2010, inzwischen Geschichte, war das große John-Lennon-Jubiläumsjahr gewesen – im Oktober 70. Geburtstag, im Dezember 30. Todestag. Yoko Ono, Witwe und fleißige Missionarin in Sachen John Lennon, hat auch eine Menge getan, um die Erinnerung an ihren ermordeten Mann zu bewahren und auch im neuen Jahrhundert seine Botschaft zu verkünden.
Sicher zu Recht, keine Frage. Die Frage, ob man wirklich neue CD-Veröffentlichungen mit alter Musik braucht, möge sich jeder selbst beantworten. Es schadet dem Lennon-Andenken nicht, wenn man das nicht für nötig hält. Die Lennon-Fans haben doch eh jeden Zipfel Musik, an dem John Lennon in irgendeiner Weise beteiligt war.
Dabei ertönen doch, fast im Verborgenen, wunderschöne Melodien, dass man glauben könnte, John Lennon wäre wiederauferstanden – vielleicht als Geist eines Säbelzahntigers, wie er gerade durch die Wildnis der aktuellen Musikindustrie schleicht. So bekannt dem geneigten Hörer die Musik und der Klang der Stimme auch erscheinen mögen, so neu sind doch die Lieder. Und da steckt eine Menge Lennon drin.
Sean ist’s, Sean Lennon, zusammen mit seiner Freundin Charlotte Kemp Muhl – The Ghost of a Saber Tooth Tiger. Im vergangenen Jahr, dem großen John-Lennon-Jubiläumsjahr, erschien ihre CD „Acoustic Sessions“ beim eigenen Chimera Label. Und die finde ich momentan viel aufregender als alle Re-Releases und CD-Gedächtnisboxen.
Und wenn John sein einst erträumtes Paradies gefunden hat, seine Kopfhörer aufsetzt und diese Musik hört, dann wird er sich wohl entspannt zurücklehnen, mit dem Fuß wippen und sehr zufrieden auf die Welt herabblicken.

schön, wenn man durch die Querverweise auch mal auf ältere schöne Beiträge stößt. Und zurücklehnen, zufrieden mit dem Fuß wippen, das mach ich jetzt auch – zumindest bis ich aufspringen und zum Kochen übergehen muss!
Herzlichst, Marlis
By: wederwill on 28. Juni 2015
at 11:03