
Die gläserne Fassade des Neuen Rathauses in Plauen. Ein historischer Platz. Dank Margy von https://www.margy-plauen.de habe ich vor kurzem von einer Ausstellung im Foyer des Rathauses erfahren. Diese hat einen wichtigen Tag in der Geschichte der Stadt und der DDR zum Inhalt – den 7. Oktober 1989. Da fand in Plauen die erste Massendemonstration gegen das SED-Regime statt. Es war die erste große Demonstration im Osten überhaupt. Die Staatsmacht versuchte alles, um das zu verhindern. Ein Hubschrauber kreiste niedrig über den Demonstranten, eine Feuerwehr wurde als Wasserwerfer missbraucht. In der Ausstellung werden Fotos gezeigt, die an jenem denkwürdigen Tag von der Stasi, die zwar Kenntnis von der Demonstration hatte, aber keineswegs richtig darauf vorbereitet gewesen war, und von Teilnehmern der Demonstration – unter nicht zu unterschätzenden Gefahren – gemacht worden waren. Zeitdokumente. Diese erste friedliche Demonstration leitete das Ende des DDR-Regimes ein.





Eine Rentnerin schmuggelte am Tag darauf die Fotos über die Grenze nach Hof. Ein äußerst gewagtes und gefährliches Unternehmen. So landeten sie in der Redaktion der Frankenpost. Dort konnte man gar nicht glauben, was man da sah. So war die Frankenpost die erste Zeitung, die von einer Demonstration in der DDR berichtete, auf diese Weise fand die Nachricht auch den Weg in die Tagesschau.

Ich selbst bin ja kein Plauener. Ich habe am späten Nachmittag dieses Tages von einem Verwandten von den Ereignissen in Plauen erfahren. Kurz darauf nutzte ich einen freien Montag und fuhr nach Leipzig, wo nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche eine große Demonstration stattfand. Wovon ich unglaublich beeindruckt war. Eine Erfahrung, die nicht geringen Einfluss auf mein Leben hatte.

Das Reprint des mit Schreibmaschine geschriebenen und unter Gefahren vervielfältigten Aufrufs zur Demonstration am 7. Oktober 1989.
