Gabba Gabba Hey und drei Minuten Vollgas, dann ist ein Bubblegum-Punk-Song der Ramones auch schon vorbei. In den Verdacht, dass sie in ihren Texten ernsthafte oder gar politische Themen verarbeiten, sind die Ramones nicht gerade geraten. Bonzo Goes To Bitburg ist eine der wenigen Ausnahmen im Œuvre der Band. Inspiriert wurden Joey und Dee Dee Ramone, die als Autoren für den Song zeichnen, von einem Deutschlandbesuch des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan. Der legte auf dem Militärfriedhof Bitburg einen Kranz nieder und hielt eine Rede vor amerikanischen Soldaten der nahegelegenen Militärbasis. Auf dem Friedhof waren allerdings auch 49 Mitglieder der Waffen-SS beerdigt worden, was zu Kontroversen führte. Sire-Records, das damalige Label der Band, wollte das Stück nicht als Single veröffentlichen. 2003 fand Bonzo Goes To Bitburg in der Musikkomödie School of Rock Verwendung.
Joey Ramone fühlte sich als Jude persönlich angegriffen von Reagans Auftritt auf diesem Militärfriedhof. Der konservative Johnny Ramone, ein großer Verehrer Reagans und Mitglied der National Rifle Association, war von dem Stück allerdings weniger angetan. Trotzdem spielte er bei allen Live-Auftritten den Song mit. Loyalität gegenüber den Ramones war ihm wichtiger als Abneigungen oder Vorlieben.
