Verfasst von: eleucht | 31. Oktober 2021

Classic Rock Sunday

Es ist 30 Jahre her, da waren Guns N‘Roses die angesagteste und größte Rockband auf dem Planeten. Größenwahnsinnig und voller Power wie kaum viele andere Musiker konnten sie es sich leisten, zwei Doppelalben auf einmal auf den Markt zu werfen, „Use Your Illusion I und II“. Dies kennzeichnet den Höhepunkt einer Band, der sie unsterblich machte. So war es auch nur selbstverständlich, dass eines der Stücke aus diesen Alben der Theme-Song zum Filmereignis des Jahres wurde – zu You Could Be Mine bretterte Arnold Schwarzenegger als Terminator durch Amerika, um die Welt vor einem modernisierten Typ der Killermaschine zu retten. „Terminator 2“ war als Film nicht weniger größenwahnsinnig als Guns N‘Roses mit ihren zwei Doppelalben. Da kam zusammen, was zusammen gehörte.

Die Cover der beiden Alben, das eine in roten Farbtönen, das andere in blauen, war dem Gemälde „Die Schule von Athen“ von Raffael entlehnt. Gestaltet wurde es von dem Künstler Mark Kostabi.

Den Alben fehlte es nicht an großartigen Hits, der erfolgreichste dürfte die Ballade November Rain gewesen sein. In dem sehenswerten Video heiratet Axl Rose seine damalige Freundin Stephanie Seymour. Aber hier lassen wir noch einmal den Terminator los.

Verfasst von: eleucht | 27. Oktober 2021

„Heldenflucht“ – Jan Kilman

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Dezember 1918 in einem kleinen Dorf in der Eifel. Die Männer kehren vom Krieg zurück, verwundet, desillusioniert, traumatisiert, manche als Krüppel. Auch eine Frau ist dabei, Agnes Papen. Sie genoss das Privileg, als Frau als Kriegsberichterstatterin Fotos an vorderster Front machen zu können. Für diese Figur hat der Autor ein Vorbild gefunden, denn das war alles andere als selbstverständlich in einer Zeit, in der die Frauen nicht einmal wahlberechtigt waren. Agnes Papens größter Wunsch ist es, nach dem Krieg weiter für eine Zeitung als Reporterin zu arbeiten, auch wenn die Chancen dafür mehr als schlecht sind. Eine gute Freundin aus dem großen Köln mit guten Beziehungen zu den richtigen Personen eröffnet ihr aber bald die besten Aussichten, ihr Ziel zu erreichen. Dann ist da Heinrich Brosch, der Arzt des Dorfes, ebenfalls ein Kriegsheimkehrer, der nach seinen Erlebnissen an der Front hoffnungslos dem Alkohol verfallen ist. Es ist Agnes Papen zu verdanken, dass er sich davon löst und sich seiner Pflicht als Arzt wieder bewusst wird. Denn für einen solchen gibt es in dieser Zeit viel zu tun. Ehe sie sich versieht, verliebt sich Agnes in ihn, der Job als Reporterin verliert daraufhin an Bedeutung für sie.

Und dann ist da ein Mann in französischer Uniform, der von den Dorfbewohnern aufgegriffen wird. Er hat Gedächtnis und Stimme verloren. Aber für die die Leute aus dem Dorf steht fest, dass er ein Feind ist.

Nach einem Vorfall mit einer Magd begehrt die Volksseele auf, man ist drauf und dran, den Fremden zu lynchen, wenn der nicht durch aufrechte Freunde rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden wäre. Denn die Frage, ob er wirklich schuldig ist, ist längst nicht geklärt. Schließlich wurde die Magd einige Zeit vorher vom Ortsvorsteher vergewaltigt und geschwängert. Dessen Frau führt das Wort, sie stachelt die Meute auf.

Menschen verschwinden, eine Leiche taucht auf, später kommt noch ein Kriminalkommissar aus Köln dazu, der in einer Mordsache ermittelt. Und am Ende erlebt Agnes Papen den schlimmsten Albtraum überhaupt. Die Handlung nimmt eine erschreckende Wendung.

