Samstag 12.37 Uhr. Es gab einen Donnerschlag, der das ganze Haus erschütterte. Als wäre ein großer LKW, ein sehr großer und ein sehr schwerer, gegen das Haus gekracht.
Ein Erdbeben – und wie die Schlagzeile am Montagmorgen in der Zeitung verkündet, das schwerste seit mehr als dreißig Jahren. Unterschiedliche Institute gaben die Stärke mit 4,2 bis 4,6 auf der Richter-Skala an.
Wahrgenommen wurde das Beben von Leipzig bis Nürnberg. Das Epizentrum befindet sich aber hier ganz in der Nähe, in Nový Kostel (Neukirchen), nur wenige Kilometer von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt. Nahe dem Epizentrum stürzten Kamine ein und Mauern bekamen Risse.
Es kommt hin und wieder schon vor, dass man tief unter der Erde ein dumpfes Grollen vernimmt, so deutlich war der Erdstoß aber noch nie spürbar.
Grund für die Schwarmbeben in der Region sind ruckartige Bewegungen von Teilen der Erdkruste gegeneinander, spröde Brocken aus Schiefer und Granit, die zum Glück aber verhältnismäßig „klein“ sind, also nur eine Ausdehnung von wenigen Quadratkilometern haben. Experten rechnen demzufolge also nicht mit stärkeren Beben, im Gegensatz zu Amerika, wo sich Erdschollen, die die Größe halber Kontinente haben, gegeneinander verschieben.
Der Geologe Dr. Uwe Lehmann vergleicht die Vorgänge im Erdinneren mit einer Eierflockensuppe. Die erhitzten Flocken drängen in der Mitte der Tasse an die Oberfläche, geben ihre Wärme dabei an die Luft ab und rutschen am Rand wieder ins Tasseninnere.


Kommentar verfassen