
Auch wenn Bundeskanzler Friedrich Merz im Sommerinterview an der Spree versucht, die verpatzte Wahl der Richter zum Bundesverfassungsgericht herunterzuspielen und zu bagatellisieren, so hat die Angelegenheit doch großen Schaden angerichtet, bei Personen, vor allem bei der renommierten Juristin Frauke Brosius-Gersdorf, beim Bundesverfassungsgericht selbst und nicht zuletzt bei der Regierung. Man bekommt den Eindruck, Parteivorsitzender und Fraktionsvorsitzender haben offenbar ihren Laden nicht mehr im Griff.
Interessant an dieser Sache finde ich aber auch einen anderen Aspekt. Was ist dazu aus Bayern zu hören? Der Landesvater in München hat doch gewöhnlicherweise zu alles und zu jedem eine Meinung, die er leutselig oder polternd – je nachdem, welche Partei es betrifft – zu verkünden weiß. Und nun? Mal ganz leise sein und genau hinhören! Was bekommt man zu hören? Richtig … nichts. Gar nichts. Schweigen kann manchmal mehr ausdrücken als viele Worte. Soll man die Überlegenheit der grauen Eminenz im Hintergrund spüren? Wer soll sie spüren?
Ach ja, der Maggus, der hat ja vor gar nicht langer Zeit im Zusammenhang mit der neu gewählten Regierung von der letzten Patrone für die Demokratie gesprochen. Mich beschleicht nun das Gefühl, dass es sich dabei um eine Platzpatrone handelt. Man gibt vor einen Gegner zu bekämpfen, man möchte ihn aber nicht allzu sehr weh tun. So etwas nennt man auch Manöver.

