Posted by: eleucht | 5. September 2024

Franck Carducci & The Fantastic Squad

Gestern zog am frühen Abend noch ein erfrischendes Gewitter mit einem heftigen Platzregen über der Stadt auf, das die extreme Schwüle aus der Luft trieb und mir die Trägheit aus den Knochen blies. Fast wie bestellt, denn kurz darauf ging es los nach Reichenbach in den Bergkeller. Franck Carducci & The Fantastic Squad waren an diesem Mittwochabend angesagt.

Musikalisch gab’s Prog, die Optik der Band beschwor die besten Zeiten des Glam herauf. So gab es auch einige Kostümwechsel während der Show. Und das alles passte überraschend gut zusammen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieses Event die reelle Chance hat, das Konzert des Jahres für mich zu werden.

Die Musiker der Band kamen absolut sympathisch und in ihrem Auftreten mitreißend rüber. Im Mittelpunkt steht natürlich der Bass spielende Sänger und Showman Franck Carducci. Trotzdem bekam jeder der anderen Musiker der Fantastic Squad seine großartigen Momente, seien es die tollen Duelle von Gitarre und Keyboards oder das fantastische Schlagzeugsolo von Léa Fernandez. Nicht zu vergessen die stimmgewaltige Mary Renaud, die neben der akustischen Gitarre auch das Theremin auf eine ganz besondere Weise zum Klingen bringt und mit ihren Tanz- und Showeinlagen brilliert. Zum Beispiel als Angel, der beim Tanzen seine leuchtenden Flügel ausbreitet oder in der Geschichte von Alice im Wunderland, die von der Band ein kleines bisschen anders interpretiert wird als das Original. Da wird Alice von der Roten Königin in das Rotlichtviertel verfrachtet. Einer der absoluten Höhepunkte der Show.

In den meisten Fällen spielen die Bands im Bergkeller ohne Pause, an diesem heißen Abend gab es eine Ausnahme, und ich denke, jeder war froh, sich an der frischen Luft etwas abkühlen zu können.

Nach der Pause schlug Franck Carducci auf der akustischen Gitarre die ersten Takte von Pink Floyds Wish You Were Here an, das er dann mit, na ja, lautstarker Unterstützung des Publikums aufführte, bevor die Fantastic Squad wieder die nicht vorhandene Bühne enterte und zum zweiten Teil des Konzertes den Bergkeller noch einmal zum Kochen brachte.

Dass Led Zeppelins Rock’n’Roll als Zugabe, das die Stimmung noch einmal so richtig anheizte, nicht das Ende sein konnte, war eigentlich klar. Verabschiedet hat sich die Band dann vor einem mucksmäuschenstillen Publikum unplugged mit Road To Nowhere. Nur eine akustische Gitarre und die Stimmen der fünf Musiker ohne elektrische Verstärkung. Ein Gänsehautmoment und der krönende Abschluss eines einzigartigen Rockkonzertes.

Als Video gibt es hier die verkürzte Version von Alice’s Eerie Dream.


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