Posted by: eleucht | 26. Oktober 2025

Classic Rock Sunday

Classic Rock Sunday goes Jazz. Aus aktuellem Anlass, denn am vergangenen Freitag gab sich das Pete Roth Trio die Ehre im Neuberinhaus zu Reichenbach. Neben dem Leader und Gitarristen Pete Roth stand Bassist Mike Pratt, am Schlagzeug saß Bill Bruford. Und als ich diesen Namen in der Konzertankündigung gelesen hatte, schellten bei mir alle Alarmglocken. Bei Bill Bruford handelt es sich ohne Zweifel um einen der weltbesten Schlagzeuger. In der Vergangenheit spielte er bei der Crème de la Crème des Prog- und Art-Rock, bei Yes, King Crimson und bei Genesis, als Peter Gabriel die Band verlassen hatte und Phil Collins zum Mikrofon griff. Bill Brufords erste Begegnung mit der Musik war der Jazz, was sich in seinem differenzierten und polyrhythmischen Schlagzeugspiel stets widergespiegelt hat. Sein Leben ist von einer gewissen Unrast gezeichnet, er spielte in unterschiedlichen Formationen und mit unterschiedlichen Musikern, stets auf der Suche nach neuen Erfahrungen. Und alles hat mit Yes angefangen, zu denen er während seiner Karriere mehrmals zurückkehrte.

Auf der Bühne standen aber tatsächlich drei absolute Virtuosen. Pete Roth nahm im zarten Alter von 11 Jahren zum ersten Mal eine Gitarre in die Hand. Er wurde in Deutschland geboren, ging später nach England und studierte dort Jazz. Die Moderation während des Konzertes erfolgte deswegen auch in fließendem Deutsch. Die Stücke, die die Band spielte, waren nicht weniger komplex als Yes-Werke mit fließenden Übergängen in Jam Sessions, natürlich bekam jeder von ihnen auch die Gelegenheit, mit einem Solo die eigene Virtuosität unter Beweis zu stellen. Die Band bediente sich unter anderem an Klassikern wie Dvořák und auch der Standard Summertime durfte nicht fehlen. Das Trio wurde zum Schluss mit stehenden Ovationen gefeiert, jeder wusste, man war Zeuge eines außergewöhnlichen Events geworden.


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