aber allemal.

Verfasst von: eleucht | 2. Mai 2021

Classic Rock Sunday

Das Chelsea Hotel in New York – dort ist im Jahre 1968 Leonard Cohen der Rock- und Bluessängerin Janis Joplin begegnet, und zwar im Fahrstuhl. Eine kurze Affäre soll die Folge gewesen sein. Dabei war Janis Joplin anfangs alles andere als begeistert von dem Sänger. Sie machte wohl keinen Hehl daraus, dass es ihr lieber gewesen wäre, wenn Kris Kristofferson ihren Weg gekreuzt hätte. Und Leonard Cohen? Der sah sich wohl als Underdog in dieser Beziehung. Wie sehr er von Janis Joplin beeindruckt gewesen war, kann man vielleicht daran ermessen, dass er den Song über diese Begegnung sechs Jahre später schrieb.

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