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Nachdem man es geschafft hat, dem ersten, endlos scheinenden Satz bis zum Ende zu folgen, kommt man sich vor wie Alice, als sie in den Kaninchenbau fiel und seither in einer surrealistischen Welt eine Menge interessanter Begegnungen hatte. Der Leser findet sich wieder in der Welt von New York, die er teilweise durch die surrealistische Brille, die die Autorin ihm aufsetzt, betrachten darf. Dass mit den unheimlich langen Sätzen wird sich auch nicht mehr ändern, der Leser folgt in ihnen überraschenden Gedankensprüngen auf mehreren, sich oftmals überschneidenden Ebenen, die sich in realen Strukturen widerspiegeln. Ein junger Mann, von dem der Leser während des gesamten Romans keinen Namen erfahren wird und der von sich nur in der dritten Person erzählt, landet im New York des Jahres 1993. Eine Menge von seinen Erlebnissen und Begegnungen muten surrealistisch an, angefangen von diesem Theater namens The Garage, das der Protagonist jeden Tag besucht und ein Stück bzw. die Proben für ein Stück verfolgt, in dem es scheinbar keine Strukturen gibt, bis zu seinen Gastgebern, die ihm jede Nacht ein Quartier zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um ein seltsames Zwillingspärchen mit weißblond getönten Haaren, die in einem roten und einem blauen Pyjama auftreten und die ihrem Gast jeden Tag Sushi anbieten, obwohl der das gar nicht mag. Später wird der Protagonist dann jedes Mal auf einen elektrischen Stuhl gefesselt, bevor man ihn eine Wendeltreppe hinauf in sein Schlafgemach befördert. Immer wieder wird er dabei von traumhaften Erlebnissen wie dem Tod von John F. Kennedy in den Straßen von Dallas verfolgt. Nicht nur in diesen Momenten scheint es, als hätten sich die Grenzen von Zeit und Raum aufgelöst. Jeden Morgen steht ein Frühstück für ihn bereit. Ein immer wiederkehrendes Thema ist auch Andy Warhol, das wie eine dunkle Bedrohung im Erzählstrang wirkt. Es gibt zu nichts eine Erklärung, alles schwebt im Ungewissen.
Die nicht enden wollende Monotonie, die die Handlung des Romans bestimmt und die einerseits schwer auf dem Leser liegt, andererseits ein Gefühl von Vertrautheit schafft, findet gegen Schluss ein jähes Ende, aber es verspricht keine Erlösung aus der meist düsteren, manchmal auch skurrilen oder komischen Bilderflut, die der Roman im Leser erzeugt.
