Posted by: eleucht | 13. Januar 2025

Showdown

Das Konzertjahr begann für mich diesmal schon sehr zeitig. Und sehr poppig. Phil Bates ist mit seiner Band auf großer Abschiedstournee und machte dabei am vergangenen Samstag auch im Reichenbacher Neuberinhaus Station.

Phil Bates bringt man vor allem mit dem Electric Light Orchestra in Zusammenhang. Schon 1978 war er zusammen mit Jeff Lynne mit ELO auf Tour. Danach wurde er Sänger und Gitarrist vom Electric Light Orchestra Part II, das später nur noch als Orchestra firmierte. Die Markenrechte am Namen ELO besaßen andere.

So bekamen die Zuschauer im so gut wie ausverkauften Neuberinhaus also die volle Dröhnung ELO. Und ich oute mich mal als großen Fan der Band. Jeff Lynne ist zweifellos einer der besten und erfolgreichsten Musiker und Pop-Komponisten, und das bis heute. Seine melodiösen Kompositionen haben einen großen Wiedererkennungswert, sind Ohrwürmer ersten Grades geworden. Es ist sicher nicht übertrieben, ihn als größten Pop-Komponisten nach Lennon und McCartney zu bezeichnen.

Schon nach dem fulminanten Auftakt mit All Over the World und Rock’n’Roll is King hatten Bates und seine Mitstreiter den Saal auf Betriebstemperatur. Die Hits von ELO, perfekt vorgetragen, sorgten denn dafür, dass während der folgenden zwei Stunden die großartige Stimmung weiter hochkochte. Selbst bei langsameren Nummern wie Telephone Line. Es war eine abwechslungsreiche Werkschau von Rock über Pop bis hin zu Disco. Letztere Musikrichtung ging ja auch nicht spurlos an ELO vorüber, erinnert sei nur an den Welthit Xanadu, den Jeff Lynne als Filmmusik für Olivia Newton-John geschrieben hat.

Don’t Bring Me Down markierte das offizielle Ende der Show, bevor die Band noch einmal zu zwei Zugaben die Bühne betrat. Fast schon erwartet, begann dieser Teil mit dem Intro zu Beethovens Fünfter, das sofort in Chuck Berrys berühmten Gitarrenlauf von Roll Over Beethoven überging. Nach Can’t Get It Out My Head aus dem großartigen, aber oftmals leider unterschätzten Eldorado-Album war dann endgültig Schluss. Besser hätte Phil Bates diesen tollen Abend nicht ausklingen lassen können, denn auf der Heimfahrt ging zwar nicht das Kopfkino bei mir an – macht sich auf der Autobahn nicht so gut – dafür aber die Musikbox im Inneren. Can’t Get It Out Of My Head.


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