Verfasst von: eleucht | 6. Juli 2014

„Midnight Sun“ – The Ghost of a Sabertooth Tiger

GOASTT 001Wenn die Mitternachtssonne, vom CD-Player zum Leben erweckt, aufgeht und den Hörer mit ihren Klangwellen überschüttet, verklärt sich die Welt zu etwas, das jenseits der Wirklichkeit zu liegen scheint. In einem Paralleluniversum ist John Lennon dem früheren Sänger und Gitarristen von Pink Floyd, Syd Barrett, begegnet. Die beiden sitzen in einem englischen Garten auf der Rückseite des Mondes, dort, wo sich Walross und Eiermann Gute Nacht sagen. Ihnen ist wohl gerade die Idee zu einem gemeinsamen Projekt gekommen, das irgendwie an die innovativen Momente von „Rubber Soul“ und „The Piper at the Gates of Dawn“ anknüpft. Das Ergebnis dieser Arbeit ist aber eben nur in diesem Paralleluniversum zu hören.

Doch irgendwie ist etwas von der Inspiration der beiden über den Umweg von ein paar Jahrzehnten auch in diese Welt gekommen und wurde von John Lennons Sohn Sean aufgefangen. Der hatte daraufhin nichts Eiligeres zu tun, als zusammen mit seiner Freundin Charlotte Kemp Muhl und einem umfangreichen Instrumentarium ins Studio zu gehen. Das Ergebnis ist die CD „Midnight Sun“.

Der Geist des Säbelzahntigers wurde vor sechs Jahren erweckt, und zwar von Sean Lennon, Sohn von John Lennon und Yoko Ono, und Charlotte Kemp Muhl, die auch erfolgreich als Model tätig ist (Maybelline u.a.). Seitdem touren die beiden durch die Lande und produzieren gelegentlich auch CDs in der eigenen Plattenfirma Chimera Music. Die beiden Multiinstrumentalisten harmonieren auch stimmlich ausgezeichnet.

Der große Name Lennon, der natürlich auch eine große Last sein kann und nicht automatisch mit großem Erfolg gleichzusetzen ist, verbirgt sich hinter dem gleichermaßen fantasievollen wie sperrigen Gruppennamen, der übrigens übrigens auf eine Kurzgeschichte zurückgeht. Es gibt keinen Hype um die beiden. Zum Glück. Spürt man da im Hintergrund vielleicht die ruhige Hand von Yoko Ono? Egal, die Musik spricht für sich, sie ist eine psychedelische Reise, die den Blick in andere Welten öffnet.

„Moth to a Flame“ läutet das Ende der CD ein, aber keine Angst, man stürzt nicht wie eine Motte in die Flamme und verbrennt in ihr, man kreist um sie herum. Zumindest solange sich die CD im Player dreht.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: