Posted by: eleucht | 8. März 2011

„Diner For One mit Al Capone“ – Michael Koglin

 

Der 50. Geburtstag und wer zuerst zog …

Man kann es sich kaum vorstellen und möchte es erst recht nicht glauben, dass die senile Miss Sophie und ihr trotteliger Butler James aus dem regelmäßig an Silvester wiederholten Fernsehsketch „Diner for one“ eine richtig bewegte Vergangenheit haben. Leichen pflastern ihren Weg! Ja, das war damals, lange vor diesem unseligen Geburtstag, an dem der arme James die nicht anwesenden Gäste darstellen und stellvertretend für sie die stets gefüllten Gläser leeren muss. Wie man in dem Büchlein erfahren wird, verfügt der Butler aber, was das Trinken großer Mengen alkoholischer Getränke betrifft, über einschlägige Erfahrungen.

Miss Sophie führt ein aufregendes und bewegtes Leben im Chicago zur Zeit der Prohibition. Sie frönt dem verbotenen Glücksspiel und Butler James und der damals noch lebende Tiger, über dessen Kopf er Jahre später ständig betrunken stolpern soll, spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Denn Miss Sophie ist gewillt, zu gewinnen. So hat James immer einen Spiegel in der Tasche, mit dessen Hilfe sie den anderen Glücksrittern, die lieber ein wachsames Auge auf den Tiger werfen, in die Karten sehen kann.

Illustre Gäste finden sich ein, neben dem großen Gangsterboss Al Capone zum Beispiel auch ein Schauspieler namens Charlie Chaplin, der wegen der vielen Schuldscheine, die ihm das Glücksspiel einbrachten, einen Film nach dem anderen drehen muss, der Polizeichef von Chicago, ein Studiobesitzer aus Hollywood, ein Flugpionier namens Lindbergh und der besessene Wissenschaftler Zweiwasser, der verbissen nach der Weltformel für den großen Gewinn beim Pokerspiel sucht.

Eine ganz andere Formel hat ein gewisser Horace Fletcher in Besitz. Er fand heraus, mit welchen Mitteln man die schädlichen Nebenwirkungen beim Genuss alkoholischer Getränke vermeiden und dabei sogar noch die Potenz steigern kann. Hinter dieser Formel sind viele her, nicht nur der Butler James, der schon davon träumt, Amerika mit einem eigens von ihm kreierten Whisky zu überschwemmen. Mit diesem Erfolg und dem daraus erzielten Gewinn möchte er vor allem Miss Sophie beeindrucken, denn auf die ist er scharf.

Dumm nur, dass er beim Versuch, Horace Fletcher zum Sprechen zu bringen, ausgerechnet auf die  Idee verfällt, in dessen Mund Zement zu gießen. Schnell bindenden auch noch. Horace Fletcher jedenfalls spricht kein Wort mehr. Nie wieder. Dies war das erste Opfer von James, dem Butler. In der irren Geschichte, deren Lektüre viel Spaß macht, sollen noch weitere folgen. Was vielleicht auch darauf zurückzuführen ist, dass James in seinem Geheimlabor die verschiedenen Whiskyrezepte im Eigenversuch an sich selbst ausprobiert, was natürlich nicht ohne Folgen bleibt und wobei er schon mal einschlägige Erfahrungen (siehe oben) für spätere Trinkgelage sammelt …


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