
Ganz plötzlich kam da so viel Schnee. Und dann wurde es auch noch richtig kalt! Da kann man es natürlich sehen wie die facebookblasengebildete Tante Frieda, die das subjektive Empfinden des lokalen Wetters in ihrem idyllisch gelegenen Kleinkleckersdorf ganz selbstverständlich auf das Weltklima projiziert und sich deswegen sicher ist, dass die Sache mit der globalen Erwärmung auf der Erde nichts anderes ist als ein großer Schmarrn. Die Memes, die von den Experten für alles und jeden in den Echokammern des internationalen Netzes geteilt werden, sagen ja auch etwas ganz anderes, als das, was diese sogenannten Wissenschaftler ständig behaupten, Leute also, die sich den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigen als ihrer Wissenschaft und deswegen so abgehoben sind, dass sie glauben, sie wüssten alles besser.
Dabei ist es durchaus eine Tatsache, dass sich die Weltmeere in diesem Jahr besonders aufgeheizt haben. Man kann dazu natürlich eine andere Meinung haben, das ändert aber nun mal nichts daran, dass diese Tatsache durch Messungen bestätigt wurde. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Das ist keine Quantenphysik, das ist bekannt aus dem Physikunterricht in der Schule. Mehr gespeicherte Feuchtigkeit in der Luft bedeutet, dass es zu heftigeren Niederschlägen kommt, die Überschwemmungen in mehr oder weniger großem Ausmaß zur Folge haben. Wenn in der Winterzeit nun die Temperatur unter 0 Grad Celsius fällt, was hin und wieder vorkommen soll, dann fällt der Niederschlag als – na? Richtig, er fällt als Schnee zur Erde. Wer in Regionen wohnt, die regelmäßig – oder in der heutigen Zeit öfters mal – von Schneefällen heimgesucht werden, dem ist der Effekt nicht ganz unbekannt, dass die Luft über der geschlossenen Schneedecke abkühlt. Kurz gesagt, dort wird’s kälter. Was für Ökosysteme von nicht geringer Bedeutung ist.
Der deutsche Wetterdienst hat aufgrund dieser Erkenntnisse auch schon zeitig im Jahr vor heftigen Niederschlägen gewarnt. So mancher Redakteur spezieller Magazine hat daraus dann die bekannten Wetterhorrormeldungen gebastelt. Sie haben einen realen Hintergrund, und wenn man sie nur oft genug wiederholt, irgendwann kommt der Moment, wo diese Prognosen dann tatsächlich auch irgendwo eintreffen, aber in den wenigsten Fällen in dem orakelten Umfang.
Hitzewellen und Überschwemmungen gab es schon immer, ja, aber die Wahrscheinlichkeit, dass solche Extremereignisse wegen des Klimawandels vielfach intensiver ausfallen, steigt. Als Beispiel sei die Hitzewelle mit 49,6°C in Kanada genannt. Wissenschaftler der World Weather Attribution haben mit Hilfe verschiedener Wettermodelle ermittelt, dass diese Hitzewelle ohne den Klimawandel um 2°C kühler ausgefallen wäre. Das Problem aber ist, dass Extremwetterereignisse wie dieses im Normalfall vielleicht alle 1000 Jahre auftreten, bei einer Erwärmung des Weltklimas um zwei Grad Celsius aber alle fünf bis zehn Jahre.
Kurz gesagt, der Klimawandel führt nicht zu weniger und auch nicht unbedingt zu mehr Niederschlägen, allerdings zu weit heftigeren Niederschlägen. Und im Winter schneit’s dann eben auch einmal. Und manchmal auch ein bisschen mehr. Und über dem Schnee wird’s dann auch so richtig kalt. Trotz des kalten Dezemberanfangs war 2023 eines der heißesten Jahre oder gar das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Ob in diesem Jahr Weihnachten weiß wird, können allerdings nicht einmal die Wetterexperten mit Sicherheit vorhersagen. Kachelmann verspricht Spannung, was die Wetterlage zu den Feiertagen angeht. Dann lassen wir uns doch einfach mal überraschen.

