Am Donnerstag war wieder einmal Prog-Zeit im Wohnzimmer des Prog, im Bergkeller Reichenbach. Lesoir aus den Niederlanden waren angesagt, die ich vom ersten Mal noch in guter Erinnerung hatte und demzufolge keinen Grund sah, sie nicht noch ein zweites Mal live zu erleben. Zumal sie ein neues Album („Tomorrow Is Now Today“) im Gepäck haben, von dem es sicher auch einiges zu hören geben würde. Und siehe da, der Bergkeller war mit Fans gut gefüllt, auch wenn die Band ein paar mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Es waren trotzdem wesentlich mehr als letztens zu Funk und Southern Rock.

Das Konzert begann mit einem schweren Bassrhythmus, der durch den Saal wummerte, und mir war klar es geht los mit Is It Nothing?, einem Stück aus dem neuen Album. Die Dramatik steigerte sich, wie man das von Werken des Prog Rock gewöhnt ist, bis zum hymnischen, hoffnungsvoll stimmenden Ende.

So verlief der Abend mit altem und neuem Material. Vieles kannte ich, die neuen Sachen klangen vielversprechend und machten neugierig auf das Album.


Die Besetzung der Band hat sich zwischenzeitlich etwas geändert. Es gibt nur noch eine Frau in der Gruppe, die Multiinstrumentalistin Maartje Meessen, die vom Mikro zu den Keyboards wechselt, akustische und elektrische Gitarre spielt und den detailverliebten Sound der Band auch mit ihrem Querflötenspiel bereichert. Die zweite Frau bei Lesoir wurde durch den Gitarristen Rutger Martens ersetzt, der sich gelegentlich auch an die Pedal Steel setzt und dieser atmosphärische Töne entlockt und nebenbei auch Backgroundgesang beisteuert. Insgesamt ein großartiger Abend, der die Erwartungen voll und ganz erfüllt hat, auch wenn bei einer Zugabe einiges schief lief (das falsche Sample war programmiert) und es deswegen dreier Anläufe bedurfte. Live is Life eben.