Das Buch ist weniger Kriminalroman, als vielmehr ein zeitgeschichtliches Werk. Die Schrecken des 1. Weltkrieges, unter denen die Menschen auch nach Ende der Kriegshandlungen noch litten, wird auf drastische Weise in den Rückblenden der Figuren dargestellt. Die einzelnen Tage der Geschichte werden verbunden durch Feldpostbriefe, die Originalen nachempfunden sind. Letztlich ist am Ende ein Antikriegsroman entstanden, der auch uns in der Gegenwart daran erinnert, wie einfach die Menschen doch zu verführen sind. Hass, Ignoranz, Selbstüberschätzung und blinder, mit Nationalismus verbundener Gehorsam sind die Werkzeuge dafür. Und die wirken auch heute noch. Vielleicht mehr denn je.

Verfasst von: eleucht | 24. Oktober 2021

Classic Rock Sunday

Rod Stewarts Musikkarriere begann wie die vieler Musiker seiner Generation mit Blues-Rock. Er war Sänger der Jeff Beck Group und der Faces und hatte eine der aufregendsten Stimmen in einer Zeit, in der es nicht gerade an Sängern und Sängerinnen mit aufregenden Stimmen mangelte.

1975 flog Rod Stewart in die USA, um in den legendären Studios von Atlantic Record neue Alben aufzunehmen. Es begann mit Atlantic Crossing, auf der einen Seite Blues-Rock, auf der anderen Balladen wie I Don‘t Want To Talk About It und This Old Heart Of Mine. Und am Ende der Überhit Sailing, eines der Stücke, das nicht mehr aus dem kollektiven Gedächtnis der Musikwelt wegzudenken ist.

Eine Fußballkarriere blieb ihm leider (oder zum Glück für die Musikwelt) versagt, trotzdem ist er leidenschaftlicher Fußballfan geblieben und vor allem ein glühender Anhänger von Celtic Glasgow. In den späteren Jahren segelte Rod Stewart über die Disco- und Pop-Schiene mehr und mehr in die Belanglosigkeit der Kuschelrockecke. Obwohl man ihm mit Blick auf manche Veröffentlichungen, bei denen er sich auch in Jazzgefilde wagte, gelegentlich Unrecht tut. Geblieben sind seine markante Stimme und die blonde Mähne.

Noch zu DDR-Zeiten landete die Single Da Ya Think I‘m Sexy auf meinem Plattenspieler. Das Geschenk einer Brieffreundin aus Japan. Warum ausgerechnet Schallplatten aus Japan im Gegensatz zu denen aus den USA den Weg per Post bis zu mir unbeschadet überstanden, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht lag es ja daran, dass Honecker zu dieser Zeit gute Beziehungen zu Japan suchte. Sorry, Erich, ich war eher.

Verfasst von: eleucht | 18. Oktober 2021

Herbststimmung im Tierpark

Der Herbst hat auch im Tierpark Einzug gehalten. Seine Farben lugen unübersehbar durch das Grün der Bäume. Es geht alles etwas ruhiger zu. Sollte man meinen. Aber der Parkplatz vor dem Tierpark Hirschfeld bei Zwickau ist voller Fahrzeuge. Man hört Kinder lachen. An Besuchern, die sich auf den Wegen tummeln, mangelt es also nicht.

Der Hirsch ist unübersehbar der Herr in seinem Revier und blickt stolz in die Runde.

Die Nasenbären kuscheln miteinander.

Von der Bären hat offenbar nur einer Dienst. Er streift durch sein Revier. Das macht durstig.

Der Tisch für die Wisente ist gedeckt.

Die Affen blicken genauso interessiert auf die Besucher vor der Scheibe, wie diese hinein.

Eseleien

Auf dem Ententeich zieht ein Schwanenpärchen seine Runden, macht auf sich aufmerksam und versucht, den Kollegen die Show zu stehlen. Was meistens auch gelingt.

