Gitarre, Bass und Schlagzeug, mehr bedarf es nicht, um den Rock’n’Roll – mal wieder – zu retten oder zumindest neues Leben einzuhauchen. Auch wenn der Schlagzeuger, Brad Wilk, für dieses Debütalbum der New Yorker Band The Last Internationale von Rage Against The Machine ausgeliehen wurde. Und ich meine den Rock’n’Roll, der mal so richtig böse war und dem Establishment einst den Staub aus den verkalkten Gehirnen gepustet hat. Spätestens beim letzten Track dieses Albums sollte dem Hörer klar sein, von welchem Geist die Musik von The Last Internationale beseelt ist, dem von „1968“. Viel zu selten fiel in den letzten Jahren das Wort Revolution.
„We’re not revolutionaries
Sittin‘ ‘round and talkin‘ theories
We speak in a different fashion
Our language is direct action.”
Das klingt, als hätten sich die wiederauferstandenen Jefferson Airplane von alten MC-5-Platten inspirieren lassen. Gitarrist Edgey Pires haut mit unverschämter Lässigkeit die großartigsten Riffs und die eingängigsten Melodien heraus, Delila Paz ist eine dieser Sängerinnen, deren Stimmen den Hörer vom ersten Ton an packen, mit sich reißen und nicht mehr loslassen – die Revolution ist in vollem Gange und man selbst ist mittendrin.
Zwischen Power-Rock, Stadion-Rock und Rockballaden in Springsteen-Dimensionen findet sich auch noch ein rockig aufgemotztes Shirelles-Cover, „Baby It’s You“.
„We Will Reign“ – man kann wieder glauben, dass eine bessere Welt möglich ist. ’68 war nicht umsonst.
„The more I love,
The more I feel like making revolution
The more I make revolution
The more I feel like making love.”
“Workers Of The World – Unite” ist ein älteres Stück von The Last International, das vor dem Debütalbum auf einer EP erschienen ist. Eine Ballade, die Delila mit der Leidenschaft einer jungen Joan Baez singt. Gänsehautfeeling garantiert.

Kommentar verfassen