Verfasst von: eleucht | 19. Juni 2014

„Die Geheimnisse des schwarzen Turms“ – Louis Bayard

Turm 001Es ist nicht gut, wenn sich der eigene Name samt Adresse in der Hosentasche eines Toten findet, der gerade einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, schon gar nicht, wenn es sich bei dem Ermittler um keinen Geringeren als Vidocq handelt. Diese Erfahrung wird ein gewisser Doktor Hector Carpentier in Paris zur Zeit der Restauration machen.

Vidocq, ein Name, von dem den Leser der Atem Geschichte entgegen weht, ein Mann mit vielen Gesichtern und ein Meister der Verkleidung, der unter Napoleon vom Bagno zum Chef der französischen Sicherheitsbehörde, der legendären Sureté, aufstieg.

Dass Hector Carpentier der Tote völlig unbekannt ist, macht die Sache nicht einfacher. Es stellt sich jedoch bald heraus, dass es eine Verbindung des Toten mit dessen Vater gab, der in der Vergangenheit ebenfalls als Arzt unter dem gleichen Namen in Paris praktizierte. Fortan ist Hector Carpentier auf beinahe freundschaftliche Weise mit Vidocq verbunden und direkt an der Aufklärung des Falles beteiligt.

Die Spur führt die beiden in die Wirren der Revolution von 1789 zurück. Handelt es sich bei dem Kind, das Carpentiers Vater dereinst im schwarzen Turm des Temple medizinisch versorgte, vielleicht um den möglichen Thronfolger Louis-Charles, den rechtmäßigen Ludwig XVII.? Obwohl sich dessen Spur im Kaiserreich und der darauffolgenden Regentschaft Ludwig XVIII. zu verlieren scheint, wird der schlaue Vidocq dank seines geschaffenen Polizeiapparats fündig. Fortan beschäftigt ihn die Frage, ob es sich bei dem entdeckten jungen Mann wirklich um den Sprössling Ludwig XVI. und Marie-Antoinettes handelt. Eins ist aber sicher, der Jüngling ist in großer Gefahr. Es gibt Kräfte, die unbedingt verhindern wollen, dass da womöglich ein Thronfolger für den fettleibigen und gischtkranken Ludwig XVIII. existiert, allen voran der Comte d’Artois, der selbst Ambitionen auf den Thron hat. Vidocq und Carpentier riskieren viel, um den jungen Mann vor den Mordanschlägen zu schützen, dabei ist noch nicht einmal klar, ob er wirklich der ist, für den er gehalten wird. Es gibt nach dem Terror der Revolutionszeit nicht mehr viele, die ihn eindeutig identifizieren können. Und auch deren Leben ist in Gefahr.


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