Verfasst von: eleucht | 17. Oktober 2021

Classic Rock Sunday

Nachdem es vergangene Woche eine Erinnerung an Barry Ryan zu lesen und hören gab, sollte ich vielleicht hier und heute auch noch den größten Hit des Sängers würdigen: „Eloise“, interpretiert von einer Band, die als erste Punk-Band überhaupt gilt – The Damned. Die Musiker um Captain Sensible waren beeinflusst von Bands wie den Stooges, MC 5 und den Sex Pistols und spielten demzufolge wilden 3-Akkorde-Rock. Als erste Punk-Band galten sie, weil sie die ersten aus der Szene waren, die ein Album aufnahmen und veröffentlichten.

Nach einer Auszeit formierte sich die Band 1978 wieder neu. Die Musiker hatten sich weiterentwickelt, auch wenn sie dem Punk treu blieben. Später jedoch wandelte sich die Musik auch unter den Einsatz von Keyboards und Bläsern in Richtung Psychedelic, auch Einflüsse des Prog Rock waren zu hören. Das 1985 veröffentlichte Album Phantasmagoria – Captain Senbsible widmete sich da verstärkt seiner Solo-Karriere – bewegte sich in Richtung Gothic Rock. Mit der Single Eloise landeten The Damned ihren einzigen Top 10 Hit.

Verfasst von: eleucht | 15. Oktober 2021

The Cat Files – Neues von Mulder und Scully

Sicherlich haben schon viele Katzenbesitzer von ihren Lieblingen Postkarten anfertigen lassen oder auch selbst gedruckt. Mulder und Scully haben auch ihre eigenen Postkarten.

Etwas anderes und ganz Besonderes ist es aber, wenn man ein Postkarte aus Spanien mit einem Aquarell von Mulder und Scully bekommt. Da hat sich tatsächlich jemand die Mühe gemacht, die beiden nach Vorlagen aus meinem Blog zu malen und mir per Postkarte zu schicken. Darüber habe ich mich riesig gefreut. Herzlichen Dank, Patricia. Das war eine gelungene Überraschung.

Postcards connecting the world.

Verfasst von: eleucht | 12. Oktober 2021

Grüner Oktober

Strahlend blauer Himmel, Sonnenstrahlen brechen durch das Laub der Bäume und zaubern silbern gleißende Reflexe auf das fließende Wasser des Flusses, doch durch den Tag weht bereits der eisige Atem des Winters. Ein Vorgeschmack auf das, was bald kommt. Reif auf den Wiesen und erstes Eis auf den Windschutzscheiben der Autos sind in diesen Tagen fast schon normal.

Die vorherrschende Farbe ist in der Natur ist noch immer das Grün, wie hier am Ufer der Ölschnitz im oberfränkischen Bad Berneck.

Nur manchmal lugt das Herbstbunt zwischen dem satten Grün heraus.

Dieser Oktober ist alles andere als golden. Bis jetzt jedenfalls. Vielleicht wirkt der Zauber des Herbstes ja noch.

Verfasst von: eleucht | 10. Oktober 2021

Classic Rock Sunday

Barry und Paul Ryan waren eineiige Zwillingsbrüder und beide waren sehr musikalisch. Als Teenager traten sie als Duo auf und lernten dabei auch die Schattenseiten des Business kennen. Nachdem Paul einem Nervenzusammenbruch nahe war, verlegte er sich aufs Schreiben von Songs, die von Barry interpretiert wurden. Paul starb nach einer Krebserkrankung im Jahre 1992. In den letzten Tagen des September ist Barry ihm gefolgt. Nach Aussage seines alten Freundes Cat Stevens aka Yussuf, der in den Sechzigern einen Song für das Duo geschrieben hatte, war sich Barry Ryan bewusst, dass ihm nur noch eine begrenzte Zeit blieb.

Barry Ryans größter Hit weltweit war zweifellos „Eloise“. In einer Zeit, in der Beat dominierte, fiel dieses bombastisch arrangierte Stück schon ziemlich aus der Reihe. Vielleicht war die Musik von Barry Ryan so etwas wie der Missing Link zwischen Pop und Schlager. Schließlich mischte er mit dem deutsch gesungenen „Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt“ auch die ZDF-Hitparade auf, während die in englischer Sprache gesungenen Lieder eher im Beat Club liefen.

