Ein Hit und eine Filmszene machten sie unsterblich. Der laszive Tanz von Salma Hayek im „Titty Twister“ zu den Klängen von Tito & Tarantulas „After Dark“ nahm bekanntlich kein gutes Ende. So mag auch nach all den Jahren in jedem anderen Schuppen noch immer ein bisschen „Titty-Twister-Feeling“ aufkommen, wenn Tito Larriva und seine Band auftreten. Wie zum Beispiel am vergangenen Sonntag im „Malzhaus“ in Plauen. Das Kellergewölbe dort ist eine recht überschaubare Location, hat aber – recht passend – durchaus etwas Archaisches an sich. Und, nicht unwichtig, eine gute Akustik.
Aber die Band, auch wenn die Besetzung mehrfach verändert wurde, hat natürlich mehr drauf. Das Event beginnt recht leise mit einer Nummer auf der akustischen Gitarre, „Pistolero“. Im zweiten Stück steigen die restlichen drei Mitglieder ein, und ehe man sich versieht, trifft einen die geballte Band-Power mit voller Wucht. Erdiger und vor allem ehrlicher Rock mit mehr als nur einer Prise Mexikana, zu dem einen oder anderen Song gibt’s ein paar launige Kommentare von Tito. Da hat er das Publikum bereits im Sack. Das geht bei jedem Song begeistert mit. Tito und seine Band brauchen keine aufwändige Bühnenshow und keine Rockstarposen – was sie auf eine gewisse Weise so sympathisch macht, – allein durch ihre Präsenz und die Musik bringen sie den Saal zum Kochen. Eine schweißtreibende Angelegenheit ist das, vor allem für Tito Larriva, der schließlich die meiste Arbeit zu erledigen hat. Aber es macht Spaß, riesigen Spaß sogar. Was will man mehr?
„After Dark“ geht nicht ohne Tänzerinnen. Frauen aus dem Publikum dürfen die Salma machen, natürlich ohne Schlange, und angekleidet dürfen sie auch bleiben.
Nach Einbruch der Dunkelheit war im Plauener Malzhaus eine Menge los. Vampire blieben zum Glück aber aus. Andererseits, eine Weile glaubte ich, Nosferatu hätte sich unbemerkt unter die Rockfans gemischt, die Silhouette des Glatzkopfs in der Reihe vor mir hatte eine frappante Ähnlichkeit mit ihm.
Am Ende blieb das Gefühl, dass alles viel zu schnell vorübergegangen war, nach einer wunderbar dreckig hingerotzten Hochgeschwindigkeitsversion von „La Bamba“ war dann tatsächlich Schluss … 


Kommentar verfassen