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„In München steht ein Hofbräuhaus, und ein Mann liegt davor und sieht betrunken aus.“ Wenn ein Roman mit Worten wie diesen beginnt, dann kann er eigentlich nur noch lustiger werden, selbst wenn der Mann, der vor dem Hofbräuhaus liegt, gar nicht betrunken ist sondern tot. Und es sich dazu noch um einen russischen Straßenmusiker handelt. Es wird nicht der einzige russische Straßenmusiker bleiben, den dieses Schicksal ereilt.
Die Autorin Isolde Peter, eine Bayerin, die in Berlin lebt, führt hier ein Panoptikum urbayerischer Typen vor, denen der Leser amüsiert folgt. Und eigentlich gibt es diese speziellen Typen auch nördlich des Weißwursthorizonts, wie zum Beispiel Cousine Immy auf dem Öko-Trip oder den übereifrigen, aber nicht ganz so hellen Polizisten. Na gut, einen zitherspielenden Cousin namens Traugott wird es außerhalb Bayerns wohl nicht so häufig geben. Irgendwie aber wirken all diese Typen vor dem Hintergrund einer bayerischen Kulisse einfach urtypischer.
Aber ja, es geht dabei natürlich auch und vor allem um die zwei toten Russen, die, wie sich herausstellt, keines natürlichen Todes gestorben sind. Da jemand tatkräftig nachgeholfen, und zwar auf unterschiedliche Art und Weise. Die Kripo tappt im Dunkeln.
Also lässt sich Daisy Dollinger dazu überreden, undercover in der Münchener Straßenmusikerszene für die Polizei zu ermitteln. Sie ist Sekretärin in der Staatsanwaltschaft, ihr Vater war einst ein erfolgreicher und zur Legende gewordener Kriminalhauptkommissar, der noch immer Vorbild für viele jüngere Kollegen ist. Sie ist somit bestens vernetzt. Zugute kommt ihr, dass ihr Mann, ein reicher Texaner, gerade geschäftlich in Amerika weilt, sie ganz passabel Akkordeon spielen kann und auch in einem Dirndl eine gute Figur macht. Allerdings kann sie da noch nicht ahnen, worauf sie sich da einlässt, denn mit ihrer Mission bringt sie nicht nur sich, sondern auch ihren Vater und den alten Schulfreund Viktor in große Gefahr.
Den Showdown erlebt der Leser in Daisys Geburtsort Dachselkofen, einem verlassenen Nest im Bayerischen Wald. Der Vater befindet sich in den Händen eines Erpressers, eines Halbrussen, und wird mit dem Abspielen todtrauriger russischer Melodien gefoltert, bis Daisy nebst Rauhaardackel Wastl und Schulfreund Viktor ihm zu Hilfe eilen wollen – und die ganze Situation damit noch komplizierter machen.
Ein großer Lesespaß nicht nur für Krimifreunde.