Allerdings wiederholte sich der kommerzielle Erfolg von „Eloise“ nicht. Kann ja sein, dass die pompös orchestrierten Stücke nichts anderes als Kitsch waren, aber was Kitsch ist, liegt im Auge des Betrachters oder im Ohr des Hörers. Oder wie Barry Ryan in diesem von seinem Bruder Paul geschriebenen Song singt: „Kitsch is a beautiful word, it‘s a beautiful word, it‘s a beautiful lullaby“.

Verfasst von: eleucht | 7. Oktober 2021

„Nature’s Light“ – Blackmore’s Night

Die CDs, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu Künstlern, Agenturen, Platten- oder Vertriebsfirmen.

Auf dem Cover der neuen CD aus dem Hause Ritchie Blackmore und Candice Night strahlt eine aquarellierte gelbe Sonne, auch das Booklet ist in lichten Pastellfarben gehalten, Blackmore, der Minnesänger mit der Laute, Candice Night die blonde, Schalmei spielende Elfe. Warme Farben nach diesem unterkühlten, verregneten Sommer. Auch musikalisch wird’s dem Fan mit einiger Sicherheit warm ums Herz werden, wenn die Band geschmackssicher in gewohnten Renaissance-Harmonien schwelgt. Na gut, vielleicht abgesehen von den Hard-Rock-Fans, die Ritchie Blackmore gern zu Rainbow zurückwünschen.

Schon im Booklet weisen Blackmore und Night darauf hin, worum es in diesem Album geht, um die kleinen, alltäglichen Wunder, die die wahre Königin, die Natur, für uns bereithält.

So geht’s denn los mit „Once Upon December“, einem Lied, das der italienischen Volksmusik entlehnt ist, von Blackmore neu arrangiert wurde und zu dem Candice Night den Text geschrieben hat. Auf diese Weise geht es weiter bis zum ersten Instrumental, „Darker Shade of Black“. Mit diesem Titel assoziiert man natürlich einen von J. S. Bach inspirierten Titel von Procol Harum, in dem es allerdings heller und blasser zuging. In dem Stück zeigt Ritchie Blackmore einmal mehr, was für ein ausgezeichneter Gitarrist er doch ist. Die beiden folgenden Titel stehen für die musikalische Spannbreite des Albums, „Twisted Oak“ akustisch, liedhaft, im Folk verwurzelt, ehe es mit dem pompösen „Nature’s Light“ weitergeht. Das zweite Instrumental, „Der letzte Musketier“, fällt stilistisch aus dem Rahmen, nicht nur weil es durchweg elektrisch ist. Es klingt eher nach den Seventies des vergangenen Jahrhunderts und könnte auch als die Ballade auf einem Rainbow-Album durchgehen. Nicht ganz nachvollziehen kann ich aber, warum man eine weitere Version des Rednex-Klassikers „Wish You Were Here“ auf das Album packte.

Mein Fazit: Ein Album, das die Erwartungen der Fans (wieder einmal) voll erfüllt.

Verfasst von: eleucht | 4. Oktober 2021

Wenn der Herbst beginnt

In die warme, von den Resten des Sommers durchflutete Luft weht der Wind der Veränderung. Er bringt die Kühle des Herbstes.

Noch dominiert das Grün im Park auf dem Theresienstein im oberfränkischen Hof, aber es mischt sich bereits erstes Gold darunter. Die typischen Farben des Herbstes sind ein sattes, lichtes Gelb. Golden Age. Viel zu kurz ist diese Übergangszeit in die Farblosigkeit des nahenden Winters.

Die Rosen blühen noch einmal in üppiger roter Pracht. Manche von ihnen schämen sich nicht ihrer Altersflecken, Zeichen des baldigen Endes.

Der Botanische Garten in Hof hüllt sich in sein herbstliches Gewand aus dezenten Farben.

« Newer Posts - Older Posts »

Kategorien