
Mit Sicherheit ist die Band Tragedy aus New York City noch ein echter Geheimtipp. Anders lässt sich das geringe Interesse im Reichenbacher Bergkeller am Montag nicht erklären. Vielleicht lag’s auch nur am Montag. Wer sich den Termin durch die Lappen gehen lassen hat – aus welchen Gründen auch immer – hat eine der heißesten Shows im Bergkeller verpasst. Richtige Profis zeichnet aus, dass sie immer voller Leidenschaft alles geben, egal ob sie vor einem kleinen Publikum in einem kleinen Club auftreten oder vor Tausenden von Zuschauern. Das ist nicht ohne Grund dahingesagt, im vergangenen Jahr traten Tragedy in Wacken auf. Tragedy begannen ihr Set mit … genau, mit Tragedy. Von den Bee Gees. Die Band, stilecht kostümiert und geschminkt, covert die großen Hits der 80er. Also vor allem Disco. Und zwar mit Heavy Metall Attitüde. Disco und Hardrock ergaben ein explosives Gemisch. Was die Temperatur, die im kleinen Bergkeller an diesem Abend auch so schon hoch war, noch weiter steigen ließ. Insofern erwies es sich für die Zuschauer von einem gewissen Vorteil, dass sie nicht so zahlreich waren, andernfalls wäre es noch viel heißer geworden. Für den Veranstalter war es das allerdings weniger.



Es ging also quer durch die 80er, von den Bee Gees über ABBA und Neil Diamond bis zu den Pointer Sisters und wieder zurück, dazwischen noch Dolly Partons Nine To Five, auch John Denvers Country Roads erwies sich als hardrocktauglich. Und da die harten Rocker alle ein weiches Herz haben, gab es auch die ultimative Ballade Without You zu hören. Die sympathischen Musiker bezogen immer wieder das Publikum in die Show ein. Dazu bedurfte es, was selten genug ist, keinerlei Animationen, die Leuten waren von sich voll dabei. Ein gewisser Lance, der Teil der Band ist, sorgte in unterschiedlichen Kostümen für allerlei Klamauk, sorgte für Seifenblasen und Konfettiregen und rollte auf Rollschuhen über die Bühne und durchs Publikum. Klar Rollerskates gehörten in die Zeit, ebenso wie Fame und You’re The One That I Want. Zum krönenden Abschluss gab es YMCA, was den kleinen Saal noch einmal zum Überkochen brachte. Erstaunlich, was für einen Stimmung so ein paar Leute doch machen können. Die Show hatte großen Unterhaltungswert und machte einen Riesenspaß. Wenn irgendwo die Jungs von Tragedy in einem Saal in eurer Nähe aufschlagen, das Spektakel solltet ihr euch nicht entgehen lassen.
