Am 13. September, einem Freitag, schrieb ich in meinem Blog von einer Wahlkampfveranstaltung mit Sigmar Gabriel in Plauen. http://eleucht.com/2013/09/13/freitag-der-13/ Um den Vorwurf eines arbeitslosen Hartz IV- Empfängers zu entkräften, der laut die Meinung äußerte, Politiker würden ja doch nur die Beine hochlegen und sich nicht um die Belange der Menschen kümmern, lud der SPD-Vorsitzende diesen ein, ihn einen Tag lang in Berlin zu begleiten. Dazu kam die vollmundige Aufforderung an den Arbeitslosen, danach der regionalen Presse von der schweren Arbeit des SPD-Politikers zu berichten.
Ich habe nicht wirklich erwartet, bald eine heiße Reportage aus dem Herzen Berlins in unserer Presse zu lesen. Worte aus dem Mund eines Politikers, die, wie so viele andere, irgendwo im Land der leeren Versprechen verschwinden.
Am Dienstag meldete sich der Arbeitslose Denni M. (auf dem Foto mit Pfeil markiert im Gespräch mit Sigmar Gabriel) dann doch zu Wort. Was aber nicht wirklich überraschte, das Treffen mit dem SPD-Vorsitzenden ist nicht zustande gekommen. Vielleicht ist’s ja Kalkül der SPD im Allgemeinen und von Gabriel im Besonderen, Volksnähe zu demonstrieren, indem man vereinzelte kritische Zwischenrufer zu sich einlädt. In der Hoffnung, dass die Angesprochenen das nicht wirklich ernst nehmen, es vergessen oder vielleicht gar kein Interesse daran haben, früh um sechs bei Gabriel im Bundestag auf der Matte zu stehen. Natürlich macht sich so eine forsche Reaktion auf Wahlkampfveranstaltungen immer gut.
Denni M. aus Plauen entspricht aber nun nicht gerade dem Klischee des Hartz IV-Empfängers, das bestimmte Politiker einer Partei, die sich zwischenzeitlich aus dem Bundestag verabschieden durfte, und eine gewisse Tageszeitung heraufbeschworen haben. Er war in der Bundeswehr im Auslandseinsatz, in Afghanistan, und er hat, stets in der Hoffnung auf einen Job, zwei Jahre ehrenamtlich fürs DRK gearbeitet.
Er hat auch von sich aus versucht, den Kontakt mit Gabriels Büro herzustellen. Leider ergebnislos.
Eigentlich wirklich nichts Neues. Im Prinzip wurde auch mit diesem Beispiel die Erwartungen, die man gemeinhin an Politiker und ihre Aussagen und Versprechen hat, voll und ganz erfüllt. Oder? 

Politiker und ihre Versprechen – beides ist nichts wert. Das war schon immer so gewesen…
By: buchstabenmeer on 6. November 2013
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