Verfasst von: eleucht | 24. November 2020

„Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens“ – Tom Barbash

Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Ein Spaziergang durch das New York des Jahres 1979 und zwischendurch ein Segeltörn zu den Bermudas, der richtig gefährlich wird. Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht des jungen Anton Winter, der während seines Dienstes im Friedenscorps in Gabun an Malaria erkrankt und zur Heilung und Genesung in die Heimat zurückkehren muss. Zuvor hatte viele Jahre für seinen Vater Buddy Winter, einen erfolgreichen Late-Night-Show-Moderator, gearbeitet. Der war nach einem Nervenzusammenbruch vor laufenden Kameras auf einen Selbstfindungstrip durch die Welt aufgebrochen und für niemanden mehr erreichbar gewesen. Damit schien seine Karriere am Ende. Eine nicht unwichtige Rolle spielt auch noch ein bekanntes New Yorker Gebäude, das Dakota Building, das durch den Film „Rosemaries Baby“ Weltruhm erlangte und in dem stets eine Menge Prominenz wohnte und wohnt. Zur Zeit der Handlung dieses Buches kein Geringerer als John Lennon. Der hatte sich dort zurückziehen und seine Rolle als Hausmann finden können. Da die Winters und die Lennons also Nachbarn sind, lässt der Autor dem Ex-Beatle in seinem Roman eine wichtige Rolle zukommen.

Anton, der seinen Vater in diesen Tagen wieder näherkommt, versucht mit Hilfe seiner Bekannten und Agenten ihm ein Comeback im Fernsehen zu ermöglichen. Dabei stürzen sich die beiden erneut zusammen in die Arbeit und erweisen sich als erfolgreich. Als Lennons Freund setzt Anton alles daran, die neue Show seines Vaters mit dem ultimativen Höhepunkt zu krönen, der Reunion der Beatles.

Bekanntlich wurde John Lennon im Dezember 1980 kurz nach Veröffentlichung seines lange erwarteten neuen Albums „Double Fantasy“ in der Nähe seines Hauses erschossen. Viele Träume platzten, auch die der Winters. Aber da hatte Anton längst beschlossen, erneut ein eigenes Leben unabhängig von seinem Vater zu beginnen.

Wirkliche Geschichte, zum Beispiel der damalige Wahlkampf mit all seinen schmutzigen Begleiterscheinungen zwischen Carter und Reagan, verschmilzt mit fiktiven Geschichten der Protagonisten einschließlich John Lennons. Der Roman lebt vor allem durch die großartigen, lebensnahen Dialoge, die den Zeitgeist widerspiegeln (an den sich mancher vielleicht noch persönlich erinnern wird) und die eine sehr dichte atmosphärische Handlung erzeugen.


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