Verfasst von: eleucht | 19. Februar 2016

„Der ewige Krieg“ – Joe Haldeman

Der ewige Krieg 001Um es gleich vorweg zu nehmen, bei diesem Buch handelt es sich um einen Antikriegsroman, der gleichzeitig als Klassiker der Science-Fiction-Literatur gilt und den Vergleich mit Remarques „Im Westen nichts Neues“ nicht zu scheuen braucht. Joe Haldeman, der Autor, hat den Krieg hautnah erlebt, in Vietnam. Schwer verwundet kehrte er vorn dort zurück. Er war zu dem Zeitpunkt schon Autor und besaß außerdem noch einige akademische Grade. Seine Intention war es, einen Roman für Teenager zu schreiben, in dem er die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges darstellen wollte.

Erstmals erschien die Arbeit von Haldeman als Fortsetzungsgeschichte in der Sci-Fi-Zeitschrift „Analog“. Es gab Proteste und es hagelte Kritik, denn der Autor sparte auch das Thema Sexualität nicht aus, das nach den Vorstellungen eingefleischter Sci-Fi-Fans in dieser Literatur nichts zu suchen hatte.

Diese Serie bildete schließlich den Rahmen für den Roman „Der ewige Krieg“. Die Geschichte spielt in einer fernen Zukunft, die Parallelen zur damaligen Gesellschaft, die Konflikte durch Kriege zu lösen versuchte, sind jedoch offensichtlich. Insofern hat der Roman auch in der heutigen Zeit nichts von seiner Aktualität verloren. Es tobt ein erbitterter Krieg zwischen der Menschheit und einer außerirdischen Zivilisation, den Tauriern, dessen Sinn zwar niemand versteht und dessen Ursachen unbekannt sind, der aber die Wirtschaft am Laufen hält und für große Umsätze sorgt und innenpolitische Spannungen entschärft.

Der Leser verfolgt die militärische „Karriere“ des William Mandella vom einfachen Soldaten bis zum Major. Modernste Waffentechnik muss bedient werden. Die Soldaten werden mit Drogen und flüchtigem Sex bei Laune gehalten. Viele von ihnen werden in den Schlachten ihr Leben verlieren. Mandella ist einer der wenigen, der den Krieg vom ersten Feldzug an überlebt hat.

Haldemans detaillierte Schilderungen technischer und logistischer Prozesse bringen den Leser nahe an das Alltagsleben der Protagonisten, sie schaffen eine Art Authentizität und lassen ihn das Bedrückende in vielen Situationen, die wenig Heroisches an sich haben, spüren.

Die Raumschiffe befördern die Soldaten mit Lichtgeschwindigkeit von einem Gefecht zum nächsten. Während diese Flüge nur wenige Monate dauern, vergehen, bedingt durch die Zeitdilatation, auf der Erde Jahrhunderte. Die Welt und die Gesellschaft ändern sich ständig. Für die Soldaten, die von ihren Einsätzen zurückkehren, geschehen diese Veränderungen in großen Sprüngen. Das macht für die meisten eine Anpassung an die neuen Umstände beinahe unmöglich. Mehr oder weniger freiwillig setzen sie deswegen ihren Dienst in der Armee fort.

Und ja, es ist auch die Geschichte einer Liebe in Zeiten des Krieges, so wird es zum Schluss tatsächlich noch richtig sentimental.


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