Posted by: eleucht | 26. März 2011

„Das Herz der Hölle“ – Jean-Christophe Grangé

Und wieder ein – literarischer – Trip in Richtung Hölle. Und was für einer!

Und eigentlich bin ich ja gar kein Freund von Krimis. Aber wenn es der richtige ist, wie eben dieser, dann packt er mich und lässt mich so schnell nicht wieder los. Jean-Christophe Grangé ist auf jeden Fall eine erstklassige Adresse für spannungsgeladene Literatur. Von ihm stammt auch der Roman „Die purpurnen Flüsse“, der mit Jean Reno in der Hauptrolle verfilmt und kürzlich erst wieder auf Kabel 1 ausgestrahlt wurde.

Alles beginnt mit der tiefen Freundschaft zweier Jugendlicher, die sich in einem Priesterseminar kennenlernen. Unabhängig voneinander machen sie später schreckliche Erfahrungen in Unruheherden wie Bosnien oder Ruanda, sie lernen die andere Seite der Welt kennen, die, die von Gott verlassen scheint. Das Schicksal lässt sie schließlich die Seiten wechseln, sie werden Polizisten, und jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Vorstellungen, auf diese Weise etwas für eine bessere oder wenigstens gerechtere Welt zu tun.

Als Luc Soubeyras, inzwischen als Kriminalbeamter bei der Sitte angestellt,  nach einem Selbstmordversuch ins Koma fällt, beginnt Mathieu Durey, der seinerseits bei der Mordkommission arbeitet, mit seinen Ermittlungen über die Umstände des Suizids. Er nimmt den Fall sehr persönlich, schließlich geht es um das Leben seines besten Freundes. Es scheint fast, als hätte sein Freund eine Spur gelegt, der er nur zu folgen braucht.

Bald schon stößt Mathieu auf eine Serie bestialischer Morde, für Freunde des morbiden Geschmacks detailliert beschrieben, die zu der Vermutung Anlass geben, dass der Teufel selbst bei all diesen furchtbaren Morden seine Finger im Spiel hat. Denn alle, die des Mordes überführt wurden, waren selbst schon einmal tot gewesen. Es scheint, als seien sie nach negativen Nahtoderfahrungen Satan persönlich begegnet und seitdem von ihm besessen. Schickt Satan seine Heerscharen in die Schlacht?

Im Roman verschmelzen fesselnde Elemente wie Mystik und Satanismus zu einem packenden Thriller, dessen Handlungsspielraum von Frankreich über die Schweiz und Italien bis zum Vatikan reicht. Und am Ende sogar tief in die Erde führt, dorthin, wo man dem Herz der Hölle verdammt nah ist.


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