Verfasst von: eleucht | 29. April 2015

Selbstisolation

Die Welt von Nidaa Badwan ist klein, sehr klein sogar. Zehn Quadratmeter misst sie. Sie ist Künstlerin und lebt im Gazastreifen. 2013 hat sie sich in ihre kleine Welt zurückgezogen und zur Selbstisolation entschlossen, weil sie von Angehörigen der Hamasmilizen brutal geschlagen wurde. Der Grund für diese „Strafmaßnahme“: Sie war nicht traditionell gekleidet. Gewalt, Unterdrückung, Unfreiheit – das ist Alltag im Gazastreifen.

Einmal fing sie damit an, sich mit der Kamera selbst zu porträtieren. Auf diese Weise entstanden eindrucksvolle Fotos, die Nidaa Badwan zwischen Matratze, Gaskocher und Klapptisch zeigen, beim Schminken, beim Kochen und beim Schreiben. Diese Farbfotos stehen in einem harten Kontrast zur feindlichen Welt draußen vor ihrer Tür.

An Flucht ist nicht zu denken, Israel hat alle Grenzübergänge abgesperrt.

Ihre Fotos immerhin finden den Weg aus der Isolation in die Welt – übers Internet. Im Westjordanland fand auch schon eine Ausstellung mit 14 ausgewählten Porträts statt.

http://www.nidaabadwan.com/


Responses

  1. eindrucksvoll, berührend, bedrückend…


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