Verfasst von: eleucht | 21. März 2017

„Buddha in Brooklyn“ – Richard C. Morais

Buddha 001Dem jungen Seido Ado war es wohl vorherbestimmt, die Laufbahn eines Priesters im Quelltempel seiner japanischen Heimatstadt einzuschlagen. Denn das bewahrt ihn vor dem Feuertod, den der Rest seiner Familie ereilt, als deren Gasthof  bis auf die Grundmauern abbrennt. Im Tempel weiht Ado sein Leben Buddha. Die strenge Erziehung hinterlässt ihre Spuren in ihm. So ist er wenig begeistert, als ausgerechnet er auserwählt wird, nach Amerika zu fliegen, um in New York einen buddhistischen Tempel für die dortige Gemeinde zu bauen. Er wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, doch seiner Pflicht als Priester kann er sich nicht entziehen.

In Brooklyn angekommen, stürzt er sich mit gewohntem Feuereifer in die Arbeit. Da prallen Welten aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die oftmals flapsige, oberflächliche Art der Amerikaner im Umgang mit den heiligen Riten seiner Religion irritiert Ado sehr, andererseits widerstrebt der amerikanischen Gemeinde seine elitäre, überhebliche Position, mit der er den Menschen begegnet und versucht, sie auf den rechten Weg zu bringen. Viele Missverständnisse bestimmen das Zusammenleben und führen zu heiklen oder skurrilen Situationen. So bewegt sich Ado zwischen den gesellschaftlichen Verpflichtungen einer öffentlichen Person und den hohen Ansprüchen an sein Amt und erlebt viele schöne, aber auch tragische Momente, lernt dabei die Menschen näher kennen und begreift, dass sie so unterschiedlich gar nicht sind, wie er anfangs glaubte. Er selbst, der sich im Besitz des wahren Wissens glaubte, musste lernen, was die Erleuchtung, die er  predigt, wirklich bedeutet. Am Ende ist er sich sicher, Brooklyn ist Buddhaland.

Ein Roman, der vor allem eins vermittelt – menschliche Wärme, wenn man nur bereit ist, zu begreifen und sein Herz zu öffnen.


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