Posted by: eleucht | 27. Oktober 2010

Sind Raucher die besseren Menschen?

Raucher stoßen fast überall auf Vorbehalte, Ablehnung und jede Menge Verbote. Das betrifft etwa ein Drittel der erwachsenen Deutschen. Es gibt aber sicherlich keinen Grund, dass die Raucher nicht auch ihren Beitrag für die Volkswirtschaft leisten dürfen / sollen / müssen, zum Beispiel für die durch die Ökosteuer darbenden Teile der Wirtschaft. Da die Regierung beschlossen hat, die Rabatte für Firmen, die besonders viel Energie verbrauchen, nicht so drastisch zu senken, wie es ursprünglich geplant war, sollen die Einnahmeausfälle durch die stufenweise Erhöhung der Tabaksteuer kompensiert werden.

Nach den Rentnern, den Kranken, den Hartz-IV-Empfängern und einer Reihe weiterer Bevölkerungsschichten sind nun also auch die Raucher dran. Geld stinkt auch nicht nach Rauch.

Dabei leisten doch gerade Raucher schon immer einen großen Beitrag zur Volkswirtschaft, abgesehen von der Tabaksteuer, die seit 2000 bereits achtmal erhöht wurde, entlasten etwa 140 000 Menschen jährlich, die an den Folgen des Tabakkonsums frühzeitig sterben, die Renten- und Krankenkassen. Zusätzlich sorgen sie dafür, dass auch circa 3300 Menschen pro Jahr durch Passivrauchen auf gleiche Weise kostendämpfend wirken.

Hat sich angesichts dieser Effekte noch niemand Gedanken darüber gemacht, das Rauchen einer bestimmten Anzahl von Zigaretten pro Tag zur Bürgerpflicht zu erheben? Am blauen Dunst soll die Wirtschaft gesunden. Zumindest die.

Ich habe vor mehr als viereinhalb Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Sollte ich jetzt ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich nun so gar nichts zum weiteren Wohlergehen der deutschen Wirtschaft, speziell der energieintensiven Industrie beitragen kann?

Allerdings, von mir ist’s nur ein Katzensprung ins böhmische Land. Jenseits der Grenze sind die Objekte der Begierde, die sich in blauen Dunst auflösen, weitaus billiger zu haben. Mein Anteil an den ökologisch nicht unbedingt sinnvollen Subventionen würde in dem Fall also gegen Null tendieren.

Aber was soll’s? Den Damen und Herren in Berlin werden sicher noch viele andere Möglichkeiten einfallen, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zumindest in dieser Beziehung zeichnen sie sich durch ausgesprochenen Einfallsreichtum aus. Hört man da aus Kreisen der Steuersparerpartei FDP nicht gerade den Ruf nach Erhöhung der Alkoholsteuer? Wahrscheinlich fehlt im Augenblick nur noch ein triftiger Grund für deren Einführung. Aber wenn es mal wieder was zu retten gilt, ist sie da.

Dann kann man saufen und dabei was Gutes tun – und sich zur Not auch die Steuern schönsaufen.

Mich bewegt in dem Zusammenhang nur noch eine Frage: Kann man sich auch Westerwelle schönsaufen?


Kommentare

  1. Die Regierung hofft vielleicht sogar, dass immer mehr Menschen rauchen, damit sie auch immer mehr einnehmen können. Hoffentlich rauchen immer weniger Leute, denn dann nimmt die Regierung gar nichts mehr ein.


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