Posted by: eleucht | 6. Juli 2023

„Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ – Graham Moore

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Graham Moore, der Autor dieses Romans, vermischt in seiner Geschichte Fakten und Fiktion zu einer spannenden Melange, die sicher nicht nur Hardcore-Fans des Meisterdetektivs aus der Baker Street in seinen Bann zieht. Der Leser folgt zwei Handlungssträngen. Da ist zum einen Harold White, der im Jahre 2010 in die Fußstapfen von Sherlock Holmes tritt. Er versucht, einen Mord aufzuklären, der im Zusammenhang mit einem verlorenen Tagebuch von Arthur Conan Doyle steht. Die andere Handlungsebene spielt zur Jahrhundertwende vom 19. ins 20 Jahrhundert. Im Mittelpunkt dieses Stranges steht steht der Autor Arthur Conan Doyle selbst. Viele Daten und Fakten seines Lebens entsprechen den Tatsachen, um die Graham Moore eine spannende, frei erfundene Handlung webt. Es ist belegt, dass Conan Doyle selbst auf Verbrecherjagd gegangen ist und auf diese Weise Scotland Yard unterstützte. Begleitet wird er dabei von seinem Freund Bram Stoker, der ein Theater leitet und es später als Autor von Dracula selbst zu Weltruhm brachte. Die beiden versuchen sich an einem Fall, den Scotland Yard längst aufgegeben hat. Es geht dabei um Morde an Frauen. Also steigt der weltberühmte Autor selbst in die Unterwelt Londons hinab, um zu recherchieren. Die Frauenbewegung – die Suffragetten – spielt dabei ebenso eine Rolle wie Conan Doyles eigene konservative Meinung zum Frauenwahlrecht. Die Sache endet brenzlig für Conan Doyle und Stoker, weswegen das Tagebuch, das diese Geschichte zum Inhalt hat, ein Jahrhundert verschwunden blieb. Das Tagebuch ist die Verbindung der beiden Erzählebenen.

Harold White in der Gegenwart erweist sich als würdiger Nachfolger von Sherlock Holmes, also als kluger Rechercheur und logischer Denker. Er löst das Rätsel um den unerklärlichen Mord an einem Sherlockianer, am Ende gelingt es ihm auch herauszufinden, wo sich das bewusste Tagebuch befindet. Was er dann aus den Aufzeichnungen von Conan Doyle erfährt, erschüttert ihn. Die Story endet stilgerecht am berühmten Reichenbachfall in der Schweiz. Die Figur des großen Detektivs Sherlock Holmes ist im Roman also ständig präsent, auch wenn er selbst nicht in Erscheinung tritt.


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