Posted by: eleucht | 17. September 2025

„Giftflut“ – Christian von Ditfurth


Die Bücher, über die ich schreibe oder die ich rezensiere, wurden von mir gekauft. Es gibt keinerlei geschäftliche oder anders geartete Beziehungen zu den Verlagen, Verlagsgesellschaften oder Autoren.

Die Romane von Christian von Ditfurth brauchen sich nicht hinter der internationalen Konkurrenz zu verstecken, sie sind immer ganz großes Kino und frei von deutscher Provinzialität. So ganz nach dem Bond-Motto „Die Welt ist nicht genug“. Ditfurths Kriminalhauptkommissar Eugen de Bodt sollte eigentlich auch in einer Reihe stehen mit Größen wie Holmes, Columbo, Maigret oder Wallander. Eugen de Bodt ist scharfsinnig, eigensinnig in Bezug auf seine Ermittlungsmethoden und auch, sich seiner Überlegenheit bewusst, arrogant. Vor allem den Vorgesetzten gegenüber, die den unbequemen Zeitgenossen am liebsten los wären. Außerdem hat de Bodt nun schon zwei Mal Bundeskanzlerin Angelika Merkel das Leben gerettet. Querdenker werden ihn also auch nicht gerade zu ihren Freunden zählen. Auch sonst zeichnen den Kriminalhauptkommissar verschiedene Eigenarten aus, die ihn zu einer interessanten literarischen Figur machen.

Es beginnt mit dem Mord am Chef der Berliner Wasserwerke und dessen Frau. Dann wird Europa von mehreren verheerenden Anschlägen erschüttert. Unsicherheit breitet sich aus, Populisten, vor allem vom rechten Rand, bekommen großen Zuspruch, die Börsenkurse fallen ins Bodenlose. Und eins ist klar, hinter diesen Anschlägen steckt eine mächtige Organisation, die scheinbar über unendliche Geldquellen verfügt. Ein Inselstaat vielleicht, der sich gegen den drohenden Untergang als Folge der Klimakrise auflehnt? Russland scheidet aus, denn de Bodt bekommt Hilfe von russischer Seite. Den Russen ist (zumindest in der Zeit der Handlung dieses Romans) ist daran gelegen, klarzustellen, dass sie mit diesen Verbrechen nichts zu tun haben. Die Spur führt offensichtlich zum Wasser, denn alle Morde und Anschläge finden im Zusammenhang mit Wasser statt, eine Brücke in Berlin und der Eurotunnel zwischen England und Frankreich zum Beispiel. Oder möchte jemand die Ermittler auf eine falsche Spur locken? Eugen de Bodt und sein Team glauben in den Mustern zu erkennen, dass da jemand genau wie de Bodt denkt. Und dieser gerissene Verbrecher, de Bodts alter Gegner Bob, wird tatsächlich aus dem Hochsicherheitsgefängnis mit einer spektakulären Aktion befreit.

Eugen de Bodt erkennt, dass er in dem Fall keinen Schritt weiter ist, dass seine Ermittlungen und die der Kriminalpolizei, des Verfassungsschutzes und des BND im Sand verlaufen. Erst als er beginnt, in eine neue Richtung zu ermitteln, glaubt er zu erkennen, wer hinter den Anschlägen stecken könnte. Doch er hat keinerlei Beweise. Er und sein Team ermitteln auf eigene Faust, was sich als nicht ungefährlich erweist. Er muss dem Täter, den Tätern eine Falle stellen.

Die Erkenntnis, wer für die Anschläge am Ende tatsächlich verantwortlich ist, dürfte nicht wirklich verwunderlich sein. Wenn es um Geld geht, um Milliarden, die innerhalb von Sekunden um den Erdball rasen, den einen ärmer und den anderen reicher machen, dann gibt es keine Moral mehr, dann zählen auch keine Menschenleben. Insofern handelt es sich bei dem Roman um einen Krimi, der nicht frei von Politik ist.


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