Verfasst von: eleucht | 24. Juli 2016

„Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“ – Phillip P. Peterson

Paradox 001Um eins gleich vorweg zu nehmen, dieser Roman unterscheidet sich wohltuend vom Mainstream des Genres und wartet mit einem überraschenden Ende auf. Keine Superhelden, keine Raumschlachten. Eher ein unspektakulärer Plot, der sich durchaus an der Gegenwart und den heutigen Gegebenheiten orientiert.

Astronaut Ed Walker hat, wenn auch ohne eigene Schuld, die Raumstation ISS gecrasht. Als Kommandant trägt er nun aber mal die Verantwortung. So durfte er auch nicht gerade damit rechnen, für weitere Einsätze im Weltall Berücksichtigung zu finden, auch wenn er mit seinem selbstlosem Einsatz seinen Kameraden das Leben gerettet und sie sicher zur Erde gebracht hatte.

Und trotzdem trägt man ihm das Kommando für die größte Raumfahrtmission der Menschheit an, einen Flug an den Rand des Sonnensystems. Ein neu entwickelter Raketenantrieb auf der Basis von Antimaterie macht es möglich, diesen Weg in relativ kurzer Zeit zurückzulegen.

Zu spät merkt Ed Walker, dass er nur die Figur in einem perfiden Spiel der Mächtigen ist, er gerät in das Räderwerk der unterschiedlichen Interessen eines Privatunternehmens und der NASA. Aber da ist es auch schon zu spät, um seine in die Brüche gegangene Ehe zu retten.

Was die Menschen am Rand des Sonnensystems erwartet, sprengt die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft. Die Wirklichkeit dort draußen wird auch den Leser nicht unberührt lassen. Sind wir wirklich auf derartiges vorbereitet?

Der Autor beschreibt die Handlung auf eine Art und Weise, für die der Begriff detailverliebt mehr als untertrieben ist. Von der Vorbereitung auf den Raumflug bis zum Start und die Reise durch das Sonnensystem erlebt er Leser beinahe hautnah das Geschehen mit. Für manche mag dies zu langatmig sein, andererseits schafft der Autor damit eine dichte atmosphärische Erzählung, die dem Leser durchaus auch das Gefühl der Klaustrophobie in der Enge des Raumschiffs nachempfinden lässt.

Der Leser begegnet in dem Roman vielen Stereotypen, die man aus unzähligen amerikanischen Filmen schon kennt, dem rücksichtslosen Tycoon, der zur Durchsetzung seiner Interessen über Leichen geht, dem harten Astronauten, der zu Sarkasmus neigt und mit seiner Meinung nie hinter den Berg hält, auch wenn er dabei die Gefühle anderer verletzt, und dem unsicheren, verängstigten Wissenschaftler, der schließlich über seinen Schatten springt und zum Helden wird. Aber das geht so in Ordnung, das erzeugt eine Menge Reibungspunkte in der mit technischem Fachwissen überfrachteten Erzählung.


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