Alljährlich im Juni und Juli findet hier grenzüberschreitend das Festival Mitte Europa statt. Diesmal schon zum einundzwanzigsten Mal. Während dieser Zeit wird man von Kunst und Kultur förmlich erschlagen. Die Länder Bayern, Böhmen und Sachsen, die dereinst durch den Eisernen Vorhang getrennt waren und nun im Begriff sind, zusammenzuwachsen, beteiligen sich daran. Das klingt alles sehr wichtig. Und bedeutend. Ist es sicherlich auch, denn es ist vor allem ein Festival der klassischen Musik.
Am gestrigen Abend jedoch gab es im Rahmen dieses Festivals in der Göltzschtalgalerie der Nikolaikirche in Auerbach keine Klassik, dafür das Duo Carolin No, verstärkt durch Tilmann Wehle am Cello.
Ein perlendes Piano, der sehnsuchtsvolle Klang eines Akkordeons, ein Cello webt klassische Strukturen in den Soundteppich, und über allem schwebt die klare, helle Stimme von Caro, eine Stimme, die berührt, irgendwo tief drin. Sophie Zelmani fällt mir ein, seit vielen Jahren eine meiner Lieblingssängerinnen, deren spätere CDs mit sparsamer Instrumentierung und fast gehauchtem Gesang eine große emotionale Tiefe erreichen. Nur ein kurzer innerer Vergleich, dann bin ich wieder bei Carolin No.
Lieder wie „Fading Sun“, „Year of November“, „Hear the Silence“, „Loveland“ oder „Hands“ aus der Konserve noch im Ohr, bin ich gespannt, wie sich der filigrane, oftmals schwebende Sound live umsetzen lässt. Er tut es. Das Erlebnis ist noch intensiver noch direkter, man ist Teil von etwas, das man ganz einfach als großartig empfindet. Wozu sicherlich auch die angenehme, intime Atmosphäre in der Göltzschtalgalerie beiträgt.
http://www.carolin.no/seiten/index.php?nav=1
Und hier gibt es Carolin No in bewegten Bildern:


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