Posted by: eleucht | 14. Mai 2012

Hören, lesen und das große Fressen

Die Instrumente kommen frisch vom Markt auf die Bühne, aus einer Möhre entsteht im Handumdrehen eine Flöte, Sellerie wird zur Gitarre, für eine Trompete benötigt man nur noch etwas Paprika und eine Gurke. Wichtig: Nur frische Ware sorgt für einen frischen Sound!

Dabei heißt es doch eigentlich: Mit Essen soll man nicht spielen. Es sei denn, man macht Instrumente daraus, auf denen man spielt – wie das Vegetable Orchestra das tut. Und uns auf diesem Video vorführt:

Am Ende werden die Instrumente geschnippelt, landen in Kochtopf oder Pfanne und werden zu einem leckeren Mahl verarbeitet. Da rede noch einer von brotloser Kunst oder sage, Musik macht nicht satt. Wenn das Orchester nur groß genug ist, bekommen sogar die Zuschauer etwas vom Instrumenteneintopf ab.

Klar, Musik ist natürlich auch Geschmackssache, und wer jetzt kein Vegetarier ist, hätte dazu vielleicht gerne etwas Meat Loaf. (Sorry, aber diesen Kalauer konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen.)

Gute Argumente für alle, die das Urheberrecht abschaffen reformieren wollen und den Künstlern raten, neue Wege der Vermarktung zu gehen. Wie man sieht, ist es manchmal ganz einfach.

Als Autor könnte ich mir zum Beispiel gut vorstellen, Texte in Zukunft auf Esspapier zu schreiben und mit dem Vermerk „Nach dem Lesen zum sofortigen Verzehr bestimmt“ zu verkaufen. Auf diese Weise könnten sehr geschmackvolle Werke entstehen, die wirklich einmalig sind. Einmal gelesen und schon gegessen. Auch ein Liebesroman geht durch den Magen. Leichte Kost, kaloriendeduziert und garantiert frei von Nebenwirkungen.


Kommentar verfassen

Kategorien

Entdecke mehr von One of these days

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen