Eine Kriegsberichterstattung in Form eines Science-Fiction-Romans, eine Variante des Krieg-der-Welten-Themas. Über sechshundert Seiten lang widmet sich der Autor den Beschreibungen von Waffensystemen und erklärt ausführlich die Strategie und Taktik von Schlachten in den unerforschten Weiten des Weltraums. Die agierenden Figuren des Romans, und es sind deren eine Menge, erscheinen dem Leser in ihrer Gesamtheit wie die graue Masse einer aufmarschierenden Armee, in der die individuellen Merkmale des Einzelnen und vor allem ihre Gefühlswelt untergehen. Dass die Ranger, Kampfpiloten Bodentruppen und Techniker in typisch amerikanischer Manier angesichts einer unbekannten außerirdischen Macht kurz vor lebensgefährlichen Einsätzen Witze reißen und frotzeln oder Poker spielen soll diesen Mangel an Tiefe offenbar kaschieren, damit wird höchstens das Klischee amerikanischer Action-Filme mit Darstellern wie Bruce Willis bedient. Und dann wird natürlich auch noch eine Menge Rambo daruntergemischt, das Ideal des uneigennützigen GI’s, der sein Leben (oder typisch amerikanisch: seinen Arsch) für die Welt riskiert, selbst wenn es sich dabei nicht um seine eigene handelt. Auch scheut er sich natürlich keineswegs davor, sich mit übermächtigen Gegnern anzulegen.
Man könnte zu der Auffassung kommen, dass der Autor ein großer amerikanischer Patriot ist, der mit seinem Roman den American Way of Life nun auch in die Weiten des Universums transportiert.
Eine üble Spezies insektenähnlicher Wesen, Drasins genannt, ist dabei, alles Leben bewohnter Planeten zu zerstören. Die bedrohten Welten sind bewohnt von Außerirdischen, die offenbar die gleichen Wurzeln haben wie die Menschen der Erde. Sie sind dank ihrer Technologie den Besuchern von der Erde allerdings weit überlegen. Da sie aber viele Jahrhunderte in Frieden lebten, brach der Krieg unerwartet über sie herein, sodass sie zur Gegenwehr nicht in der Lage waren.
Zum Glück erscheint da der irdische Raumkreuzer „Odissey“ unter dem Kommando von Kapitän Weston gerade rechtzeitig auf der Bildfläche. Schon nach den ersten Seiten des Romans bekommt der Leser das Gefühl, dass die Crew das Raumschiff geradewegs in einen kriegerischen Konflikt steuert. Trotz der unterlegenen Waffensysteme gehen die erfahrenen und wehrhaften Weltallreisenden der Erde natürlich stets als Sieger aus den Gefechten hervor.
Der Autor wechselt bei derartigen Gelegenheiten dann gern die Erzählperspektive und lässt die Außerirdischen über die großartigen Einsätze der „Odyssey“ staunen und in Bewunderung ausbrechen. So wie sich der Amerikaner offenbar selbst gern in der Welt sähe, als Befreier und Sieger allseits bewundert. Dieses Pathos, diese Selbstbeweihräucherung und Glorifizierung der typisch amerikanischen Helden hätte der Roman nicht nötig gehabt. Das sind die Momente, in denen vieles unglaubhaft, an manchen Stellen sogar lächerlich wirkt. Dabei wird die Geschichte bitterernst erzählt. Bis kurz vorm Schluss, da gibt es einen ersten kleinen satirischen Seitenhieb.
Die interstellaren Feinde, eben jene Drasins genannten Monster, werden als eiskalt tötende Killermaschinen nur skizziert. Niemand scheint sich während der Handlung ernsthaft die Frage zu stellen, um was für eine Lebensform es sich dabei handelt, woher sie kommt, man erfährt nichts über ihre Geschichte und ihre Beweggründe. Manchmal bekommt man den Eindruck, sie wurden nur als eine bewusst abstoßende Kulisse geschaffen, um die ausufernd lang beschriebenen Gefechtshandlungen zu rechtfertigen, um überhaupt einen Feind zu haben.
Doch am Ende des Romans hat die Oberflächlichkeit, mit der dieses Thema bisher behandelt wurde, ein Ende. Captain Weston verrät seiner Vorgesetzten seine Gedanken über diese Lebensform, um was es sich dabei wirklich handeln könnte und welchen Zweck sie zu erfüllen hat. Da hat der Autor den Leser wieder gepackt und seine Neugier auf die Fortsetzung geweckt. Mission gelungen.

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