Posted by: eleucht | 11. Oktober 2025

Hier kommt die Sprachpolizei – Es geht um die Wurst

Endlich hat sich das EU-Parlament einmal mit den wesentlichen Dingen des gemeinen EU-Bürgers beschäftigt. Klar, da gibt es diesen mörderischen Krieg vor unserer Haustür, aber viel wichtiger ist doch, dass nun beschlossen wurde, dass pflanzlich hergestellte Produkte nicht mehr Schnitzel oder Wurst genannt werden dürfen. Die Sprachpolizei ist aufmarschiert! Und nein, die Grünen, die in vielen schmutzigen Kampagnen als DIE Verbotspartei bezeichnet wurde, haben keine Mehrheit im EU-Parlament. Die Mehrheit für diesen Beschluss kam durch die Rechtsaußenfraktionen und die konservative Fraktion, der auch CDU und CSU angehören, zustande. Nun haben die Parlamente der Mitgliedsländer diesen Beschluss in nationales Recht umzusetzen.

Man kann sicher sein, dass unser Westentaschen-Trump, oft auch Bundeskanzler genannt, genau das so schnell wie möglich tun wird, um die Verbraucher, die er in einem Fernsehinterview für blöd erklärt hat, weil sie angeblich ein Veggie-Schnitzel nicht von einem Kalbsschnitzel unterscheiden können, zu schützen.

Wobei sich mir der Gedanke aufdrängt, dass es vielleicht sein Kollege jenseits des Weißwurstäquators war, der sich versehentlich eine Tofu-Wurst in seinen unersättlichen Schlund gesteckt hat. So etwas darf in einem Land, in dem der weiß blaue Himmel praktisch voller Fleischwürste hängt, natürlich nicht passieren.

Sollte man nicht langsam auch darüber nachdenken, den Unionsparteien das C in ihren Namen zu verbieten? Hier werden nicht nur Verbraucher vermeintlich getäuscht, sondern Wähler, denen der Eindruck vermittelt wird, diese Parteien würden christliche Werte vertreten. Dass der anderen Regierungspartei das Soziale längst abhanden gekommen ist, dürfte so neu gar nicht sein. Vielleicht aber spielt es bald schon keine Rolle mehr, ob sich jemand im reformierten Sozialstaat ein Veggie-Schnitzel oder ein Kalbsschnitzel nicht leisten kann.


Kategorien

Entdecke mehr von One of these days

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen