Posted by: eleucht | 13. November 2010

Lit.Limbus.04 – Tschechisch in der Vorhölle

Lit. Limbus Nummer drei aus dem Wunderwaldverlag ist erschienen. „Tři“ übersetze ich in Gedanken die Zahl, was ich in letzter Zeit automatisch fast immer tue. Ich bin – aus beruflichen Gründen – gerade dabei, mich mit den Grundlagen der tschechischen Sprache zu beschäftigen. Das tschechische „ř“ stellt für den Anfänger eine größere Herausforderung als das englische „th“ dar, was vor allem an der Buchstabenfolge, in der der das „ř“ oftmals auftaucht, begründet liegt.

Ich bemerke bei dem einen oder anderen älteren Kollegen, die sich schon längere Zeit in dieser Sprache verständigen müssen, dass sie es sich manchmal einfach machen und die Lautfolge verschieben und zum Beispiel „schtri“ statt „trschi“ sagen. Ersteres kommt natürlich leichter über die deutsche Zunge. Aber mit etwas Übung bekommt man mit der Zeit auch die Aussprache schwierigerer Lautfolgen hin.

Man sollte den Tschechen großzügig ein paar Vokale, an denen es in ihrer Sprache mangelt, überlassen. Wir haben sie doch im Überfluss, wie man an Beispielen wie Teeei oder Seeaal sehen kann. Im Tschechischen gibt es Begriffe, die ganz ohne Vokale auskommen. Man kann damit sogar ganze Sätze bilden. Wer will, kann sich mal an dem Zungenbrecher „Strč prst skrz krk“ versuchen. Übersetzt heißt das „Steck den Finger durch den Hals“. Ist zum Glück nichts, was man häufiger braucht.

Und da liegt immer noch die Nummer 3 der Geschichten aus der literarischen Vorhölle vor mir. „Leipolds Vertrag“ heißt der Band und stammt aus der Feder von Frederic Brake. Das düstere Cover zieht den Blick unwiderstehlich an, tschechisch hin, tschechisch her. Der Autor Jason Manz, die Hauptfigur der Geschichte, scheint total am Ende und dem Suff verfallen zu sein. Damit ist er ein willfähriges Opfer für die dunklen Mächte, die ihm ein neues Leben und Erfolg versprechen, dafür aber auch einen hohen Preis verlangen. Klingt nach einer höllisch guten Story, gegen die Tschechisch-Lektionen keine große Chance haben …

Nummer vier wird dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. „Číslo čtyři“ übersetze ich in Gedanken schon wieder …


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