Posted by: eleucht | 26. Mai 2025

Auf der Spur der Fäden

Endlich habe ich es einmal geschafft, in Plauen die im historischen Gebäude des Weisbachschen Hauses (besteht seit 1777) eröffnete „Fabrik der Fäden“ zu besuchen. Auf ungefähr 1200 Quadratmetern kann man hier eine Ausstellung erleben, die zeigt, welche Bedeutung die Textilindustrie im Allgemeinen und die Produktion von Spitze im Besonderen für die Spitzenstadt Plauen hatte. Eine empfehlenswerte Ausstellung für alle, die es einmal nach Plauen verschlägt, und vor allem ein gutes Beispiel dafür, dass ein Museum auch innovativ sein kann, indem Multimedia und Interaktion zum Einsatz kommen. Allein die LED-Beleuchtung des Fußbodens im ersten Ausstellungssaal, die sich in Form und Farbe steuern lässt, ist durchaus sehenswert.

Auf mehreren Etagen wird die Innovation der Technik stets im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung vorgestellt. Die damals entwickelten Maschinen, Wunderwerke der Technik, sind schon beeindruckend. Viele davon stammen von der Vogtländischen Maschinenfabrik (VOMAG), die im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu den innovativsten und erfolgreichsten Unternehmen der Branche zählte und in den Hochzeiten an die 6000 Mitarbeiter beschäftigte. Die VOMAG gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zur Weltspitze. Neben Textilmaschinen wurden auch Lastwagen und Busse gefertigt. Während des Weltkrieges wurde ein Jagdpanzer entwickelt und produziert, sodass die VOMAG als Rüstungsbetrieb zum Ziel von Bombenangriffen der Alliierten wurde.

Die Arbeitsschutzregeln, vor allem in Bezug auf die Beschäftigung von Kindern, waren in der Textilindustrie auch im Jahre 1861 schon sehr streng. Ich bezweifle allerdings sehr, dass diese Regel heute noch Bestand hätte.

Künstlerisch gestaltet sind manche Durchgänge von einem Raum in den nächsten. Und sehr interessant diese Installation aus Fäden. Von denen man als Besucher aber lieber die Finger lassen sollte. Es war eine aufwändige Arbeit, um diese Effekte mit Hilfe der Fäden zu erzielen.


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