
In den heiligen Hallen des Bergkellers in Reichenbach gehört es schon zum guten Ton, dass man von den auftretenden Künstlern persönlich begrüßt wird, was für die familiäre Atmosphäre in diesem Rockclub spricht. Für vergangenen Freitag hatte der Veranstalter vor, im Wohnzimmer des Prog neue Wege zu gehen. Die Band 3Times7 aus dem UK steht für Soul, Blues und Funk. Das Publikum an diesem Freitagabend war recht überschaubar. Die Band hätte ein volles Haus verdient gehabt. Man sollte doch inzwischen wissen, dass die Acts, die der Bergkellerbesitzer auf die nicht vorhandene Bühne holt, stets bestes Entertainment und sogar Spektakel versprechen.

Richtige Profis zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch vor kleinem Publikum alles geben. Vollblutmusiker wie diese vier können wahrscheinlich auch gar nicht anders, vor allem, wenn man solch einen energiegeladenen Funk im Repertoire hat. Die individuellen Qualitäten der vier Musiker auf ihren Instrumenten und natürlich am Mikro sind über jeden Zweifel erhaben. Jenny Lawrence hat eine beeindruckendes Stimmvolumen, das sie gekonnt zu nutzen weiß, dazu kommt der Spaß, den sie auf der Bühne hat und der das Publikum mitreißt. David Holdstock, der Gitarrist, beherrscht das ganze Spektrum von messerscharfen Funkriffs über gefühlvollen Blues bis zu verspielten, krachenden Rocksoli. Bassist Nick Butcher, der sein Instrument auch schon mal perkussiv spielt, hat den Funk im Blut und Stuart Nelmes legt mit seinem Rhythmus am Schlagzeug die Basis, auf der die anderen Musiker ihr Können zeigen können.


3Times7 spielten Eigenes, Coverversionen wie zum Beispiel von Aretha Franklin (eine Gänsehautversion von Natural Woman), von Stevie Wonder und von Peter Gabriel (eine eigens für Jennys Stimme umarrangierte Version von Sledgehammer), Bluesstandards wie Hootchie Cootchie (in diesem Fall) Woman und zusammengestellte Medleys aus verschiedenen Hits. 21 Songs in sechs bis sieben Minuten. 3Times7 eben.


Insgesamt ein energiegeladenes Konzert voller Power und Gefühl. Als letzte Zugabe gab es schließlich noch Queens Somebody To Love zu hören. Da hätte auch Freddy keinen Moment gezögert, Jenny Lawrence für ihre gesangliche Leistung begeistert Beifall zu klatschen.
