Verfasst von: eleucht | 20. Februar 2015

„Raureif“ – Achim Reichel

Raureif 001Achim Reichel hat mal wieder einen runden Geburtstag hinter sich und hätte sich längst zur Ruhe setzen können. Aber das ist wahrscheinlich nicht sein Ding, ebenso wenig, wie sich auf seinen Erfolgen, an denen es ja nicht mangelt („Fliegende Pferde“, „Aloha heja he“), auszuruhen. Er hat nie das Risiko gescheut und stets Neues gewagt, versuchte sich in elektronischer Musik („Die grüne Reise“), veröffentlichte Alben mit Shantys und vertonte Volkslieder neu. Nun gibt es, nach etwa 15 Jahren, eine neue CD mit Eigenkompositionen. Legt man sie auf, sieht man wieder den Hamburger Jung vor sich, der in seinen Liedern tolle Geschichten aus dem Alltag erzählt, Geschichten, wie sie jeder auf irgendeine Weise erleben könnte. Wie im Opener „Dolles Ding“, in dem er von einem nächtlichen Erlebnis vor einer roten Ampel berichtet. Gewohnt locker im Rhythmus geht es weiter, da ein bisschen Reggae, an anderer Stelle etwas mehr Rock oder eine verträumte Melodie, die nahe am Schlagerklischee vorbeischrammt. Die Musik ist dabei wie immer mehr als nur ein Vehikel, mit dem Achim Reichel seine Geschichten zu den Hörern transportiert. Einen älteren Text seines langjährigen Freundes und Texters Jörg Fauser, den er viele Jahre liegen ließ, hat er nun auch vertont. In „Herz der Dinge“ geht es um die Endlichkeit des Lebens. Der von Ringelnatz entlehnte Kuttel Daddeldu zählt längst zu den Klassikern von Achim Reichel, nun spinnt „Ole Pinelle“, eine Figur von Fritz Graßhoff, neues Seemannsgarn. In die Untiefen des Sports ließ Achim Reichel die Hörer schon einmal mit seinem „Boxer Kutte“ blicken, in „Der Harte, Kleine, Schnelle“ geht es um einen Fußballprofi, der sein Leben außerhalb des Fußballplatzes nicht einfach hinter sich lassen kann, wenn er den Platz betritt, und deshalb die Kehrseite des Ruhms kennenlernen wird. Mit dem „Abschiedsbrief“ – garantiert handgeschrieben – klingt das Album ruhig und beseelt aus.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus der neuen CD:


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