
Das böhmische Kurbad Františkovy Lázně hatte sich am Samstag festlich herausgeputzt und in bunten Blumenglanz gehüllt. Die Straßenlaternen an der Promenade sind allerdings ganzjährig dekoriert.

Das hatte seinen Grund darin, dass das Kurbad seit nunmehr 3 Jahren als Teil des westböhmischen Bäderdreiecks zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Dazu gehören, nebenbei bemerkt, auch andere europäische bedeutende Kurbäder. Grund genug jedenfalls zum Feiern. Den Tag hatte ich mir deswegen auch im Kalender vorgemerkt.

Als ich am Vormittag startete, sah es allerdings trüb und grau aus, es regnete sogar. Die Temperatur kratzte gerade so an der 20-Grad-Marke. Eine Jacke und Regenschirm gehörten deswegen also zur Ausrüstung. Letztlich aber wurde beides nicht benötigt.
Mittagessen gönnte ich mir auf der Terrasse meines bevorzugten Fischrestaurants Rybářská Bašta. Da war die Sonne schon erfolgreich durch die Wolken gebrochen.
Es war schon auffällig, dass sich an diesem Tag besonders viele Menschen in den Straßen, den Promenaden, den Parks, den Restaurants und Cafés tummelten. Viel mehr als an einem gewöhnlichen Wochenende. Auch das kleinste der drei böhmischen Kurbäder versprüht einen gewissen Charme und verfügt über einige Anziehungskraft.


Auf einer überdachten Bühne spielte ein Jazztrio mit Stehbass, Django-Reinhardt-Gitarre und einer großartigen Sängerin Jazz-Standards. Leider hielt man es in den Zuschauerreihen nicht lange aus, man saß in sengender Sonne, die Temperatur hatte die 30-Grad-Marke bereits überschritten. Ja, als ich losfuhr war ich noch der Meinung gewesen, Sonnencreme ist an einem Tag wie diesem nicht nötig. Das rächte sich.

Wieder zu Hause angekommen, wurde ich von grauem Himmel und Schwüle empfangen. Es war ungefähr 5 – 6 Grad kühler als in Františkovy Lázně. Was ich durchaus als erfrischend empfand. Und der Regen, noch erfrischender, ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten.

