
Für 2024 wäre noch ein Award für die erfolgreichste Werbekampagne des Jahres zu vergeben. Und die geht, das muss man neidlos anerkennen, an niemand anderen als Elon Musk. Hatte er auf seinem von ihm kontrollierten Nachrichtendienst namens X doch dazu aufgerufen, der Online-Enzyklopädie Wikipedia, die er abfällig mit dem Kampfbegriff Wokepedia versah, keine Spenden mehr zukommen zu lassen, da diese, nach seiner Meinung, in ihren Beiträgen und Quellen nicht ausgewogen sei. Das sagt ausgerechnet jemand, in dessen Händen sich Reichtum, Macht und Einfluss auf noch nie gekannte Weise konzentrieren.
Sein Aufruf blieb nicht ohne Folgen. So viele Menschen wie nie fühlten sich offenbar angesprochen und haben gespendet, Wikipedia wurde mit Spendengeldern geradezu überschwemmt. Allein aus Deutschland haben sich 312.000 Menschen beteiligt und die ehrenamtliche Arbeit und die Technik der Online-Enzyklopädie mit 9,3 Millionen Euro unterstützt. Auch bei mir ist Musks Aufruf nicht ungehört verklungen, ich habe mein Scherflein dazu beigetragen.
Wikipedia erhebt sicher nicht den Anspruch perfekt zu sein und mag oft genug auch Anlass zu Kritik bieten. Aber besser ein Angebot aus einem breiten Spektrum freier Autoren und Open Source, als dass jemand Einfluss darauf bekommt, für den es kein Problem ist, mal ein paar Millionen Dollar springen zu lassen, um einen Eintrag über seine Person oder was auch immer in seinem Sinne umschreiben zu lassen.

